Wenn wir schon von "Qualzucht" sprechen, so quält sich ein Schäferhund mit HD aufgrund seiner Schmerzen sicher weitaus mehr, als eine Kurznase, denn dass sie weniger Luft bekommt, weiß sie nicht, und es tut ihr nicht weh!
Wie kann man sich eine der schlimmsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, permanente Atemnot, derart schön reden? Ein Hund, der keine oder zu wenig Luft bekommt, quält sich und leidet! Und nicht nur das; langfristig wirkt sich Sauerstoffmangel negativ auf den gesamten Organismus aus, bis hin zu schweren Herzerkrankungen.
Zitat
Glaubt Ihr wirklich, dass wir HH von Kurznasen so herz- und empathielos sind, dass wir das Leiden unserer Hunde nicht wahrnehmen würden, falls es denn existieren würde????
So traurig es ist, aber nach dem, was ich seit fünfzehn Jahren u.a. auf VDH-Ausstellungen sehe, gibt es leider weitaus mehr als nur eine Handvoll HH, die diesbezüglich, wie AnnetteV es passenderweise ausgedrückt hat, betriebsblind sind. Das betrifft ja nicht nur röchelnde Möpse und Bulldoggen sondern bspw. auch diverse große Rassen mit extremer Masse, ausgeprägtem Ektropium, stark herabhängenden Lefzen oder massiver Faltenbildung. Das scheinen die HH offensichtlich alles völlig normal und unbedenklich zu finden (sonst würden sie mit ihren Hunden wohl weder züchten noch diese stolz im Ring präsentieren) - und die Richter auch. Ich finde Hunde, die ihren Speichel nicht bei sich behalten können ("Molosser sabbern halt, das gehört eben dazu"), deren Bindehaut permanent entzündet ist ("ist doch so süß, dieser traurig-treudoofe Blick") oder deren Falten zu Dermatitis führen und die Hunde in ihrer Beweglichkeit und Sehfähigkeit einschränken definitiv nicht normal.
Sind das jetzt alles Unmenschen, die sich solche Hunde halten? Oder aber nehmen sie ihre Tiere, aufgrund kognitiver Verzerrungen (selbstwertdienliche Attribution, confirmation bias etc.), fehlender Vergleichsmöglichkeiten oder schlichter Habituation einfach anders wahr als Außenstehende?
Wenn die Gaumensegel zu kurz sind, so ist das natürlich eine ernste Angelegenheit, keine Frage, aber dafür gibt es ja auch OPs! Ich selbst kenne aber keinen einzigen Mops und auch keine Bulldogge, die eine Gaumensegel-OP gebraucht hätten!
Bei einem zu kurzen Gaumensegel ist operativ kaum was zu machen - das weitaus größere Problem bei den kurzschnäuzigen Rassen ist ein zu langes Gaumensegel. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass du keinen betroffenen Hund kennst - allein hier in Hamburg in der Klinik von Dr. Schrader werden jährlich an die 400 Eingriffe dieser Art durchgeführt (und das ist, wie gesagt, nur EINE Klinik). Ein zu langes GS zieht sehr oft chronische Entzündungen im Rachen, in den Bronchien oder auch der Luftröhre nach sich.
Die OP ist definitiv nicht ohne, die Tage und Wochen danach sind meist mit erheblichen Schmerzen verbunden und es besteht bei derart weichem Gewebe immer das Risiko, dass es nicht so verheilt wie erhofft (mein eigener Hund kann seit der OP übrigens nicht mehr richtig fressen und schlucken). Es kann und darf nicht als normal angesehen werden, dass ein Teil einer bestimmten Rassepopulation unters Messer muss um überhaupt ein Mindestmaß an Lebensqualität erreichen zu können.