Beiträge von Bonadea

    Das klingt ziemlich verfahren.

    Was ICH machen würde:

    1) Fester Ruheplatz im Haus (Box, Kennel, oder ein Körbchen - aber auf jeden Fall räumlich begrenzen). Ihm die Kontrolle zu Hause abnehmen, dass er überall "mit muss". Das machen Shelties gerne, aber in eurem Fall nimmt es auf lange Sicht vermutlich Stress raus, wenn er das nicht mehr kann.

    2) Hundebegegnungen. Ist schwer aus der Ferne. Da braucht ihr echt einen Trainer. Aber ihr braucht nochmal eine komplett neue, hochwertige Belohnung und genug Distanz zum "Feind" und dann würde ich stumpf mit Click für Blick arbeiten.

    Sprühhalsband etc. - damit deckelst du ja im Prinzip zusätzlich und baust noch mehr Stress auf eine eh schon total stressige Situation drauf. Das würde ich vermeiden. Er ist ja gar nicht in einem lernfähigen Modus, wenn er so in Rage ist und da auch schon kein Futter ist. Für mich klingt das aber auch so, als würdest du in diesen Situationen zu spät reagieren.

    3) an der Leinenführigkeit würde ich aktuell erstmal gar nicht groß arbeiten. Die Baustelle würde ich auf später verschieben.


    Shelties bellen gern und viel. Stress und Erregung kompensieren sie gern über die Stimme. Aber sie können auch einfach mal dumm bellen - wofür man sie auch mal abbrechen kann und darf (!), aber es ist schwierig die Situation alleine über das Forum zu beurteilen.

    Wo wohnt ihr?

    Echt dumm gelaufen.

    Wer da jetzt Schuld hat, schwer zu sagen, wenn man nicht dabei war. Aber ja, der Tierarzt hätte die Situation schon so einschätzen müssen, dass er rechtzeitig die Behandlung abbricht, falls die EB wegen Atemnot gestorben sein sollte.

    Ich hab in meiner Laufbahn aber auch mal einen herzkranken Dackel erlebt, der tatsächlich beim Krallenschneiden alleine durch die Aufregung gestorben ist, und der wurde jetzt nicht mit Maulschlinge geknebelt.

    Wer weiß, wie viele Baustellen diese EB noch so hatte.

    Ich wäre jedenfalls vorsichtig mit Vorwürfen.

    Ich finde man sieht bei den Welpen schon einen karpfenartigen Rücken und eben sehr lockere/lange Hinterläufe (erkennt man daran, wie stark der Mittelfuß beim Traben am Boden liegt).

    Auf jeden Fall spielt die Anatomie da eine Rolle.


    Und ja, klar kann man "jeden" Hund natürlich so stellen, dass die Rückenlinie abfällt. Aber das ist dann künstlich konstruiert.

    Vor einigen Jahren ... also das ist schon echt lange (!) her .... habe ich mal in einem Forum gefragt ob sich der RR für "Anfänger" eignet und ob man mit dem Agility machen kann. Mir gefiel die Optik.

    Ich lache heute noch, wenn ich daran denke.

    By the way wurde mir damals auch sehr eindringlich abgeraten xD

    Jeder fängt halt mal an.

    Spoiler anzeigen

    Einige Jahre später zog dann nach vielen Überlegungen bzgl. Border Collie oder Mini Aussie der erste Sheltie ein. Er war das Ergebnis einer ziemlich langen Recherche und auch der ehrlichen Selbsteinschätzung bzgl. Erfahrung, Lebensumstände und Wünsche an einen passenden Begleiter. Ich bin super happy mit der Wahl und muss dazu sagen, dass mir die Optik des Shelties sehr lange gar nicht gefallen hat. Zu klein. Zu viel Fell. Irgendwie ein "Omahund".

    Und mittlerweile züchte ich diese Rasse und genieße es einfach so sehr, wie unkompliziert und perfekt sie in mein Leben und zu meinen Ansprüchen passen.


    Eins der größten Probleme in den Rassethreads sehe ich darin, dass viele Neuuser eine sehr romantisierte und geschönte Vorstellung der Hundehaltung haben und viele eben glauben (und das hab ich ganz, ganz früher auch mal geglaubt!) mit ein bisschen Training, Hundeschule und Erziehung kann man sich jeden Hund zum perfekten Begleiter formen.

    Viele kaufen einfach immer noch nach Optik. Sei es nun eine trendige Qualzuchtrasse, den schicken Jagdhund passend zum Vorstadt-SUV oder "den voll krassen Mali", weil man gerne Joggen geht und ein paar coole Youtube-Videos geguckt hat.

    Ich kann nachvollziehen, dass viele erfahrene User im Forum da innerlich direkt nen Schalter umlegen und die meisten sind wahrscheinlich einfach auf dem "Schaden begrenzen!!!!" Trip, wenn sie direkt mal FCI Gruppe 9 raushauen.

    Grade Leute, die einfach noch recht wenig richtigen Hundekontakt gehabt haben, haben einfach keine Vorstellung wie krass Genetik und Wesen sich eben im Alltag niederschlagen können.
    Allerdings denke ich auch nicht, dass jeder Neuhundehalter deswegen gleich eins auf die Mütze kriegen sollte. Man kann seine Beiträge ja auch neutral und sachlich verfassen, mit guten Argumenten, anstatt gleich zum Stofftier zu raten, nur weil der Ersteller einfach noch ein blutiger Anfänger ist, der evtl. in der zweiten Zeile seines ersten Beitrages gleich ins riesige Fettnäpfchen getreten ist, weil er das Wort "Dominanz" oder "kinderlieb" verwendet hat.

    Ich finde es gibt auch außerhalb der FCI Gruppe 9 einige Rassen, die man auch "Normalos" empfehlen kann. Cocker Spaniel, Dalmatiner, Collies, Schapendoes, Tibet Terrier, generell viele mittelgroße und kleine Terrierrassen wie Cairn, Border, Westie, Welsh, Airedale, Irish, Yorkshire, Manchester, Jack Russell Terrier ... und natürlich auch Pudel, Spitze, Wasserhunde, Islandhunde, Powder Puffs, Papillons. Und bei den Hüties auch nach wie vor mal an Shelties, Bearded Collies oder Bobtails denken. Oder eben mal gucken bei Labbis und Goldies aus gemäßigten Showzuchten, oder meinetwegen auch Toller und Flats (zumindest die, die ich kenne - insbesondere Toller - sind nun bei weitem nicht so arbeitsgeil, wie sie immer angepriesen werden). Und wer mit Jagdtrieb klarkommt, der findet evtl Gefallen an einem Silken Windsprite.

    Ja, das sind alles Hunde. Ja, die haben zum Teil spezielle oder auch unterschiedliche Bedürfnisse - sind aber im Großen und Ganzen keine "super krassen Spezialisten", die mit entsprechender Beschäftigung (so wie es jedem Hund zusteht, selbst einem aus der Gruppe 9) sicherlich ganz toll in einer Familie mitlaufen können. Aber wer sich einen Hund anschafft, der schafft sich ja auch ein lebendiges, echtes Tier an und eben keine Zimmerpflanze - dass man da auch Arbeit investieren muss und dass es keine eierlegende Wollmilchsau gibt, sollte doch am Ende auch dem letzten Idioten klar werden.

    Aber ich finde, es gibt schon einige Rassen, die jetzt nicht so mega "krass" sind und wo für unterschiedliche Menschen auch was Passendes dabei sein kann (z.B. ob lieber eine sensiblere Rasse oder eine robustere Rasse gewünscht ist, ob der Hund freilaufen können muss, oder Leine auch ok ist, ob man joggen oder wandern gehen will, ob es eher was Kleines oder was Großes sein soll, ob Kurzhaar, Langhaar, Trimmfell .... etc. pp.)

    Die Entscheidung trifft am Ende sowieso keiner von uns, sondern der Fragesteller. Und ich denke je sachlicher und freundlicher man antwortet, umso eher findet man Gehör.

    Dass man bei bestimmten Gebrauchshunderassen und krassen Spezialisten klar abrät, wenn aus dem Eingangspost einfach schon ersichtlich ist, dass die Bedingungen hierfür einfach alles andere als gut sind, dann finde ich das auch absolut legitim.

    Aber ich denke auch, dass man trotzdem nicht JEDE Rasse gleich zum krassen Spezialisten konstruieren muss, nur weil die sich nicht mit Knopfdruck von alleine erziehen.

    Oh man ... so viel Text. Eigentlich wollte ich hier gar nix schreiben. Ups.

    Aber genauso kann man jetzt argumentieren, dass im Tierschutz auch Hundeleid künstlich kreiert wird und dahinter teilweise "ein Markt" steht

    Hmm... Ich zahle für Frodo hier TS Preise, Kastration, Kiefer OP und Leishmaniose Test wurde von den Tierschützern hier vor Ort bezahlt.

    Bisher hat der Hund mich rund 400€ gekostet und da kommt noch was. Zuzüglich der Erstversorgung und Transportkosten nach Deutschland und evtl Instandhaltungskosten für ein Tierheim plus Gehalt für angestellte Tierpfleger wäre die übliche Schutzgebühr weit weg von kostendeckend.

    Klar, als TS deklarierte Kofferraumwelpen sind ein Geschaftsmodell, aber ansonsten...

    Ähm. Du hast nicht verstanden was ich meinte.

    Weiß aber nicht, ob das die Sache nicht noch weiter ins OT führen würde, wenn ich mich jetzt hier mal ausführlich über ein paar meiner beruflichen Erfahrungen aus den letzten Jahren auslassen würde, die mit Tierschutz und Auslandshunden zutun haben.