Beiträge von Bonadea

    Zum Thema röntgen ... wir haben mal eine sehr junge Stute für sehr wenig Geld gekauft, weil sie in der AKU einen Hufrollenbefund hatte. Die sollte eigentlich ganz woanders hin, wurde aber wegen dem Befund dann doch nicht gekauft. Abstammung auch absolut solide und ein absolut tolles Pferd.

    Das Pferd wird jetzt 19 Jahre alt und war noch keinen einzigen Tag wegen der Hufrolle lahm. Sie wurde von klein auf bei uns huforthopädisch begleitet und als wir Jahre später mal wegen einer Kleinigkeit aus Interesse nochmal Röntgenbilder gemacht hatten, hatte sich ihr Hudrollen-Befund sogar röntgenlogisch verbessert. Meine Pferdetierärztin konnte das gar nicht glauben xD

    Die stand mal ein Jahr wegen Sehne, aber war ansonsten was die Beine angeht immer topfit und wird nach wie vor geritten.

    Ob wir das nochmal so machen würden? Keine Ahnung. Aber ein Befund muss auch nicht immer gleich ne riesige Katastrophe bedeuten.

    Ich finde es auch immer wieder so bezeichnend.

    Sagt man:

    "Ich hätte gerne Rasse xy, weil ich sie optisch ansprechend finde"

    dann regen sich die Leute auf, weil man eine Rasse nicht nach Optik, sondern nach Charakter und Eignung aussuchen soll.

    Sagt man:

    "Ich möchte gern Rasse xy, weil sie zu meinen Lebensumständen passt, aber ich hätte gerne einen Rassevertreter der optisch mehr in diese oder jene Richtung geht, weil mir das sonst nicht gefällt"

    dann heißt es "warum suchst du dir denn eine Rasse mit langem Fell aus, wenn du das nicht magst"

    So kann man es regelmäßig lesen xD

    Vielleicht setze ich mich in die Nesseln, aber ich habe im Agilitysport noch nicht einmal solche Szenen gesehen, wie hier in den Videos.

    Dort werden keine Hunde ins Gesicht geschlagen oder erhängt. Und ich war schon auf einigen Seminaren, Turnieren und in vielen Vereinen.

    Schwarze Schafe gibt es überall und auch im Agility gibt es sicherlich viel Unschönes zu sehen - aber eine derartig vorsätzliche Gewalt gegenüber den Hunden? Nein, tut mir leid.

    Da wird man ja schon als "Tierquäler" betitelt, wenn man einen Hund am Start die Wurfschelle vor die Füße schmeißt um einen Frühstart zu korrigieren ...

    Ich glaube schon, dass der Schutzhundesport mit einer gewissen "Historie" zu kämpfen hat.

    Das wird natürlich all den vernünftigen Sportlern nicht gerecht und ist auch reichlich unfair, da diese am Meisten unter den Idioten leiden müssen.

    Meine Welpenanfragen sind zu 90 Prozent so: "Ich hätte gerne einen Sheltie mit weniger Fell, wo finde ich den? Mir gefallen die Plüschbomben nicht"

    Du kriegst aber auch die Anfragen, eben weil du diese Hunde besitzt.

    Bei mir rufen die Leute an und sagen "ich will einen bunten Pudel! Die sind so selten und besonders!" und ich muss denen auch verklickern, dass wir Farbmischzucht machen und im Zweifel alle einfarbig (und schnöde Schwarz) werden und wir nicht nach Farbe vergeben.

    Ja klar, das ist schon auch so.

    Aber diese Anfragen kommen ja auch völlig unabhängig von meiner Zucht in diversen FB-Sheltiegruppen von Neulingen.

    "Wir suchen einen Sheltie mit weniger Fell"

    "Welche Linie ist nicht so plüschig"

    Die meisten "Neuhundehalter" wollen - egal ob Sportler oder nicht - eigentlich eher einen moderaten Hund, keine Fellbombe.

    Bei mir war das damals genauso. Ich fand alles am Sheltie toll. Nur das Fell nicht. Ich fand das auf Fotos sowas von schlimm. Aber ich hab die Rasse dann trotzdem gewählt, weil es eben einfach sonst passte. Mittlerweile ist man in der "Sheltiebubble" und man guckt sich die Hunde dann einfach schön, das ist so! Auch wenn ich immer noch wenig Fell bevorzuge, finde ich jetzt trotzdem ganz andere Hunde schön als damals und auch die, die ich damals schon unnatürlich plüschig fand, finde ich jetzt ok.

    Und das liegt natürlich auch daran, dass man irgendwie ein bisschen mehr drin ist in der Szene und einfach so viel damit konfrontiert ist, dass man seinen Blick darauf verändert.

    Eins muss man dem Bernd ja lassen ... im Sattel macht er eine gute Figur.

    Schade, dass er den Helm nicht öfter trägt - dann hätte er echte Vorbildfunktion.

    Generell echt klare Worte auch zum Fall. "Kaputt machen kannst du eh nix mehr, im Arsch ist sie schon" ... holla. Respekt.

    Auch wenn die alleine im Zwinger ist (anders geht es ja vermutlich auch gar nicht) hört und sieht sie ihre "Endgegner" doch 24/7.

    Und der Hund ist doch eh schon total gestresst und reaktiv. Was soll die freie Bewegung im Zwinger da noch retten? Und wie soll man den Hund da emotional und hormonoll in ein möglichst stressfreies Gleichgewicht für effektives Training bekommen? Klingt eher nach Endstation.


    Wenn man diesem Hund helfen will, dann doch nicht in dem man ihn jetzt ins TH abschiebt ... aber das ist nur meine Meinung.