Beiträge von Bonadea

    Ich habe auch keine Lösung für das Problem und habe z.B. ja auch Freunde, die z.B. super gerne und viel ausstellen und natürlich kann ich auch verstehen, dass das Spaß macht, wenn man eben das entsprechende "Material" hat. Wettbewerb macht halt Spaß!

    Und wenn das in einem gewissen Rahmen abläuft (also keine Qualzucht) ist ja im Prinzip nichts dagegen einzuwenden.

    Aber das System krankt eben schon und der Wettbewerb und der menschliche Ehrgeiz treibt eben auch seltsame Blüten und ich bleibe da einfach bei meiner Meinung, dass solche Shows gewisse Trends fördern.

    Schwierig wird es dann schon bei Rassen, wo das "Idealbild" so verzehrt wird, das moderate - eigentlich im Rassenstandard korrekte Hunde - nur noch schwer eine Zuchtzulassung bekommen, oder wo Ausstellungsergebnisse halt wirklich zwingend sind für eine ZZL.

    Wenn man sich die Historie der meisten Rassen anguckt, dann sieht man, dass die optische Einheitsmatsche und die exzessive Übertypisierung eigentlich erst mit dem Ausstellen begonnen hat.

    Was wäre denn die Alternative zu Ausstellungen?

    Man braucht doch eine Begutachtung des Körperbaus und Fells durch einen neutralen Dritten.

    Zum Beispiel eine Phänotypbeurteilung bei der Zuchtzulassung und KEINE wettbewerbsorientierten Veranstaltungen mit Titeln.

    Also meine Shelties sind nach unseren Feldrunden ziemlich staubig und das kriegt man auch mit normalen Wasser nicht wirklich raus. Wenn ich die mit Shampoo bade kommt da regelmäßig eine richtig braune Suppe raus.

    Ich schätze ich bade die mit Shampoo so alle 3-4 Monate. Auch gerne im Fellwechsel oder kurz nach den Läufigkeiten.

    Also ich stehe ja oft am Britenring - und alleine was da für ein Affentanz bei den Langhaarassen veranstaltet wird und mit welcher verbissener Ernsthaftigkeit die Leute dort teilweise im Ring stehen ... die Bobtails liegen da teilweise 3 Stunden auf irgendwelchen Tischen rum und werden aufgeföhnt.

    Und wenn man dann mal in andere Hallen läuft wo insbesondere Molosser und stark "gestylte" Rassen rumrennen (insbesondere Terrier und kleine Begleithunderassen), teilweise mit Profihandler - natürlich ist das purer Wettkampf. Da geht es schon lang nicht mehr um Funktionalität, sondern um wer hat den "typvollsten" Hund.

    Selbstverständlich gibt es etliche Aussteller, die sich dort nur ihre Bewertung abholen.

    Aber der Trend wird durch die Vielaussteller gelegt und dieser erschwert es eben auch "normaleren Hundetypen" noch gute Bewertungen zu bekommen, weil sich das Bild eben verschiebt und Menschen dazu neigen immer noch das "Besondere" zu sehen. Und das ist irgendwann nicht mehr das "Korrekte", sondern das "Herausstechende".

    Und ich sage nicht, dass Ausstellung/Phänotypbeurteilung generell sinnfrei ist. Aber sie fördert das System der Übertypisierung - zumindest in der Form, wie es aktuell strukturiert ist.

    Ob sich ein Hund auf der Ausstellung entspannt zeigt, ist aber auch Trainingssache und nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal für gutes Wesen.

    Ich - persönlich - denke auch, dass das Ausstellungssystem eine sehr große Mitschuld an Übertypisierung mitträgt. Denn nirgendwo anders wird Übertypisierung so salonfähig gemacht und sogar mit Preisen belohnt. Die Wahrnehmung verschiebt sich, die Zuchtziele verschieben sich und werden auch noch mit Schleifen und Titeln bedacht - das spornt andere Züchter wiederum an, diesem "Trend und Ideal" zu folgen.

    Der Wettkampf dreht sich hier rein um das Äußerliche. Es ist und bleibt "competition" - aber eben auf das Optische reduziert. Kann man drehen und wenden wie man will.

    Damit will ich nicht sagen, dass Ausstellungen komplett sinnfrei sind oder alle Rassen in den Sumpf der Übertypisierung rutschen. Aber man muss doch nur mal über ne CACIB laufen und wer danach noch ernsthaft sagt, dass das, was man da sieht, keine Freakshow ist, der muss schon tief drin stecken ;-)

    Wie gesagt, nur meine persönliche Meinung.