Zitat
trotz allem frag ich mich wieso das so ist, oder ist das eher gewünscht?
ich meine hund muss nicht jeden und alles mögen, ich find ja hunde die alle lieben auch recht nervig, aber das man denen erst beibringen muss tolerant und ignorierend zu sein...find ich irgendwie bedenklich.
und wie schon gesagt, der großteil der halter solcher hunde macht das nicht.
man will doch aber hunde haben die eben zwischen job und freizeit unterscheiden, dass tun sie aber dann doch nicht wenn sie gegen hunde oder fremde menschen gehen?!
oder hab ich da jetzt nen denkfehler?!
Bei meinem Schnauzer ist das Verhalten unerwünscht. Da möchten die Züchter heute andere Wesenszüge und die wenigsten Riesen bringen dieses für D eher "nostalgische" Verhalten mit. Wobei sich der Riese und Greg deutlich unterscheiden.
Bei Greg ist es dagegen hocherwünscht und in seiner Linie gefestigt. Wobei man nun nicht sagen kann, der X-Mechelaar ist so, das ist nur eine von ganz vielen Varianten, wie die Hunde sind. Ein Rassestandard existiert nicht, nur die Anforderungen der späteren Prüfung. Wie Hund das besteht, das ist nicht vorgegeben.
So ein Hund ist nicht ständig unter Dauerspannung, der kann sehr klar unterscheiden. Das Ignorieren musste man Greggy z.B. nicht mühsam beibringen, man musste ihm nur die für ihn grenzwertigen Situationen einordnen helfen. Ob und was er arbeitet, das liegt allein an seinem Menschen.
Ich kann das ganz schlecht erklären und hätte es mir auch nicht so vorgestellt. Sein Züchter hat mir logischerwese viel von seinem zu erwartenden Verhalten erzählt. Und ganz ehrlich? Ich nahm das hin und dachte, rede du mal. Was so mancher Gebrauchshundezüchter über die angeblichen Qualitäten seiner Hunde vom Stapel lässt, das kann man sich vorstellen.
Was Greg z.B. von Anfang an konnte, war klar unterscheiden, wann man beißt und wann nicht. Du kannst mich an Anpöbeln, Schlagen, Schubsen, er wird sich dazwischen schieben und dich genau beobachten und verbellen. Erst wenn ich mich wehre, beißt er. Einfach so, nie geübt. Wir üben lediglich, wo er sich für das prüfungsmäßige Laufen aufzuhalten hat. Das hat er mt 12 oder 14 Wochen beim Käbbeln mit meinem Mann gezeigt und den gelocht.
Ich war dezent von den Socken, es wurde danach logischerweise auf zig Arten getestet, er ist völlig zuverlässig. Wir müssen wirklich nur den Feinschliff üben.
Ähnlich ist es bei der Gegenstandsbewachung. Mein Schnauzermädel hat das nie vernünftig verstanden. Für die war entweder "Oh, der Helfer kommt frontal auf mich zu, den darf ich beißen", also viel zu früh und zu weit vom Gegenstand weg, oder "Ich soll liegenbleiben und darf erst ganz spät" das war dann viel zu spät und er hatte den Gegenstand. Eigenständiges, angepasstes Handeln war ihr nicht möglich. Greg dagegen hat sehr schnell verstanden, dass er den Gegenstand bewachen soll und begann sofort zu taktieren. Sicherlich fehlt ihm Erfahrung, er lässt sich noch austricksen. Aber lernt mit jeder Übungseinheit. Von völlig hochdrehen und sinnlos um sich beißen keine Spur.
Man sollte sich wirklich kein ständig bellendes und geiferndes Monster vorstellen, dass nur von der Leine zurückgehalten wird.
Er hat im Prinzip das, was früher gute Hofhunde hatten. Die konnten auch unterscheiden, wer was darf und lebten einfach da ohne ausgebildet zu werden. Sie haben einfach von klein auf gelernt, was wie einzuschätzen ist. Ähnlich einem Jagdhund oder einem Hütehund, der auch die Anlagen hat und nur in die gewünschten Bahnen gelenkt werden muss.
Und wie gut er abschalten und umschalten kann, das sieht man bei Greg und Kühen. Kühe sind sein persönlicher Albtraum. Wenn die als Herde auf ihn zugelaufen kommen, dann fühlt er sich massiv bedroht. Kühe, die nicht einfach grasen oder rumliegen, sind aus seiner Sicht böse Monster, die man angehen muss.
Sobald man ihm aber irgendeine Aufgabe gibt und sei es nur neben einem zu laufen, dann sind die Kühe Luft. Die können ihn dann auch beschnuppern. Kühe? Welche Kühe?
Da braucht man keine Leine, keine Leckerchen.
Solche Hunde gibt es auch in D, aber sie sind selten und wenig erwünscht. Als Sporthund sind sie auch wenig geeignet. Und egal in welchem Land, es gibt in diesen Bereichen viel talentiertere Exemplare. Greg ist solides Mittelmaß und für uns genau richtig.
LG
das Schnauzermädel