Beiträge von Bonadea


    Auf "Hund & Pferd" und "Hund & Katz" in Dortmund habe ich bereits viele gute Züchter für die Rasse Mops gefunden. Ursprünglich sollte ein Mopswelpe einziehen, wenn Kiara nicht mehr da ist. Nur Wuchs der Wunsch nach einen zweiten Hund und einen Welpen wollten wir Kiara - die allgemein nicht so verträglich ist - nicht antun. Der Mops sollte schon mindestens zwei Jahre alt sein, damit man erkennen kann, ob er wirklich frei atmend ist. Genau dieses Minimal-Kriterium und der Tatsache, dass sie es kennt alleine zu bleiben, erfüllte Caro.


    Bitte zeige mir einen freiatmenden Mops. Einen ohne jedes pathologische Röcheln/Schnaufen - sowohl in Ruhe, als auch Belastung.

    Zitat


    Weder auf den Mops-Treffen noch auf den Ausstellungen findet das große Röcheln statt. Das kann vielleicht daran liegen, dass die Schnauzen länger geworden sind und der Atemweg dadurch sich auch verlängert hat. Es kann aber auch daran liegen, dass z.B. bei Dr. Schrader in Hamburg täglich drei Hunde den Gaumensegel gekürzt bekommen. Der Kostenpunkt liegt dort bei etwa 500 Euro (einfacher Tierarztsatz), während man in Tierkliniken gerne 1.300 - 1.500 Euro dahinblättert. Das röchelnde Geräusch kommt vom einen zu langen Gaumensegel, das laute Atmen kommt von der kurzen Schnauze.
    Leider weiß ich nicht, was der VDH mit Möpsen mit zu langen Gaumensegel macht. Ich weiß auch nicht, wie vererbbar dieses ist. Meiner Meinung nach darf nur ein Mops mit entsprechend normalen Gaumensegel ohne Nachhilfe einer OP zur Zucht zugelassen werden. Um die lauten Atemgeräusche (Wilma) zu verhindern, die halt auch zu Atemnot führt, sollte dieser runde Kopf auch im Standard korrigiert werden. Leider kann der VDH den Standard nicht ändern, denn dieser liegt in der Hand von Großbritannien. Unter dem VDH können sich die Züchter also aussuchen, welchen Nasentyp sie züchten. Zum Glück geht der Trend seit 2013 in die Richtung ausgeprägte Nase. :gut:
    Der Vital-Test ist ein Witz. Das sehe ich auch so, aber auch, dass es schonmal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist. Dieser Test darf nur bei Temperaturen bis 25° stattfinden.


    Ich muss da aus medizinischer Sicht ganz dringend etwas einwerfen. Das Gaumensegel ist nur 1 Kriterium von sehr vielen, die den Mops in seiner Atmung behindern. Auch eine OP des Gaumensegels kann nur zweitweise oder ggf. gar nicht zu einer Verbesserung der Atmung führen.

    Das Gaumensegel ist selbstverständlich vererbbar.

    Probleme der starken Brachycephalie beim Mops und Frenchie im Bezug auf die Atmung:
    1) zu enge Nasenlöcher
    2) zu enge Nasenmuscheln/deformierte Nasenmuscheln mit Stenosen und keine genügende Auskleidungsmöglichkeit mit Schleimhaut, die dringend zur Thermoregulation benötigt wird
    3) zu langes Gaumensegel
    4) im Verhältnis zum Kopf zu lange Zunge
    5) Unter- und Fehlentwicklung des Kehlkopfes und der Luftröhre (Hypoplasien!)
    6) sekundär vorgefallene Tonsillen, Schleimhautverdickung durch den permanenten Unterdruck bei der Atmung, die wiederum zur weiteren Verengung der Atemwege führt (Teufelskreis!), endgültiger Kollaps des Kehlkopfes
    7) Neigung zum Verschlucken und Verschleimem durch das "überschüssige" Gewebe, ständiger Husten/Würgereiz/Verschlucken, teilweise Erbrechen

    Kann man sich ja überlegen, was "freiatmend" da bedeuten soll.

    Ich habe den Eindruck, dass das Bewusstsein für Krankheiten auch erst in den letzten Jahren erwacht.
    Früher hieß es: Rasse XY wird halt nicht so alt wie Rasse Z. Thema durch, hat man trotzdem gekauft.
    Dass XY nicht so alt wird, weil da zB eine große Krebsproblematik vorliegt, das sieht man erst jetzt.

    Von daher würde ich gar nicht sagen, dass VDH Papiere nicht mehr so viel wert sind wie "früher". Man schaut sich Problematiken der Hunde nur genauer an und bekommt den Eindruck, heute seien die alle kaputtgezüchteter und kränker.


    Langfristig werden Hunde tatsächlich alle kränker - denn die genetische Varianz in einer geschlossenen Population wird eher abnehmen, als zunehmen. Ganz besonders, wenn man auf so oberflächliche Selektionsmerkmale wie "optischer Rassetyp" selektiert. Der Weg in die genetische Sackgasse.

    Aber ja, so lange die Angst vor Femdeinkreuzung dermaßen schlimm ist, dass man lieber mit der genetischen Monokultur weiterzüchtet, die nüchtern betrachtet eben keinen Ausweg bietet, so lange wird sich die Lage eher verschlimmern, als verbessern.

    Je mehr sich Defektgene in einer Population aufkonzentrieren umso schlechter wird die Fitness und um so eher treten erbliche Defekte auf. Das ist eine ganz simple Regel.

    Warum gibt es für Waschmaschinen einen Verbraucherschutz? Da wirbt auch kein Hersteller mit geplanter Obsoleszenz, aber man kann sich zumindest beschweren und schlecht bewerten auf den entsprechenden Portalen.
    Heimtierbesitzer mit "Montags-Tieren" haben hingegen keine Plattform.

    Und ich bleibe dabei: Der Fisch stinkt vom Kopfe her!
    Strengere Kontrollen der Züchter, Gesundheitsprüfungen der Vet-Ämter, Ausschalten der Lobby-Arbeit der Zuchtverbände, kontrolliertes(!) Haltungsverbot usw.

    Was man nicht kaufen kann, kann auch keine dummen Käufer finden.


    Strengere Kontrollen der Züchter?
    Wie sieht das aus? Wer kontrolliert das und vor allem was? Wer setzt da die Richtlinen für das was noch ok ist und was nicht? Wer erlaubt welche Verpaarung? Was für Gesundheitsprüfungen würdest du einführen? Wer darf zuchttauglich schreiben? Was für Sanktionen soll es geben, für Leute die sich nicht dran halten? Ausschalten der Lobbyarbeit, wie soll das aussehen? In jedem RZV nur noch Leute im Vorstand, die die Rasse gar nicht züchten?

    Sorry, ich meins nicht böse, aber DAS ist wirklich Utopie! Es sei denn vom Gesetz her würde es ein Zuchtverbot für bestimmte Rassen geben. Aber wenn die Leute es nicht mal schaffen ein vernünftiges Zuchtprogramm mit Fremdeinkreuzung zu planen, dann garantiert auch keine komplette Umstrukturierung der Verbände.

    Da setze ich lieber auf die Käufer und Aufklärung an der Basis. Hm.

    Würden die Züchter damit werben das sie kranke Tiere züchten würde ich dir recht geben.Allerdings gibt es auf deren Seiten positive Werbung und wenn ich als Interessent nun Anfrage wie gesund die Hunde sind und darf dann hören das alles fein ist. Was dann?


    Kopf einschalten? Was soll ich dazu sagen?
    Das ist doch genau das Thema! QUALZUCHT definiert sich nicht über gesunde Hunde!
    Keiner wirbt mit kranken Tieren. VDH nicht, Hobbyzüchter nicht und auch nicht die Welpenmafia.

    Und Züchter die Qualzuchtrassen züchten sind ja offensichtlich für die Probleme blind, sonst würden sie die nicht züchten. Genau aus dem Grund ist es wichtig, dass potentielle Käufer sich INFORMIEREN und ihr Hirn nicht an der Türschwelle zum Züchter im Auto vergessen.
    Dann muss man auch nicht "als Opfer" in so einer Berichterstattung auftreten.

    Alles auf den Käufer abwälzen finde ich unfair. Der Züchter ist doch hier Profi und müsste auch verpflichtet sein vernünftig aufzuklären.

    Züchter waren mal ehemalige Käufer, so schließt sich der Kreis wieder.

    Du kannst dir nicht einen "rassetypischen" Mops kaufen und dich dann beschweren, dass der krank ist. Klar hat der Züchter ein krankes Tier produziert, aber der Käufer hat es gekauft obwohl es genug Informationen über Qualzuchtproblematik gibt.

    Genauso wenn ich mir ein ungeimpftes Tier aus Polen kaufe. Da kann ich auch nicht erwarten, dass da alles "tutti" ist, nur weil das in der ebay Anzeige ja alles ganz anders stand.

    Hm. Also ich fand den Beitrag .... wenig hilfreich.

    Irgendwie wollte man rundum informieren und irgendwie ist das überhaupt nicht gelungen. Was mich am meisten an der Berichterstattung stört, ist dass die Halter immer "fein raus sind" - dabei müsste man in diesen Berichten nicht ständig nur auf den Züchtern rumhacken, sondern gerade bei den HALTERN und KÄUFERN ansetzen. Die haben es in deer Hand!
    Nicht die Züchter müssen "besser züchten" (jaja, das auch, schon klar) - aber in erster Linie muss der Käufer seinen Verstand einschalten!

    Dann wurden richtige Qualzuchtmerkmale und genetische Defekte in einen Topf geworfen. Auch das wird der Thematik nicht gerecht. DCM ist scheiße, aber kein Qualzuchtmerkmal im direkten Sinn. Und wer als Käufer unbedingt nen Mops will, der kann auch nicht erwarten ein gesundes Tier zu bekommen, weil sich das praktisch ausschließt.
    Besser wäre es also gewesen so im Groben etwas über Populationsgenetik zu erklären und vielleicht "gemäßigte Rassen" und "übertypisierte Rassen" im Vergleich zu zeigen, damit der unbedarfte Käufer vielleicht ein Gefühl für Übertypisierung und ihre Folgen entwickeln kann. Den Leistungstest für Möpse hätte man auch in fünf Minuten abhandeln können, aber gut.

    Alternativen für den Zuschauer gibt es keine und der Rütter hat schon echt ordentlich Stimmung gegen den VDH gemacht.

    Also im Endeffekt gibt es kein schlüssiges Fazit und auch keinen Vorschlag, wie man es besser anstellt.
    Irgendwie unbefriedigend.

    Die Bfs prüft die Bonität, Wenn die positiv ist, ist das Einkommen erstmal völlig egal.

    Kommt drauf an, wie man das definiert....
    Ein akuter Dünndarmverschluß beim Pferd braucht notfallmäßig ganz sicher eine OP.
    Wird aber von keiner Klinik mal eben so durchgeführt, oder?

    Dann wird, wenn OP zu teuer (und beim Pferd bei der Kolik-ÖP ist 8 - 10000 Euro real!) eben euthanasiert.


    Jo, klar, Hast du natürlich recht. Sie prüfen die Bonität. Aber die ist ja nicht so selten auch ans Einkommen gebunden, war vielleicht blöd formuliert.

    Zum zweiten - ich gehe da jetzt gerade mal von einer Kleintierklinik und von Hunden aus. Sind ja im Hundeforum ;-) Beim Pferd ist die Geschichte mit Sicherheit ne ganz andere Hausnummer!

    Notfallversorgung bedeutet bei uns genau das: Stabilisierung des Patienten. Frakturpatienten werden z.B. mit Schmerzmittel abgedeckt - OP erfolgt, wenn die Kosten geklärt sind.

    Schwierig wirds bei Geschichten wie Magendrehung, Bandscheiben, Kaiserschnitt, weil Zeit ein großer Faktor ist.