Meine recht feste aber widerlegbare Meinung, basierend auf Spekulationen:
Sam dürfte in fast allen Situationen sehr geduldig und unproblematisch sein -- daher wirkt er harmlos. Beim Vorfall ist vermutlich etwas sehr unwahrscheinliches passiert -- z.B. Halter geht hinter Sam, stolpert und fällt, und dadurch passiert etwas, was Sam als Angriff auf sich wertet (Beispiele: a) Der Halter will sich abfangen und berührt Sam mit solcher Kraft, dass er ihn wegschiebt etc; b) der Halter fängt sich ab, aber stützt sich dabei aus Versehen auf Sams Pfote; c) durch den Fall gibt es einen raschen Leinenruck). Instinktiv wendet sich Sam dem vermeintlichen Angreifer zu und reagiert auf den vermuteten Angriff durch Zuschnappen. Durch den Fall des Halters ist dessen Hals die nächste Stelle.
Die Gefährlichkeit von Sam wäre dann für mich: Sam reagiert bei unvorhergesehenen Bedrängungen blitzschnell durch (recht effektiven) Angriff.
Anderes Beispiel: Man stelle sich eine hochtrainierte Martial Arts Kämpferin vor, ansonsten sehr nett, aufgeschlossen, in sich ruhend, etc. Allerdings ihr im Dunkeln plötzlich von hinten auf die Schulter zu tippen, ist eine sehr schlechte Idee -- selbst wenn man sich ansonsten gut kennt. Angenommen beim ersten Mal endete das mit einem gebrochenen Arm durch unglücklichen Fall nach dem Schulterwurf (und eben nicht deutlich schlimmer mit der Landung auf eine Bierflasche).
- Würde man sie als 'gefährlich' einstufen, oder ist das nur ein Unfall?
- Was wäre angemessen zur Verhinderung eines zweiten Vorfalls?
Ich kann mir vorstellen, dass es möglich ist, Sam sein weiteres Leben vorfallsfrei zu führen. ABER dazu muss immer(!) jegliche problematische Situationen im Vorfeld verhindert oder entschärft werden -- weil wenn eine problematische Situation eintritt, wird Sam schneller reagieren als der Halter.
Und der Halter darf auch nicht dadurch nachlässig werden, dass Sam die restliche Zeit sehr einfach zu handeln ist und harmlos bis geduldig wirkt.
Die Frage wäre, welche Verantwortlichkeit man dem neuen Halter zutraut.
Insgesamt wird es auf ein Präventionsparadox hinauslaufen.