Spät, aber ich habs noch gelesen ...
Das läßt sich n zwei Sätzen, bzw. mit Ja oder Nein nicht beantworten.
Östrogene werden in den Eierstöcken gebildet und auch die Gebärmutter trägt einen geringen Teil dazu bei. Normalerweise bedeutet eine Kastration, daß nur die Eierstöcke entfernt werden, oft wird aber gleich die Gebärmutter mit entnommen und damit jegliche Östrogenproduktion verhindert. In den Nebennierenrinden wird ständig Testosteron gebildet, welches nach Einstellen der Östrogenproduktion ansteigt (kann vermehrtes territoriales Verhalten oder „zickigkeit“ verstärken). Häufigste Folgen des Mangels sind Knochen und Gelenkprobleme, durch verringerte Mineraleinlagerungen (ähnlich Osteoporose).
Der Zyklus einer intakten Hündin besteht aus vier Phasen in denen jedesmal ein anderes Hormon vorherrscht. Gesteuert wird das ganze über eine Art Rückkoppelungssystem, bei dem nicht nur die Eierstöcke, sondern auch das Gehirn mit Hipothalamus und Hirnanhangsdrüse beteiligt sind und das Gonatropin-Releasing Hormon (gnGH), das follikelstimulierende Hormon (FH), das luteinisierende Hormon (LH) Östrogen und Progesteron, wobei die beiden letzteren in den Eierstöcken gebildet werden. Produziert wird „nach Bedarf“ und immer im Einklang, sodaß kein Hormon überproduziert werden kann.
Soweit mal kurz als Grundlage. Aber allein hiermit sollte schon verständlich sein, daß man nicht einfach nur ein Hormon ohne Folgen ausschaltet. Alles greift ineinander über und allein schon der Wechsel im Östrogen- und Testosteronspiegel bringt enorme Veränderungen mit sich.
Sicherlich gibt es Hunde, die äusserlich keine großen Veränderungen anzeigen, aber viele physische, wie psychische Probleme sind Folgen der Kastration, die nur nicht mit dieser in Zusammenhang gebracht werden.
Sollte ich was entscheidendes vergessen haben … die anderen „so gut informierten“ hier im Thread mögen mich ergänzen !!
Gruß, staffy