Aber extremere Chows und Shar Peis sind ja auch brachycephal und sie werden eben auch mit dieser ganz massiven losen Haut und diesem Muzindefekt gezüchtet.
Beiträge von Bonadea
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Einige Hunde mit sehr losem Bindegewebe, zB. einige größere Molosser, können auch schon mal Probleme mit einem zu fleischigen und zu labberigen, langen Gaumensegeln haben.
Aber im Prinzip betrifft das Problem der Atmung insbesondere brachycephale Hunde.
Ich kenne keine mesocephale oder doliocephale Rasse mit verengten Nasenlöchern, nein.
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Eine OP ist reine Schadensbegrenzung, aber keine "Heilung".
Viele Hunde bekommen trotz einer gut durchgeführten OP auf kurze oder lange Sicht wieder Probleme. Und einige Hunde profitieren von einer OP auch nur sehr gering, da sie evtl. schon einen Kehlkopfkollaps haben oder andere strukturelle Probleme im Nasenrachenraum, die sich operativ nicht beeinflussen lassen.
Davon mal abgesehen, dass jede Narkose bzw. die Aufwachphase bei diesen Hunden für sich ja schon ein Risiko darstellt.
Aber meine Kollegin erzählte kürzlich von einer Kundin, die felsenfest behauptete, ihr Hund sei freiatmend und hätte keine Probleme mit Narkose, weil er ja bereits am Gaumensegel operiert wurde. Schön wäre es ja. Leider lügen sich da viele in die Tasche oder sind dann enttäuscht, wenn der Hund nach seiner OP immer noch geräuschvoll atmet und denken, die OP wäre irgendwie nicht "richtig gemacht worden".
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Ja, das ist ja auch ganz toll, wenn ihr da alle so gute Erfahrungen gemacht habt und die perfekte Orga habt.
Ich weiß ja was ich jeden Tag live und in Farbe auf dem Tisch habe. Ich saug mir das ja nicht aus den Fingern. Das sind eben meine Erfahrungen zu dem Thema Corona und Hundeschwemme. Die müssen sich nicht mit euren decken und können ja auch regional unterschiedlich sein. Alles gut.
Ich bin dann auch mal wieder weg.
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Bonadea Wie gesagt, da widerspreche ich Dir nicht. Den Zusammenhang mit Corona sehe ich hier tatsächlich eher nicht, diese Kritikpunkte treffen den Auslandstierschutz schon seit Jahren.
Ich habe noch nicht so viele Zahlen zu der Entwicklung der Haustierhaltung in 2020 gesehen. Aber - ohne Gewähr, wie gesagt, wirklich Stichhaltiges habe ich noch nicht. Die, die ich gesehen habe, deuten eher darauf hin, dass man eher von einer kleinen „(Papier-)Welle“ als von einer richtigen „Schwemme“ sprechen kann. Es gibt eine erhöhte Nachfrage. Die kurbelt aber vor allem die Preise an, soweit ich das bisher verfolgen konnte.
Hier mal ein Beispiel für frei Verfügbares (aber noch nicht wirklich Aussagekräftiges):
Ich habe keine stichhaltigen Zahlen, weil ich natürlich keine Studie darüber führe.
Aber die Schwemme an Neuanschaffungen egal ob aus dem Ausland oder vom Vermehrer, die uns und viele andere Tierärzte aktuell überrollt kann kein rein subjektiver Zufall sein.
Mittlerweile sind es ja nicht nur Hunde. Ich bekomme aktuell sogar regelmäßig Katzen aus dem Ausland präsentiert - "Tierschutz". Das war vor Corona defintiv eine ganz ganz seltene Ausnahme. Mittlerweile scheint das aber gängig zu sein, Katzen aus Spanien, Ägypten und auch aus Rumänien etc. zu importieren.
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Und das ist alles völlig richtig, da widerspreche ich Dir gar nicht. Es gibt Vereine, die echt miese Arbeit auf dem Gebiet leisten. Und es gibt auch als Tierschutz verbrämten Hundehandel. Ganz unabhängig von Corona. Und über übertragbare Krankheiten, die hier nicht verbreitet sind, aber eingeschleppt werden, muss man ganz klar reden. Die Vereine, die ich kenne, klären darüber aber durchaus sehr sorgfältig auf. Und testen selbst, so wie es machbar ist und weisen die Besitzer auf fällige Nachtests hin. Bei meiner Hündin waren die Wurmkuren sogar im Impfpass mit eingetragen, da hab ich noch bei der Nachkontrolle einen milden Rüffel bekommen, weil ich das nicht gemacht habe

Was die Zahl der „Problemfälle“ angeht: Da würde ich schon differenzieren zwischen „Familie ist (erstmal) überfordert“ und „Hund ist tot oder im Shelter besser dran als hier“. Aber ja: Ein guter Tierschützer ist gefordert zu gucken. Und ein guter Interessent ist gefordert, sich Gedanken zu machen und vielleicht auch mal von seinen optischen Ansprüchen wegzugehen. Wenns an Beidem hapert, dann ist das unglücklich.
Nur die Alternative - die sehe ich gerade nicht wirklich. Die Nachfrage ist da. Verweigern kann man es Keinem. Den Tierschutz „einzudämmen“ hieße vermutlich, dem Massenhundehandel die Türen weiter zu öffnen.
Ansetzen müsste man bei der Vernunft des Einzelnen. Wie gesagt, die Vereine, die ich kenne, leisten da viel. Was übrigens auch regelmäßig zu empörten Aufschreien führt, Stichwort unverschämte übergriffige Tierschützer

Das Thema ist doch auch gar nicht pro oder contra Tierschutz. Sondern ganz klar Hundeschwemme zu Coronazeiten - zumindest dachte ich das. Mir geht es hier um keine Grundsatzdiskussion, sondern um die Blüten der aktuellen Hundeschwemme.
Und der Bedarf an Hunden wird einfach aktuell auch zu einem großen Teil aus dem Ausland bedient, und das leider nicht besonders seriös. Und mit Problemfällen meine ich NICHT die Hunde, die "etwas überfordert sind", sondern die, die in blinder Panik um sich beißen, tagelang nicht fressen, die sich nicht anfassen lassen, die vor Angst unter sich machen und Menschen stellen. Das ist für mich ein bisschen mehr, als nur "überfordert".
Aber jeder sieht das eben aus einem anderen Blickwinkel und wie gesagt, mir geht es gar nicht um pro oder contra Tierschutz.
Meine Familie hat erst vor zwei Wochen einen rumänischen Auslandshund aufgenommen. Aber mit vernünftiger Orga dahinter! Mit Kennenlernen vor Ort, mit gesundheitlichem Check-Up und so weiter. So, dass man einschätzen kann, was man da aufnimmt und ob es eine realistische Chance gibt, dass da alle Parteien glücklich werden.
Was jedoch aktuell alles ohne Verstand nach Deutschland gekarrt wird, sorry ... da muss ich mich schon echt auf die Finger setzen. Das ist für mich die gleiche Stufe wie Welpenmafia.
EDIT: Ich sag mal so, von den letzten 20 osteuropäischen Auslandshunden, die mir zum "Check-up" nach "Adoption" vorgestellt wurden, war genau einer dabei, wo die Papiere alle stimmten bzw. vollständig waren was Impfung und Wurmkur angeht und wo sogar von der Orga im Vorfeld ein komplettes Reiseprofil gemacht wurde mit dem Hinweis, wann nachgetestet werden soll. Einer von 20 !!! Finde ich jetzt schon irgendwie mickrig.
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Naja ... ich sehe das halt ein bisschen anders. Ich hab zum Teil echt verzweifelte "Neubesitzer" ihres angeblichen "Labbimischlings", der sich optisch dann als HSH heraustellt und der sich weder anfassen lässt, noch behandeln lässt und wild um sich keifend den Besitzer angeht. Da hilft keine Liebe und gutes Zureden. Die haben einen handfesten "Problemhund" an der Leine und wissen teils gar nicht, wie sie das handeln sollen.
Natürlich gibt es auch viele mit recht unproblematischen Auslandshunden, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass die Problemfälle ganz vereinzelte Ausnahmen sind. Grad was aktuell alles aus Osteuropa zu uns rüberkommt, empfinde ich als wirklich problematisch. Die Leute glauben, sie bekommen nen "fertigen Familienhund" und sind mit dem Paket, was sie dann an der Leine haben oft überfordert. Und teilweise sind das nicht nur Hunde mit kleinen Defiziten, sondern wirklich Hunde, die meiner Meinung nach überhaupt nicht in eine Wohnung gehören!
Auch bzgl. der Auslandskrankheiten wird seitens der Vermittler scheinbar kaum aufgeklärt. So viele Herzwurmfälle, Leishmaniose und Babesioe/Ehrlichiose, die wir in den letzten Wochen hatten, hatten wir die letzten Jahre definitiv nicht. Das dürfte wohl kein Zufall sein. Und wenn man dann fragt, ob das nicht vorher mal getestet wurde, dann heißt es immer: "Noch nie gehört" oder im besten Fall "Ja, das haben die gesagt, sollen wir dann mal irgendwann bei Ihnen machen".
Ich bin kein genereller Gegner von vernünftigen Auslandstierschutz. Aber das, was da aktuell stattfindet, hat in meinen Augen nichts mit Tierschutz zutun.
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Soll das so aussehen?!


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Naja, es ging doch im Kontext um den Import von völlig ungeeigneten Auslandshunden, die dank Corona-Welle mit völlig falschen Vorstellungen in irgendwelche Familien vermittelt werden. Ich denke das darf man schon mal kritisch hinterfragen und auch kritisieren. Nein - für diese Hunde ist der stressige Import und "Eingliederung" in ein Vorstadthäuschen eben nicht die Lösung und auch nicht mit ein "bisschen Liebe" zu bewältigen.
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Ich denke nicht, dass man allen Hunden einen Gefallen tut, sie bei uns "einzugliedern".
Und Liebe alleine reicht definitiv nicht.