Das Problem ist auch ein bisschen - es gibt ja nicht nur schwarz und weiß! Es gibt auch Bullys und andere Kurznasen, die natürlich nicht SOFORT kollabieren bei etwas Hitze, oder die ÜBERHAUPT nicht laufen und toben können. Ja, da kann man natürlich schnell dem Irrtum aufsitzen, dass das "ja gar nicht soooo schlimm ist" - weil der Hund ja "offensichtlich" nicht leidet.
Und klar, er kennt es auch gar nicht anders (auch eine etwas perfide Argumentation in meinen Augen, ein bisschen so, als würde man sagen "naja ein Blinder kennt es ja gar nicht anders als keine Bilder zu sehen, also fehlt ihm auch nichts!").
Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass ganz rational gesehen alles ok ist. Nur weil einige Brachys damit anscheinend gut klar kommen, ist das noch lange keine Bestätigung für "gesunde Brachys".
Atemgeräusche (abgesehen von Hecheln) sind PATHOLOGISCH. Grunzen, Röcheln, Schnarchen, Pfeifen und Bauchatmung .... das ist nicht normal. Auch nicht, wenn der Hund dabei noch rosa ist und offensichtlich munter rumrennt. Das ist dann eher ein Zeichen dafür, dass er trotz patholgischer Veränderungen, seine Defizite NOCH kompensieren kann. Die Frage ist nur, zu welchem Preis?
Atemgeräusche sind ein Hinweis auf irgendeine Engstelle im Atmungtrakt und ein sicheres Indiz, dass der Luftstrom nicht ungehindert fließen kann. Und jede Blockade/Stenose, die das verhindert, muss vom Hund mit mehr Ansrengung beim Atmen kompensiert werden. Das geht in der Regel nur, wenn er dauerhaft mit mehr Unterdruck Luft in die Lunge zieht - also mit Muskelkraft/Bauchatmung.
Das ist anstrengend. Diese Hunde tun dies nicht "hin und wieder" - sondern "ihr ganzes Leben!" - BEI JEDEM ATEMZUG. Und das hat viele weitere Folgen wie Reflux in der Speiseröhre, Reizung der gesamten Schleimhäute, Kollaps des Kehlkopfes und der Bronchien usw.
Nun kann man nicht immer gleich vom Geräusch auf das Ausmaß des Funktionsverlustes und der Langzeitschäden schließen. Manche leben halt irgendwie damit und kompensieren ihre Defizite - werden sogar alt, andere leiden sprichwörtlich ihr ganzes Leben. Aber eins ist klar: es ist nicht normal. Es ist nicht gesund. Und auf keinen Fall sollte man einfach akzeptieren, dass Hunde mit solchen Pathologien wissentlich gezüchtet werden. Es ist weder ethisch noch aus tierschutzrelevanten Gründen in irgendeiner Form zu rechtfertigen.