Beiträge von Biomais

    Zitat

    Ich verstehe nicht wie man in Erwägung ziehen kann einen Hund abzugeben weil er nicht ohne Leine laufen kann.
    Ich habe mich für einen Hund entschieden und dazu stehe ich ohne wenn und aber.


    Hast du nicht kürzlich einen Hund abgegeben? :roll:

    Ich habe Pluto nicht abgegeben wie man sieht. Ich hab ihn erzogen. Mit teils fiesen Methoden. Jetzt kann ich mit ihm leben. Aber es gab Phasen während seines Heranwachsens, in denen er mir keine Freude mehr bereitet hat. Und wenn dieser Zustand angehalten hätte hätte ich ihn abgegeben, weil es weder ihm noch mir geholfen hätte eine frustrierende Beziehung aufrecht zu erhalten.
    Und wenn er inkontinent wird lass ich ihn sogar einschläfern *dieDogforumsuperhundemuttisstichel*.

    Zitat

    Endlich jemand, der mich versteht! SO ist meine Hündin.


    Das Durchstarten ohne überhaupt zu verharren kann man ganz gut verhindern wenn der Hund lernt dass ihm was um die Ohren fliegt beim Durchstarten. Das lässt dann doch zögern. Und dann hat man ein paar Sekunden (je nach Trainingsstand eine Nanosekunde bis fünf Sekunden) Zeit den Hund anzuleinen. Reicht doch :D

    Ich bin manchmal selbst überrascht wie gut ich mittlerweile zielen kann :D

    Zitat

    Biomais:
    Ich habe sehr wohl schon viel von dir gelesen, da ich hier seit ich angemeldet bin alles "aufsauge", was irgendwie mit jagendem Hund zu tun hat!
    Auch hab´ich Pluto nicht als "triebschwachen Sofabeagle" beschrieben. Wenn er wirklich so ein Kaliber ist wie meine Jagdsau, dann: RESPEKT. Das ist jetzt wirklich ehrlich gemeint. ;)

    Es gibt aber nun mal Unterschiede und ich hab´ halt auch schon so meine Erfahrungen mit neunmalklugen HH, deren Erziehungsmethoden immer sooooo toll geklappt haben und die sich nicht ansatzweise vorstellen können, wie ein echter Jäger tickt.


    Pluto ist nicht mein erster Hund. Nebenbei bin ich auch noch Hundesitter und hatte schon die unterschiedlichsten Hunde hier. Trotzdem ist Pluto bisher die Herausforderung meines Lebens was den Freilauf angeht (wobei ich wahrscheinlich hohe Ansprüche an den Freilauf stelle). Das heißt nicht dass er superoberkrass ist, aber er ist eben durch und durch Beagle.

    Er ist der erste Hund mit dem ich das Thema "Wild" über Monate hinweg besprechen musste und immer noch muss. Und Respekt verdient meine Erzieherei nicht. Ich hätte dem Hund wahrscheinlich einen größeren Gefallen getan ihn einfach in seinen Anlagen zu akzeptieren und mit Schleppleine zu sichern anstatt mit zig verschiedenen Methoden immer wieder aufs Neue zu versuchen ihn zu ändern. Aber das kann ich nicht. Ganz einfacher Grund: ICH will nicht angeleint sein. Wir haben nen riesen Garten wo der Hund toben kann, ich könnte damit leben wenn er nicht von der Leine kommt. Aber ICH will von der Leine. Für mich ist ein Spaziergang bei dem ich die ganze Zeit eine Leine halten muss einfach verschwendete Zeit. Ich kann mich nicht entspannen, es macht mir keinen Spaß, es widerstrebt mir einfach. Nur deswegen musste der Hund lernen im Freilauf zu funktionieren. Also ganz egoistische Gründe. Und ich behaupte mal mit dieser Motivation bekommt man jeden Hund abrufbar/freilauffähig :D

    Mein Schäferhund kostet mich bisher etwa 120 Euro Steuern und 60 Versicherung im Jahr. Tierarzt (Impfungen, Frontline) vielleicht 100 bis 200. Futter monatlich 30 bis 40 Euro. Also veranschlag ich mal 860 Euro im Jahr, 70 im Monat.

    Mein Beagle kostet mich das Selbe an Steuern und Versicherung. Futter etwa 50 Euro im Monat, Tierarzt 1000 Euro im Jahr... Also 1780 im Jahr, 150 im Monat...

    Wie du siehst lässt es sich schwer vorhersagen was auf einen zukommt.

    Zitat

    Was ich einfach NICHT Verstehen kann, sind solche Hundebesitzer, die vom Jagdproblem wissen, nichts tun und ihn nicht an die Leine nehmen, sodass der Hund immer wieder auf seiner Hetzerei anzutreffen ist. Für diese Menschen habe ich absolut kein Verständnis (genauso wenig wie für die, deren Hunde einfach auf andere Hunde zurennen und auf Rufen überhaupt nicht mehr reagieren, aber IMMER ohne Leine geführt werden müssen).

    Mir sind dann also die Leute lieber, die auch mal eine Leine benutzen, weil sie ihre Schwächen kennen, als die, die das Leben anderer beeinträchtigen, weil sie daruf bestehen ihren Hund freilaufen zu lassen (ob nun Wild oder Mensch/Hund).


    Stimmt :gut:

    Zitat

    Ich glaube nicht, dass JEDER Hund teilweise freilauffähig erziehbar ist. (Außer "teilweise" heißt: An einem extrem warmen Sommertag die "Hausrunde" ablatschen. Das schafft sogar meine zeitweilig.)

    Meine Hündin geht raus, um zu jagen.
    Bei ihr ist es nicht so, dass sie eben hinterhergeht, wen sie etwas aufscheucht, sondern sie sucht permanent aktiv und es ist seeeeehr schwer, so einen Hund für Anderes zu interessieren.
    Sie ist sonst ein Schatz, aber in dieser Hinsicht habe ich mich auch (unbewusst) fehlentschieden. Habe sie außerdem erst mit einem Jahr bekommen und konnte so also auch nicht schon im Welpenalter entgegenwirken.
    Hätte ich sie aufgrund ihres extremen Jagdtriebes wieder abgeben sollen?

    Es gibt eben unterschiedliche Trieblagen und du kannst doch froh sein, dass deiner kein "Extrembeagle" ist.

    Da haben wir es wieder... Weil ich ihn freilaufen lassen kann ist er sofort ein triebschwacher Sofabeagle :roll: Du kannst ihn gern besichtigen. Haustür auf und der Hund ist im Jagdmodus. Er sucht und sucht und sucht. Erst seit der Kastration gibt es Momente in denen er mal ne Minute lang neben mir hertrabt ohne die Nase auf dem Boden kleben zu haben. Er gehört vielleicht nicht zur Top Ten der Triebschweine, aber er ist definitiv leidenschaftlicher Spurensucher, Hetzfanatiker und noch dazu extrem selbstständig. Wenn du ein bisschen in meinen Beiträgen hier im Forum wühlen würdest würdest du sehen wieviel ich täglich mit diesem Hund trainiert und gekämpft habe damit wir heute da stehen wo wir stehen (und er ist immer noch nicht wirklich gut erzogen, aber ich kann ihn laufen lassen und weiß dass er bei mir bleibt).

    Was das Glückichsein angeht: Pluto ist happy wenn er raus darf. Er freut sich wenn er sich an der langen Schlepp in Spuren verlieren darf und er ist happy wenn ich ihm die Leine abmach und ihn unter Vorbehalt frei lasse. Er ist nur ein Hund, seine Welt ist einfach in Ordnung zu halten ;-) Gassi, Fressi, Schlafi, Schmusi und alles ist feini :D

    Zitat

    :???: :???: .....auf wen oder was beziehst du dich da?
    Und was für eine faule Ausrede?


    Kennst das nicht? Wenn man andere Hundehalter mit Schleppleinenhund trifft und die mir dann mit Blick auf meine freilaufenden Hunde direkt erzählen warum ihrer an der Schleppleine ist. Und oft kommen da eben faule Ausrede a la "ist halt ein Dackel". Wenn jemand sagt "das Jagen konnte ich ihm bisher nicht ausreden" hat der mein Verständnis, aber sich auf der Rasse oder irgendwelchen Trieben auszuruhen ist kindisch.

    Zitat

    Yap....im Wald war Jill es halt nicht....ich weiß aber immer noch nicht, warum Jill deswegen ein schlechteres Leben geführt haben soll als ein anderer Hund ohne Leine....8 m Freiraum ist schon eine Menge, vor allem wenn Frauchen zügig hinterherjoggt.


    Getroffene Hunde bellen ;-) Lies dir mal meine Beiträge durch. Ich sage nirgendwo dass ein Hund an der Schleppleine ein schlechteres Leben führt als ein freilaufender Hund. Fakt ist aber dass 8 Meter für MEINE Hunde nichts sind. Ich hatte Pluto zu Trainingszwecken auch immer wieder an der Schleppleine und ne - die Schleppleine ist nicht mit Freilauf zu vergleichen bei nem Hund der wirklich rennen will.
    Ich habe nicht geschrieben dass angeleinte Hunde unglücklicher sind oder sonst irgend etwas womit ich dich persönlich angreifen wollte. Und wenn wir hier nicht überall nur Wald hätten würde ich meinen Beagle vielleicht auch nicht im Wald freilaufen lassen. In Ermangelung an Alternativen musste er aber lernen auch in diesem Gebiet abrufbar zu bleiben.

    Zitat

    Da muss man dann durch. Wie auch immer. Jeder findet ja schließlich seinen Weg.

    Ich finde es halt immer a bisserl strange, dass die "Leinenlos-Fraktion" so gerne impliziert, der Halter des Leinen-Hundes wäre zu faul für Training (siehe kursiv).
    Es gibt nunmal Grenzen - wie schon desöfteren erwähnt - und mit denen muss man umgehen können.
    Meist haben damit aber scheinbar Unbeteiligt immer mehr Probleme.


    Mir ist es eigentlich egal wie meine Mitmenschen ihre Hunde führen solang der Hund nicht misshandelt wird. Aber wenn jemand seine faule Ausrede von mir akzeptiert haben will dann darf ich auch meine Meinung sagen. Und meine Meinung ist: jeder Hund ist wenigstens teilweise freilauffähig erziehbar.