Beiträge von Bonadea

    Ohne jetzt den genauen Verlauf, die gesamte Vorgeschichte und alle bisherigen Laborbefunde zu kennen, rate ich hier erstmal zu gar nichts :) Wenn du unsicher bist, ob sich deine Tierärztin gut im Bereich der Infektionskrankheiten auskennt, hole dir evtl. eine Zweitmeinung in einer Klinik bei einem Fachmann.

    Ernsthaft an Anaplasmose erkrankte Hunde zeigen aber in der Regel noch weitere Symptome, wie Fieber und deutliche Blutwertveränderungen (Anämien, Thrombozytopenien und ähnliches).

    Kann man sich auf die Wirkung einer Wurmkur denn wirklich verlassen, ganz von Resistenzen abgesehen?

    Sind die modernen Mittel so gut, dass sie auf alle Wurmarten wirken?

    Das war bei uns früher nähmlich das Argument für die Untersuchungen.

    Natürlich nicht.

    Die Resistenzen nehmen zu.

    Und nicht alle Würmer reagieren auf jedes Mittel.

    Korrekt wäre es, man würde jeden Parasit mit dem korrekten Mittel behandeln. Aus praktischen Gründen ist das aber recht mühselig in der Umsetzung und einige Anthelmintika decken zum Glück mehrere Parasiten gleichzeitig ab. Das nennt man dann "Breitbandanthelmintikum" - trotzdem kann hier auch mal ein Parasit "durchrutschen".

    c) an der Qualität des Untersuchers (-> schaut sich das nur ein Azubi im ersten Lehrjahr an, oder guckt da wirklich noch wer Fachkundiges mit drauf?)

    Danke für deinen Beitrag, fand ich sehr hilfreich.

    Aber, ... woher weiß ich als 0815-Hundebesitzer denn, ob da wirklich wer Fachkundiges draufgeschaut hat oder doch nur der Azubi oder der Hausmeister? Ist das eine reine Vertrauenssache? Wenn ich in der Praxis frage, wer es gemacht hat, kann ich dann davon ausgehen, dass mir die Wahrheit gesagt wird, wenn es der Azubi war? Oder muss man da heutzutage dabei sagen, dass man will, dass der Doc selbst draufschaut?

    Natürlich kannst du das nicht wirklich nachprüfen.

    Aber du kannst die Probe zu deinem Tierarzt des Vertrauens bringen. Wenn nach mehreren Kotproben in meheren Jahren immer nur "negativ" rauskommt, würde ich testweise mal die Praxis wechseln (nur für die Kotuntersuchung, - auf keinen Fall muss man jetzt wegen negativen Proben Tierarzthopping betreiben, mich da bitte nicht falsch verstehen!!!!) - mir ging es nur darum "Fehlerquellen" von Kotuntersuchungen aufzuzeigen!

    Und nicht falsch verstehen - es gibt einige ganz hervorragende TMFAs, denen würde ich meine Kotproben meiner Hunde zur Untersuchung mehr anvertrauen, als einem ungeübten Tierarzt ;-)


    Was ich aber eigentlich sagen wollte - ich würde keinen "Schnelltests" aus dem Internet vertrauen!

    Ich zitiere mich mal aus dem anderen Beitrag:

    Ich finde es witzig, dass der Artikel komplett konträr zu dem geht, was man in der Nutztierzucht macht. Da habe ich letztes Jahr in der Uni Gießen einen Tagesvortrag zu kleinen Wiederkäuern angehört. Da ist man komplett weg vom "prophylaktischen" bzw. nach Schema Entwurmen, weil die Nachteile die Tierhalter so langsam aber sicher überrollt haben. Das hat zum Teil dazu geführt, dass komplette Bestände getötet wurden und nach dem neuen System noch mal neu angefangen werden musste.

    Gibt es eigentlich irgendwo eine Studie zu Resistenzen bei Hund und Katze? Bei Nutztieren gibt es ja einiges ...


    Vorab - ich habe den Rückert-Artikel noch nicht gelesen, kann mir aber ungefähr vorstellen, was drin steht.

    Ich kann nur an jeden appellieren nicht in blinde Panik zu verfallen - sondern das ganze Thema mit etwas Abstand und anhand der Fakten zu beurteilen.

    Ich habe in Gießen studiert, und die Parasitologen dort sind ganz klar KEINE Verfechter der "alle 4 Wochen Tabletten einschmeißen Prophylaxe". Ich weiß natürlich nicht, ob sich dementsprechend irgendwas geändert hat, das Ganze ist jetzt schon über 6-7 Jahre her - aber der Ton dort war immer ganz klar: Wir bekommen in den kommenden Jahren vermutlich ein riesiges Problem mit Resistenzen, da sehr, sehr viele Mittel in ihrer Wirksamkeit nachlassen, da sich die Parasiten immer mehr "aufrüsten" gegen unsere Anthelmintika.


    In der Nutztierzucht und bei den Pferden versucht man daher über gezieltes Weidemanagement die Wurmbürde so klein wie möglich zu halten. Leider bin ich da nicht so im Thema und kann daher relativ wenig sagen, wie gut das klappt. Meine eigene Stute wird aber im Stall planmäßig entwurmt und die Wiesen täglich abgesammelt - da verlasse ich mich auf meine Pferdetierärztin.

    Zurück zu den Hunden. Ich hatte damals folgendes für die Entwurmung von Hunden "abgespeichert" und das ist auch das, was ich meinen Patientenbesitzern immer sage:

    1) Welpen haben noch kein ausgereiftes und sicheres Immunsystem, sie kommen mit Parasiten schlecht klar und können im schlimmsten Fall an einer Wurmbürde versterben (Darmverschlüsse, Invaginationen, Unterversorgung, irreversible Scädigungen von Organen, Embolien etc.) und sollten daher nach Schema entwurmt werden.

    2) Erwachsene, gesunde Hunde sind durchaus in der Lage mir einer gewissen "Wurmbürde" fertig zu werden. Ihr Immunsystem ist ausgereift. Hier macht es Sinn nach "Risiko" zu entwurmen. Sprich - Jäger, Hunde die viel Kleinwild oder Nager fressen, Kadaver aufspüren etc. sind "gefährdeter" als Hunde, die eher "sauber" unterwegs sind.

    3) Kotuntersuchungen sind ein hilfreiches Diagnostikum. Wie sicher die sind liegt aber vor allem

    a) an der Qualität der Probe (-> Sammelkotprobe über mehrere TAGE)

    b) an der Qualität des Untersuchungsverfahrens (->

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    )

    c) an der Qualität des Untersuchers (-> schaut sich das nur ein Azubi im ersten Lehrjahr an, oder guckt da wirklich noch wer Fachkundiges mit drauf?)


    und nicht zuletzt sagt eine negative Kotprobe nur eins aus: in DIESER Probe konnten keine Wurmeier oder andere Wurmstadien nachgewiesen werden, die mit diesem Untersuchungsverfahren theoretisch nachweisbar sind. Es sagt nichts darüber aus: ob sich der Hund bereits mit Würmern infiziert hat und diese noch in der Präpatenz stecken, oder ob man einfach Pech hatte und es wurden ausgerechnet bei dem getesteten Kotabsatz keine Wurmstadien ausgeschieden oder ob er wirklich "wurmfrei" ist.

    4) Im Bezug auf Zoonosen ist eine gewisse Hygiene von Vorteil. Und die Bewertung des Risikos. Also ob Schwangere, kleine Kinder, Immunsuppremierte oder Senioren im engen Kontakt zu den Vierbeinern leben. Hier muss man einfach genauer schauen wie man das Management anpassen kann bzgl. Routineuntersuchungen mittels Kot und entsprechender "chemischer Keule".

    5) Man kann nicht prophylaktisch entwurmen. Das geht einfach nicht. Die Wurmkur wirkt nur, wenn Würmer da sind. Punkt. Daher ist blindes "alle drei Monate entwurmen" wenn man einen gesunden, erwachsenen Hund hat und ohne einer der genannten Risikogruppe Menschen zusammenlebt meiner PERSÖNLICHEN Einschätzung nach wie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Einfach unnötig.

    6) Naturheilkundliche Entwurmungen sind Schwachsinn. Da kann man nur hoffen, dass sich die Würmer totlachen! Wenn entwurmt werden muss - dann bitte direkt richtig.


    Das Leben birgt IMMER Risiken! Und meistens liegt die Wahrheit immer irgendwo in der Mitte. Daher versuche ich bei meinen eigenen Hunden auch immer ein bisschen diese Mitte zu treffen. Für mich heißt das: alle meine Welpen und tragenden/säugenden Hündinnen werden konsequent entwurmt.

    Alle Hunde ab ca. 10-12 Monaten werden zwischendurch getestet mittels Kot ODER einfach nach Bedarf bzw. "blind entwurmt" (falls sie schlecht zunehmen, der Kot komisch wird oder sie eine Phase haben, in der sie wirklich sehr viel Mist fressen).

    Alle Hunde ab 2-3 Jahren, die fit, gesund und munter sind, werden nicht getestet und nicht entwurmt. Wobei ich schaue, dass ich 1-2mal im Jahr alle zusammen entwurme, quasi als "Rundumschlag" (egal welches Alter), weil ich mich damit tatsächlich etwas sicherer fühle und ich dann einfach besser schlafe.

    Einer der größten Trugschlüsse ist ja die Annahme, dass eine OP dauerhaft zu einer verbesserten Atmung führt. Dabei würde ich mal behaupten, dass Gaumensegelkürzung und Nasenerweiterungen im Großen und Ganzen SCHADENSbegrenzungen sind. Durch ein verkürztes Gaumensegel wird ein Bully nicht plötzlich super freiatmend.

    Viele glauben, sie "lassen halt operieren" und danach wäre der Hund "geheilt".

    RC sind echt Fluch und Segen!

    Ohne Steg, an den du mehrmals in der Woche zur freien Verfügung dran kannst, würde ICH persönlich von RC abraten. Es stimmt, dass man super viel Vorarbeit mit Target etc. erarbeiten kann, aber wenns dann später wirklich um die Umsetzung, Striding etc. geht, dann braucht man irgendwann einfach einen Steg.

    Bei uns hätte das mit "nur" Vereinstraining definitiv gar nicht geklappt. Wir haben leider auch keinen Platz im Garten für einen eigenen Steg und daher mussten und müssen wir noch immer für jedes fünf Minuten Stegtraining irgendwohin fahren. Man sollte wirklich nicht unterschätzen wie zeitintensiv das Training ist.

    ABER ... es ist soooo cool :)

    Wir sind Katarina Podlipniks Weg gefolgt und können es wirklich nur wärmstens empfehlen.