Hey - erstmal gut, dass du dir hier so viele Infos holst.
Generell finde ich, dass eure Umstände passend für einen Hund klingen. Baby und Welpe ist sicherlich eine Hausnummer, aber wieso nicht - kann sicher klappen.
Bzgl. BC solltest du wirklich in dich gehen ob das für dich passen könnte. Grad als "Anfänger" ist man geneigt auf "Rasseversprechungen" anzuspringen und negative Eigenschaften dafür auszublenden, oder nicht wahrzunehmen. Border Collies sind wunderbare Hunde, aber wirklich Spezialisten und in der Regel zwar "leicht trainierbar" - aber im Großen und Ganzen hochgradig gefährdet für Stereotypien und Ticks. Wenn man damit keine Erfahrungen hat, kann man die Ansätze davon missinterpretieren (im Bezug auf Bällchenspielen, Schwimmen, Rennen, Glotzen und Hüten etc. pp.) - BCs geraten schnell in Verhaltensspiralen und können sich durch dieses Verhalten selbst schädigen. Als BC-Halter kannst du zwar das ganze Repertoire für Sport, Spiel und Spaß nutzen - aber du MUSST es immer gut überlegt DOSIEREN. Diese Hunde haben keinen Mechanismus für Pause - so lange sie gefordert werden, so lange arbeiten sie. Das sind Junkies. Und das ist für den Hund nicht gesund. Es ist also 24/7 dein JOB dich darum zu kümmern, dass sich dein Hund in einem Rahmen bewegt, in dem es ihm körperlich und mental gut geht.
Das heißt nicht, dass man für diese Hunde ein Diplom braucht oder man als Ersthundehalter nur versagen kann - aber man muss sich darüber klar sein, was das Zusammenleben mit solchen reaktiven Hunden bedeuten kann. Natürlich gibt es auch unter den BCs entspanntere und reaktivere. Aber man muss sich eben auf alles einstellen. Gerade die Showlinien sind oft etwas "drüber" - sie sind zwar nicht mehr so "spezialisiert", aber dafür fällt ihnen Abschalten manchmal auch schwer.
Wenn man sich vollkommen bewusst ist, was man da für einen Hund hat, dann denke ich kann es auch durchaus klappen. Auch mit Familie. Du hast ja genug Zeit dich zu informieren. Ich würde dir empfehlen dich mit BC-Haltern zu treffen und sie auf Spaziergänge zu begleiten, damit du einen Eindruck bekommen kannst, wie das so aussehen kann.
Ich kenne eine Menge BCs aus meiner Agilitylaufbahn und ganz viele davon leben prima als Sport- und Familienhund. Das geht. Aber man braucht dafür etwas Struktur und muss sich von der romantischen Vorstellung lösen, dass diese Hunde dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen und sich ohne viel Aufwand perfekt integrieren ;-)
Falls du auch offen für andere Rassen bist, aber generell gerne Agility betreiben würdest und auch im Hütehundsektor bleiben möchtest), dann sieh dich doch auch mal bei den Collies (Langhaar und Kurzhaar) oder bei den Shelties um (die meisten sind tolle Agilityhunde und Familienhunde und deutlich weniger gefährdet für Verhalltenstörungen als BCs). Der Vorteil einer gemäßigteren Rasse ist - wenn ihr merken solltet, dass ihr euch das doch alles etwas "weniger anstrengend" vorgestellt habt, könnt ihr euch erstmal langsam rantasten, ohne gleich auf einem absoluten Pulverfass zu sitzen. Auch "normle Hunde" sind aktiv, machen Arbeit und wollen beschäftigt und erzogen werden ;-)
Häufig ist die Diskrepanz zwischen den ursprünglichen Vorstellungen an den eigenen Hund und der gelebten Realität dann riesig. Was auch normal ist, weil man noch so viele Bücher und Internetforen gelesen haben kann, aber man muss erstmal einen eigenen Hund haben und lernen, was das wirklich bedeutet. Die Verantwortung für so ein Geschöpf ist riesig - und die falsche Rassewahl kann einen im Alltag nachhaltig einschränken - und zwar über Jahre hinweg! Es sollte deshalb eine wohl überlegte Entschedung sein.
Alles Gute bei der Suche nach dem passenden Familienmitglied!