Als ich "damals" noch Reitstunden in Schulbtrieben genommen habe, haben meine Freundin und ich uns das hart erkämpft. Da gab keine Kutschierei von den Eltern zum Reitstall. Wenn wir reiten wollten, sollten wir uns darum selber kümmern. Wir sind also jahrelang bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad Kilometer gefahren. Haben dann die Pferde selber fertig gemacht und uns in staubigen Reithallen vom Reitlehrer zur Schnecke machen lassen und von genervten Ponies abbuckeln lassen. Und wenn uns irgendwas gar nicht mehr gepasst hat, sind wir losgezogen und haben die Ställe nach Alternativen abgeklappert. Ganz ohne Eltern!!! Da waren vielleicht ... hmmm ... 14?
Da standen nie hysterische Eltern an der Bande.
Irgendwann haben wir dann zusammen ein Pony "gemietet". Da sind wir in der Mittelstufe JEDEN Tag nach der Schule noch 1 Stunde mit dem Bus gefahren und dann nochmal 15 Minuten zu Fuß zum Stall gelaufen, dann geritten und wieder zurück nach Hause. Spätabends dann irgendwann noch Hausaufgaben gemacht. Das haben wir so ein Jahr durchgehalten und dann entschieden, dass jetzt Zeit für ein eigenes Pferd ist.
Rückblickend bin ich manchmal selbst erstaunt wie ernst und hartnäckig wir uns das Hobby damals ermöglicht haben. Ich finde aber, dass das heutzutage doch oft irgendwie alles durch die Eltern gelenkt wird und viele Kiddies von einem "Hobby" zum Nächsten geschleift werden. Montags ist Reiten, am Dienstag Klavier, Mittwoch Ballett, Donnerstag Karate .... usw.
Gut, jetzt zu Corona natürlich nicht, aber ich denke, ihr wisst was ich meine.