Beiträge von lilactime

    Mir hallt "Das Eis-Schloss" von Tarjei Vesaas nach, das ich gestern Abend arglos anfing und irgendwann in der Nacht durch hatte

    Eins der Bücher, bei denen eine Inhaltsangabe so überhaupt keinen Sinn macht, weil eine krude Zusammenfassung nichts zu tun hat mit der Atmosphäre, dem Einzigartigen, welches das Buch auszeichnet.

    Trotzdem der Vollständigkeit halber:

    Zwei 11jährige Mädchen sehen sich am Beginn einer tiefen und vielversprechenden Freundschaft, als ein großes Unglück über eines der Mädchen hereinbricht.

    Die zurückgelassene Siss versinkt in Schuld und einem Versprechen, die Loyalität zu ihrer Freundin Unn zu bewahren - selbst auf Kosten ihrer eigenen Unversehrtheit.

    Das Buch bedient sich einer Sprache und Symbolik, die mir noch nie so untergekommen ist. Es hat etwas märchenhaftes, abgrundtiefes und mystisches. Die norwegische Landschaft, in der die Geschichte spielt, wird selbst Protagonist, Naturphänomene werden Sinnbilder und Parabeln.

    Ich merke, das ist gar nicht wirklich zu erklären.

    Ich bin einfach tief beeindruckt.

    Es ist nicht jedes Baby gleich, nicht jeder Mensch, nicht jedes soziale Umfeld, nicht jeder Hund...was stemmbar ist und was nicht, kann wohl niemand für sein Gegenüber entscheiden.

    Es geht doch um die Konsequenzen, die daraus gezogen werden, nicht darum, hier jemandem das eigene Belastungslevel aufzudrücken und ihn dann zu verurteilen, weil er das nicht stemmt...

    Ich kenne ein paar Fälle (Labrador und Golden Retriever), in denen das Verhalten, das dich so zu stören scheint und dem du nicht Herr wirst, der Abgabegrund war.

    In allen Fällen (ja, Anekdote, keine Gemeingültigkeit, ich weiß) haben die entsprechenden Hunden in ihrer neuen Lebenssituation bei Menschen, die natürlich über die Problematik informiert waren, einen beeindruckenden Reset hingelegt ohne dass immer so ganz klar war, wodurch eigentlich.

    Manchmal passt ein Typ Hund einfach nicht in ein bestimmtes Umfeld, ohne das jetzt bewerten zu wollen.

    Ich musste an diesen Thread denken, nachdem ich gestern eine Golden Hündin mit ihrer neuen Halterin traf, der Hund kam vor zwei Jahren aus einer Familie, in der es einfach nicht funktionierte. Ein permanent gestresstes, nervöses Tier.

    Gestern war ich total betroffen, nun diesen klaren, in sich ruhenden, ansprechbaren Hund vor mir zu haben.

    Vielleicht gibt es einfach Hund-Halter-Konstellationen, in denen alles immer nur ein fauler Kompromiss wäre zu Ungunsten aller Beteiligter.

    Nachtrag Mechanismen von Pflanzen zur Abwehr von Schädlingen und Pathogenen

    Diese Doku beschreibt unter anderem, wie unfassbar komplex und ausgefuchst Pflanzen sind, wenn es um Abwehr von Bedrohungen geht.

    Ich blieb da ganz ehrfürchtig zurück, nachdem ich es mir angeschaut hatte.

    Klar, mechanisch hochverletzbar und dann auch noch an den Standort gebunden - da muss Pflanze sich was einfallen lassen, um zu überleben.

    Vielleicht interessiert es ja:

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    Anderes Beet fertig + "gemulcht" (Nachbarn waren grade stalken und meinten, AUF KEINEN FALL DA TOMATEN REIN wegen Wind und Regen. Klasse weil ich da 100 Liter Tomatenerde reingekippt hab.

    Regen per se tut Tomaten erstmal nichts (ok, Früchte können platzen), das Problem dabei ist die Anfälligkeit von Tomatenpflanzen was Pilzinfektionen anbelangt, allem voran die Kraut- und Braunfäule.

    Ein Dach ist da schon sinnvoll, aber auch nicht zwingend notwendig. Wenn das Wetter mitspielt und die Pflanzen gut abtrocknen können (da ist Wind gar nicht verkehrt), können Tomaten natürlich auch ungeschützt im Freiland stehen.

    Ein bisschen sortenabhängig ist es zudem noch, wie hoch die Anfälligkeit für die Braunfäule oä ist.

    Spoiler anzeigen

    Einige Sorten haben einen interessanten Mechanismus, blitzschnell und ziemlich hysterisch auf eindringende Pilzsporen zu reagieren und eine Art kontrollierten Zelltod einzuleiten. Das Gewebe um den Eindringling wird durch die Pflanze zum Absterben gebracht, so dass der Pilz im toten Gewebe nicht weiterkommt ("Hypersensitive Reaktion")

    Finde ich total spannend...

    Salate sind eh Schwachzehrer und Flachwurzler, die brauchen keinen großen Aufriss um zu wachsen.

    Tomaten sind Starkzehrer und anspruchsvoller, aber mit einer angepassten Düngung sollte das auch erstmal klappen, auch wenn der Boden nicht so ideal ist.

    Frischen Pferdemist würde ich da rauslassen, vor allem bei Salat - der lagert bei Überdüngung Nitrat ein

    Mein Beileid zum Verlust, Hundundmehr


    Ich wollte nochmal bezüglich unserer Gabapentin - Problematik berichten, Cala war bei 300mg/Tag ja ziemlich torkelig unterwegs:

    Sie bekommt nun seit einigen Wochen 200mg/Tag plus Metacam plus aktuell 1× die Woche Physio und das Gesamtbild hat sich toll verbessert.

    Das Gabapentin verursacht keine wahrnehmbaren NW mehr, scheint aber sehr gut gegen die Schmerzen (Spondylose/CES) zu helfen.

    Cala war zeitweise extrem instabil in der Hinterhand und sackte (auch im Stand) im Sprunggelenk weit nach unten. Sie schliff sehr viel und hatte in kurzer Zeit unglaublich viel Muskelmasse abgebaut.

    All das hat sich wieder deutlich verbessert.

    An guten Tagen können wir wieder knapp einstündige Runden drehen, das wäre vor kurzem nicht mal im Ansatz denkbar gewesen.