Irgendwie wird das ja immer mehr zum Trend, dass Freude und Aufregung und Motivation beim Hund immer nur als böser böser Stress betitelt werden. Wenn ich besipielsweise mit Amber Schutzdienst mache, ist sie mit Sicherheit gestresst. Ohne einen gewissen Stress kann man diese Arbeit auch nicht ausführen. Ein gechillter Hund im Schutzdienst ist im falschen Sport gelandet.
Wie ich weiter vorn schon geschrieben habe, mein Wonder hat beim normalen THS Training auch Stress. Und ja, er steht sich zur Zeit selber im Weg, weil er viel rumkläfft und wirklich vibriert, wenn er endlich dran ist und springen darf. Deshalb werde ich ihn aber auf keinen Fall aus dem Sport nehmen! Er wird es wieder etwas lernen müssen, mit diesem Stress und dieser Motivation klarzukommen.
Wenn ich meine Hundesporttasche packe, dann hibbeln meine Hunde auch um mich herum. Klar, sie wissen was kommt und freuen sich darauf. Aber wenn man das schon als Stress ansieht, dem man ja einen Hund nicht aussetzen kann, dann sollte man sich lieber in der Abteilung Steiftiere umsehen.
Ich finde diesen Trend einfach schlimm, wo Hunde, die vor Arbeitsfreude übersprudeln als hypergestresst hingestellt werden. Ich habe ehrlich gesagt noch nie einen sehr relaxten Hund gesehen, der eine tolle Arbeit in irgendeinem bereich gezeigt hat (im Hundesport). Ein bissl Motivation (oder von einigen Stress genannt) ist dazu schon nötig und damit meine ich mehr, als nur ein bissl wedeln mit dem Schwänzle.
Ganz anders sieht es einfach aus bei Familienhunden, wie sie zum Beispiel Biomais beschreibt. Diese haben auch einen anstrengenden Job mit viel viel Abwechslung und vielen Eindrücken, die auf den Hund einprasseln. Dieser Job ist streng gesagt ein 24 h Job, wenn den Hund das hochfährt, dann ist das nicht mehr gesund. Solche Hunde haben diese strikte Trennung in Job und Alltag nicht, ihr Job ist die Bewältigung des Alltags. Demnach haben sie auch die Erholung im Alltag nicht in dem Maßen. Das kann ein sehr anstrengender Job sein und würde einem zu leicht hochfahrendem Hund schaden. Ein Hund, der im Sport geführt wird, hat in der Regel eine klare Trennung zwischen Job und Alltag. Das wird den Hunden auch oft durch das Anlegen verschiedener Halsbänder verdeutlicht. Für meine Hunde ist es zum Beispiel ein Signal für Pause, wenn sie ins Auto gebracht werden. bei uns bedeutet Auto = ausruhen, bei Wonder sogar tief und fest schlafen. Bei uns wird eben strikt getrennt zwischen Alltag, wo die Hunde sich möglichst ruhig zu verhalten haben, wenn ich nix anderes fordere und Sport, wo die Hunde auch mal hochfahren dürfen, auch wenn sie übers Ziel hinausschießen. Wenn man einem Sporthund das richtig vermittelt, dann ist er auch nicht dauergestresst.
Gefährlich finde ich da eher dieses Dauerbespaßen oder ständig mal zwischendrin eine kleine Übung einbauen. Das ist dann für den Hund schwer zu strukturieren, wann er hochfahren darf und wann nicht und er wird sich so entwickeln, dass er quasi immer auf Standby ist. Dann doch lieber geziehlt hochfahren und powern, wo der Hund 100% oder auch mal 120% geben darf und dann wieder nix mehr fordern, als den leicht zu stressenden Hund ständig auf 70% halten wollen.
Das ist aber nur meine bescheidene Meinung, die ich niemandem aufzwängen will. Ich hatte noch keine Unmengen an Hunden. Wirklich arbeiten tu ich jetzt erst meine beiden :) Aber mit diesemWeg komm ich und meine Hunde gut klar.
Was ich aber auch noch loswerden will. Wie definiert man: "ein ruhiger ausgeglichener Hund"? Ist das nicht für den einen, dass der Hund sich kaum bewegt, viel rumliegt. Für den anderen gehts garnicht, wenn ein Hund sehr viel hechelt ... Ich würde mal behaupten, ein Malihalter oder Borderhalter definiert ausgeglichen anders, als ein Neufihalter oder Bernhardienerhalter ![]()