Beiträge von nepolino

    Ich denke nicht, dass es abdriftet, sondern, dass genau der Meinungsaustausch der letzten Seiten die Komplexität der Thematik zeigt.
    Die reinen Befürworter der Wiederkehr haben ihre ganz eigenen Motive/Argumente .. die reinen Gegner auch.. und dazwischen gibt's wieder mal ganz viele Grautöne.

    Der Wolf ist eben nicht nur Wolf. Der Wolf ist auch ein Symbol für einen (romantischen?) Wunsch nach einer Natur, die es so in Europa schon lange nicht mehr gibt. Und ich zb weiß nicht, ob wir zugunsten diesen definitiv wunderschönen Tieres die kleinen zarten Fortschritte in artgerechter Tierhaltung wieder rückabwickeln sollten.. ob wir zugunsten eines Wunsches "Urwald" und Rewilding die bestehende Kulturlandschaft zerstören sollen und noch vieles mehr. Ein Miteinander wäre schön aber dass funktioniert meiner Meinung nach nicht, wenn der Wolf Narrenfreiheit hat.

    Ich glaub, da ist die Schweiz/Tirol/ die Alpenregion wohl noch eine kleine Besonderheit, da Bauernhöfe dort eben noch wirklich kleine Familienbetriebe sind und vererbt werden. Da werden Traditionen/ wurde schin immer so gemacht eine große Rolle spielen und es kommt nicht viel neuer Input. So kleine Betriebe gibt es in Deutschland ja kaum noch, beziehungsweise nur im Nebenerwerb.

    Nein, dass denk ich nicht. Distanz spielt da keine Rolle. Es ist immer eine Gratwanderung mit dem Broterwerb mit Lebewesen. Voraussetzung ist erstmal klar, dass man was übrig hat für die Vierbeiner, sonst wählt man schlicht einen anderen Beruf. Wo man mit weniger Arbeit, weniger Risiko, weniger Sorgen und weniger Verantwortung wesentlich mehr Geld in der Tasche hätte. Wer Landwirt /Bauer/Pferdewirt etc wird, wird dass erstmal aus einem gewissen Idealismus heraus.

    Was dann passiert ist individuell sehr unterschiedlich. Es holt einen irgendwann die Realität ein. Es sind sch.. Arbeitszeiten. Oft genug ist man Abends völlig fertig aber trotzdem ist noch was krank und die Nachtruhe dahin. Sich an jedes Lebewesen mit ganzem Herz zu ketten funktioniert nicht, daran geht man kaputt. Es gibt welche, die schaffen die Balance und die mögen ihre Tiere, kümmern sich gut und verdienen trotzdem Geld. Und dann gibt's welche, die müssen sich emotional so distanzieren, dass nur noch Geld im Vordergrund steht oder sie sind einfach so dicht am Burnout, dass ihnen alles über den Kopf wächst und dann gibt's die, die in andere Berufe gehen eben weil sie die nötige Distanz doch nicht schaffen. Und wie immer im Leben gibt's dazwischen natürlich auch noch Stufen. ;)

    Du bist ein Idealist. Ein hoffnungsloser. :p :D Nicht, dass ich da nicht mitgehen würde aber ich glaube einfach nicht, dass der Durchschnittsotto auf sein dreimal wöchentliches Grillen von April bis Oktober verzichtet. Nicht, dass Gemüsegrillen nicht viel leckerer ist aber naja.. oder dass er mal drüber nach denkt, wie man sich Kühen auf der Alm gegenüber verhält oder dass man den Müll, den man mit in Wald nimmt, wieder mit raus nimmt usw..

    Durch annähernd guten Herdenschutz- fünfreihige Litze, beginnend bei 20cm über dem Boden, Zäune die gute 2-3m hoch sind sterben vermutlich auch einige Arten aus, beziehungsweise werden Lebensräume zerschnitten. Solch Zäune sperren nicht nur Wölfe aus, auch Rehwild und co kommt nichtmehr rein. Kleintiere die unter durch zu schlüpfen versuchen überleben die nötigen - hohen- Strommengen nicht usw..

    Nehmen wir die zweite Variante, die kostengünstiger und wahrscheinlicher, dass Nutztiere in Ställen verschwinden.. dann gehen offene, beweidete Buschlandschaften verloren und mit ihnen viele Arten, die genau darauf spezialisiert sind. Dass ist bei uns schon zu beobachten. Weiden die nicht direkt am Hof sind, werden schon nicht mehr genutzt, bzw nur einmal umgemulcht um der Agrarförderung genüge zu tun.

    Ganz so einfach ist es nicht, sich über die Rückkehr zu freuen, da damit wieder etwas passiert, was häufig ist. Zugunsten eines "Sympathieträgers" (Wolfspatenschaften und co) werden kleinere, nicht so viel Aufmerksamkeit und Geld ins Spendensäckl bringende Arten hinten über fallen gelassen. Welche Auswirkungen Herdenschutz und Aufstallung auf die Ökosysteme haben kann man nur raten aber ich denke, die Auswirkungen werden gravierend sein.

    Tja nur stallt man nachts auf, kommen sie irgendwann tagsüber. Die Erfahrung wurde auch schon gemacht. Also bleibt nur dauerhaft in Stall, der auch nicht offen und mit Windschutznetzen sein darf, sondern wirklich massiv und verriegelt. Ade Frischluft. Dass kanns nun auch nicht sein..

    Hirten? Wer kann diese zusätzlichen Arbeitskräfte bezahlen und wer möchte für 8,75€ bei Wind und Wetter sich mit Wölfen rumschlagen? Die Landwirtschaft hat eh schon arge Probleme noch Arbeitskräfte zu finden, es gibt geregeltere Jobs mit besseren Bedingungen.

    Kameras mit entsprechender Software die quasi Wolf erkennen und Alarm schlagen, daran hatte ich auch schon gedacht, dass es technisch umsetzbar ist, nicht. Allerdings sollten die das Treiben vor dem Zaun erfassen, zum einen, dass man weiß Wolf erkundet und dann schon Vergrämung starten könnte. Dass er gleich merkt Koppel ist doof.

    Mufflons gibt's bei uns auch schon keine mehr. Beziehungsweise nur noch einige wenige. Ich hab sie immer so gern gesehen im Morgenlicht.

    Eben Hausboot bedeutet doch Wasser und wenn dir kalt baden nicht reicht, nimm doch so Solardusche mit, mit Wasser füllen, in die Sonne hängen - oder gleich warm Wasser rein- und dann kann man doch "duschen". Ich hab dass auf meinem Urlaub nur so gemacht. Meer, See, Solardusche oder einfach Waschschüssel und Lappen. Klar für jemanden der unbedingt seine ausgiebige Dusche braucht irgendwie gewöhnungsbedürftig aber äh.. ich hab jetzt Zuhause auch erst zweimal normal geduscht, eh ich Gastherme hoch gefahren hab... da ist morgens Solardusche raus hängen einfacher. :ops: Ich bin glaub ich geschädigt. :ugly:

    Na vielleicht war er nicht unbedingt auf Löcher aus, nur auf ein bisschen Konflikt und hat mehr bekommen als gewünscht. Zutrauen tu ichs Menschen inzwischen. Ich hab schon gehört, dass Hunde absichtlich provoziert werden um Schmerzensgeld etc zu kassieren, Gefährdungshaftung sei dank. Warum also nicht in solch Fall?

    Wir durften in Frankreich auch mit Hunden durch die Herde. Die Herdis haben uns nur ruhig begleitet. Ich fand diese Souveränität beeindruckend und Josy auch. Die war völlig entspannt und friedlich. :D Wie man den "ich zuerst und alles andere erst viel später" Genossen respektvollen Umgang mit der Natur beibringt, tja.. ich wäre ja für aussetzen ohne jegliche Annehmlichkeiten auf einer einsamen Insel bis sie mal aufm Teppich der Tatsachen angekommen sind aber wahrscheinlich nicht umsetzbar. |)

    Da käme man dann allerdings auf das Thema vegetarisch bzw vegan leben oder nicht. ;) Denn wenn man alle Nutztiere abschafft, weil sie ja eh getötet werden, gibt's ja auch kein Käse, Milch etc. Allerdings hält damit auch niemand mehr offene Landstriche frei, außer es kommen plötzlich riesen Herden an Wisenten vom Himmel gefallen.

    Grad deswegen ist das Thema Wolf ja so schwierig. Betroffen sind- in Deutschland zumindest - die Betriebe, die eine weitestgehend artgerechte Haltung anstreben. Und damit ist für mich Nutztierhaltung ok. Die Tiere haben ein schönes Leben, was sie so nicht hätten, wenn alle dem Rewilding Europe Gedanken folgen und Nutztiere und Landwirtschaft abschaffen, damit wir wieder im Urwald leben können. Ich hoff nur bis dahin ist man soweit Essen synthetisch herstellen zu können. :pfeif: