Aber wie schon weiter geschrieben, ist das eine sehr individuelle Einzelfallentscheidung und ich habe nicht geschrieben, dass ich das einfach unreflektiert anwenden würde. Aber ja, ausschließen würde ich es eben auch nicht.
warum ist es bei einem Angsthund ok, daß er sein Futter ausschließlich über Leistung bekommt, aber bei allen anderen nicht?
Der Lebenszustand, der am meisten Streß bedeutet - Angst - wird noch gesteigert? Ergibt für mich keinen Sinn sondern signalisiert für mich Hilflosigkeit von Seiten des Menschen
Deine Argumentation ergibt für mich ebenfalls keinen Sinn.
Wo hab ich was von Steigerung der Angst geschrieben? Wieso steigere ich die Angst, wenn ich dem Hund etwas "Gutes" gebe, wenn er sich mit seiner Angst auseinandersetzt? Ziel ist doch nicht, dass der Hund mehr Angst hat als vorher, das wäre doch ziemlich witzlos an der Geschichte und dann wäre die Zielsetzung total daneben oder die Umsetzung eben stümperhaft.
Ziel ist es, dass der Hund aus einer gewissen Abhängigkeit heraus nicht mehr blind ins Schneckenhaus rennt, sondern über Futter und über das Bedürfnis nach Fressen Lernerfahrungen macht, die ihm helfen, die Angst abzustellen. Im Gegensatz zu uns Menschen, wird der Hund keine hochkomplexen Schlüsse ziehen a la "der Mensch erpresst mich, ich kriege nur Futter wenn ich dieses oder jenes tue, ich mag ihn nicht" ... sondern eher "ah, so komme ich ans Ziel und ups, ist ja auch irgendwie gar nicht so schlimm".
Es versteht sich von selbst, dass wenn man über so ein System arbeitet, die "Aufgaben", die der Hund bewältigen muss, selbstverständlich so einfach sind, dass er sie auch bewältigen kann und man von da aus Schritt für Schritt weiter arbeitet.
Und wieso das "ok" ist und bei anderen nicht?!
Ich sagte doch bereits es wäre für mich persönlich eine Einzelfallentscheidung, die ich von einigen anderen Faktoren abhängig machen würde. Wenn es gute andere Wege gibt, würde ich die einschlagen. Wäre aber Futter ein Weg, über den man den man einen guten Zugang zum Hund bekommt, würde ich das wohl versuchen, anstatt Monate lang zu warten, bis sich der Hund auf wundersame Weise "selbst öffnet" und bis dahin weiter mit seiner Angst leben muss.
Wenn der Hund sich vor Angst bepisst und kein Futter annimmt, dann würde ich das selbstverständlich NICHT machen. Ich würde ihn also weder verhungern lassen, noch ihm auf tierschutzrelevante Weise das Futter verweigern. Das ergibt doch keinen Sinn.
Ziel ist ja nicht den Hund zu quälen oder Gott mit ihm zu spielen, sondern ihn zugänglich zu machen für gute Erfahrungen, die ihm helfen in seiner Umwelt besser klarzukommen. Und das ist auch der Grund, wieso ich keinen "Normalohund" so arbeiten würde, der eigentlich kein Problem hat, außer vielleicht gewisse Erziehungsprobleme, die sich mit "normalen" Training und Arbeit beheben lassen.
Moralisch gesehen kann man da jetzt alles Mögliche reininterpretieren, wenn man das möchte. Ich sehe das Ganze eben nicht so schwarz/weiß.