Von den mittlerweile 27 Jahren mit Hund habe ich 25 Jahre mitten im Ruhrpott gelebt.
Immer hatten wir Wohnungen in Vororten.
Zuerst hatten wir eine alte Obstwiese neben dem Haus, Lösen also kein Thema, halbwegs grüne Gassirunden auch nicht, ableinen nach ca. 10 Minuten Fußweg problemlos möglich.
Danach lebten wir in einer Vorortsiedlung, da waren es tatsächlich 300m bis zur ersten Lösemöglichkeit. Nicht wirklich welpenkompatibel, aber wir hatten einen ausgewachsenen Hund. Da konnte man dann aber nach diesen 300m Marsch vorbei an gepflegten Vorgärten sofort ableinen und locker knapp 3 Stunden leinenlos gehen.
Mit meinem Ex hatten wir Haus und Garten, Lösemöglichkeit nach 50m und einen kleineren Park für die leinenlose Halbstundenrunde nach 5 Minuten Fußweg. Für die größeren leinenlosen Runden musste man das Auto bemühen.
Bei meiner Studentenwohnung begannen die Felder hinter dem Haus, leinenlose Tageswanderungen über Witten, Wetter, Herdecke und Teil Dortmunds problemlos möglich, ebenso wirklich große Radtouren.
Danach lebten wir direkt am Fuß einer alten Halde, 100m Grünfläche überqueren, eine Ampel und dann ableinen, 2 Stunden Gassi gehen kein Problem.
Ich habe mich nicht eingeschränkt gefühlt, die Hunde liefen überwiegen frei und das war auch so erlaubt, obwohl es "große Hunde" sind, die in NRW ja extra behandelt werden. Wir haben immer darauf geachtet, trotz Ballungsraum am Rande von genügend Grün zu wohnen.
Jetzt leben wir auf dem Dorf. Die erste Lösemöglichkeit ist neben unserem Haus, einschließlich Beutelspender und Mülleimer. Sehr angenehm.
Aber nach Norden Süden und Westen führen nur Straßen aus dem Dorf. Auch wenn sie nicht rege genutzt werden, 100 darf man dort fahren. Die restlichen Flächen sind 100% landwirtschaftlich genutzt, da bleiben nicht einmal Trampelpfade zwischen den Feldern. Bleibt nur der Weg Richtung Osten, dort muss man aber erst an der Bundesstrasse entlang um einen Zugang zu den Feldern zu bekommen. Dort kann man dann wirklich schön laufen, aber es wird auch schnell eintönig, außerdem nervt spätestens bei Nässe die vielbefahrene Strasse und der dann dort herrschende Dauerniesel. Also nimmt man an solchen Tagen das Auto und erspart sich diesen guten Kilometer Lärm- und Dreckdusche. Auch wenn der kleine Fluß und die angrenzenden Felder dann doch mal zu öde werden, kommt das Auto zum Einsatz. Weit muss man zwar nicht fahren, aber erst 6km Strasse laufen, das macht keinen Spass.
Ansonsten trifft man deutlich weniger Hunde, Jogger, Radfahrer, etc., dafür ist die Hasen- und Fasanensichte mörderisch. Rehe stehen auch noch an jeder Ecke. Viele Gebiete hier sind für den Blumenanbau genutzt, dort traut man sich erst recht nicht abzuleinen, weil die Felder voller Blumentöpfe stehen, da wäre es übel, wenn Hund doch mal jagen geht.
Es ist einfach anders hier als in der Stadt. Ich finde es angenehmer, weil es nicht so eng ist und man weniger Menschen trifft. Aber für die Hunde ist es nicht besser oder schlechter. Ob ich nun wegen Joggern ranrufe oder wegen Hasen, das macht kaum einen Unterschied.
LG
das Schnauzermädel