Ich lese aktuell "Sterben" von Karl Ove Knausgard, den ersten Teil einer sechsteiligen (!) Autobiografie, die ziemlich viel Aufmerksamkeit und Lob eingeheimst hat.
Es wird für mich bei diesem ersten Teil bleiben.
Der Autor und Ich-Erzähler erinnert extrem detailliert seine Kindheit und Jugend. Das schwierige Verhältnis zu seinem Vater ist immer wieder Thema, ansonsten geht es um Alkohol, Mädels, Musik, Norwegen an sich (=viel Schnee) und generell um die Ödnis, die entsteht, wenn ohne jeglichen Spannungsaufbau und mit der Überzeugung, das eigene Leben sei eine einzige Schau, weil man es literarisch in der Lage ist abzubilden, geschrieben wird.
Das Buch zuckelt durch die Jahre, greift mal vor, schaut mal zurück, und bietet ein einzigartig langatmiges und banales Stück Nabelschau.
Fast nie raffiniert, witzig oder gar selbstironisch, dafür stets von der eigenen Relevanz beseelt - die ich entweder nicht kapiere oder die vielleicht auch nur in ihrer Darstellung misslungen ist.
Ich les das jetzt zu Ende, manchmal unterhält es ganz nett. Auf die Folgebände werde ich verzichten können.