Definiert doch mal bitte gesundheitliche Folgen bei Untergewicht bei Hunden.
Insgesamt sollte man sich einen Hund immer im Gesamtbild anschauen. Dazu zählt körperliche und mentale Verfassung, Struktur, Fell, Leistungsfähigkeit, Kondition.
Ein FOTO sagt im Prinzip gar nichts. Ein dünner Hund kann a) wirklich zu dünn sein, weil er im Energiedefizit/Nährstoffdefizit lebt! oder aber b) genausogut ein stabiles Gewicht halten und mit Nährstoffbedarf und Energiebedarf in der Deckung sein.
DÜNN sein schadet keinem Hund. Knochen zu sehen bei einem jungen, leistungsstarken Hund ist NICHT gesundheitsschädlich. Insbesondere Hunde, die im Leistungsbereich laufen profitieren von einer trockenen Struktur. Ob ein Hund im Defizit lebt sehe ich an der Haut, dem Fell, der Leistungsfähigkeit, der Muskulatur und ob er Gewichtsverlust zeigt.
Es macht also keinen Sinn den Ernährungszustand (alleine) anhand eines Fotos zu beurteilen - man muss den Kontext betrachten. Sporthund/Zuchthund/Familienhund? Mentale und körperliche Belastung? Art des Futters und der Bewegung? Rasse und Anatomie?
Die allerallermeisten Hunde sind nüchtern betrachtet zu dick. Bei sehr vielen Hunden könnte wirklich gut was runter. Aber deswegen kann man die Kirche trotzdem im Dorf lassen. Normalgewicht umfasst eine gewisse Spanne. Ein mittelgroßer Familienhund darf sich in einem Normalbereich bewegen, bei dem man nicht jede Rippe sehen muss. Im Prinzip sollte man a) eine Taille von oben erkennen können, b) bei leichtem (leicht!!!!!) Druck mit der flachen Hand am Brustkorb die Rippen fühlen.
Ein Sporthund sollte so schlank wie möglich sein. Nur wenn die Konstitution passt, kann er entsprechend Leistung bringen UND gesundheitliche Folgeschäden so gering wie möglich halten. Man kann es Schlankheitswahn nennen, wenn man will - oder eben eine bewusste Einstellung zum Gewicht und der Verantwortung gegenüber unserer Hunde.
Der ein oder andere Familienhund, der einmal Tag 30 Minuten vor die Tür kommt und davon 25 Minuten der Ballschleuder mit 10kg Übergewicht hinterherfetzt, dem täte etwas mehr davon gut - denn der ist mit 6 kaputt auf den Knochen und lebt mit Dauermedikation! (und nein, ich meine keinen in diesem Thema!!!).
Und da es nicht nur schwarz und weiß gibt - ein Hund kann gesund und normalgewichtig sein ohne dass man zwangsläufig auf den Rippen Klavier spielen kann! Und das sollte man genauso akzeptieren und seine eigenen Maßstäbe nicht immer bei anderen ansetzen. Weil wie gesagt der "Nicht-Sporthund" einfach keiner so krassen Belastung ausgesetzt ist und deswegen mit einer kleinen Fettreserve keinen gesundheitlichen Nachteil hat (mit Fettreserve meine ich jetzt keine Fettpolster).
Fakt ist aber einfach - je mehr Gewicht ein Hund mit sich rumschleppt, umso höher ist sein Risiko für Gelenkserkrankungen, frühes Altern, Herzerkrankungen, Diabetes ...
Ein gutes Mittelmaß passt für den Durchschnittshund daher oft am Besten. Sporthunde/Gebrauchshunde/Jagdhunde/junge wachsende Hunde dürfen gern etwas knochiger sein.