Wenn man alles so aussortieren würde, dann gäbe es irgendwann nur noch Hunde mit "Wolfskörper" in der Größe von 40-60cm, dann hätte man keine kurzen Beine, keinen langen Rücken, keine Plattnase, keine Hängeohren, kein ungeeignetes Fell, keine massigen Körper usw. usw.
Genau. Wie schön wäre das.
Wobei ich das nicht ganz so rigoros sehen würde - auch Rassen unter 40 und über 60 cm können gesund und körperlich unbeeinträchtigt sein bzw. sind sie es zum Teil ja auch. Da spielen noch ganz andere Faktoren mit rein.
Fell ist so eine Sache. "Ungeeignet" liegt da irgendwo im Auge des Betrachters und an sich stellt längeres Fell ja nun auch noch kein Qualzuchtmerkmal dar. Persönlich fände ich es aber sehr begrüßenswert, wenn bei langhaarigen Rassen künftig auf moderate Fellmenge und -länge geachtet werden würde.
Und Hängeohren würde ich nun auch nicht verteufeln, schon allein weil es sich dabei um ein Domestikationssyndrom handelt. Veränderte Körpermerkmale durch Domestizierung finden sich bei nahezu allen Haustieren. Problematisch wird es in vielen Fällen erst, wenn diese Merkmale durch Zucht auf die Spitze getrieben werden. Ein Hängeohr, das sehr lang, schlecht belüftet und dadurch prädestiniert für Entzündungen oder Parasitenbefall ist, den Hund womöglich sogar in der Bewegung stört, ist abzulehnen.
Zu deinem Post zum Dackel:
Ohne das jetzt böse zu meinen, aber das ist eben wieder die typische Verteidigungshaltung, die Halter an den Tag legen, wenn es um ihre Rasse geht. Der lange Rücken und die kurzen Beine waren einzig allein dazu gedacht, einen Hund für die Jagd zu haben, der auch in enge Bauten mit geringer Höhe kriechen kann. Also Egoismus des Menschen, ohne Berücksichtigung evtl. gesundheitlicher Nachteile.
Abseits der Arbeit spricht nichts für Hunde mit einem derartigen Körperbau und alles dagegen. Absurderweise sind es sogar häufig die reinen Showdackel, diejenigen, die überhaupt nicht mehr für die Jagd eingesetzt werden, die die kürzesten Stummelbeinchen, den längsten Rücken und den tiefsten Brustkorb haben.
Im Mantelthread hattest du z.B. geschrieben, dass dein Hund gerade bei diesem Wetter permanent nass am Bauch ist, trotz Mantel. Das ist aus meiner Sicht z.B. ein klarer Nachteil gegenüber hochbeinigen Hunden und birgt auch ein höheres Erkältungsrisiko.
Allgemein zum Thema, wer da reglementierend eingreifen sollte:
Sich da rein auf die Halter, Züchter und/oder Vereine zu verlassen, bringt nichts bzw. ist nicht ausreichend. Auf diesen Ebenen geht es viel zu sehr um persönliche Befindlichkeiten, hinderliches Gruppenverhalten, Ansehen und Geld. Dieses hier im Thread öfters beschriebene Phänomen, die Augen vor Tatsachen zu verschließen, ist psychologisch erklärbar und wird es immer da geben, wo Menschen am Werk sind.
Ich denke, dass hier alle Ebenen und Seiten gefragt sind. Staatliche Reglementierung, engermaschige Kontrollen und strikteres Durchgreifen der Vereine, Aufklärung von Hundehaltern/Züchtern. Vor allem aber auch die stärkere Einbindung von Menschen, die wirklich Ahnung von der Materie haben - in erster Linie Tierärzte, Genetiker, Biologen.
Dass es am Ende trotzdem immer irgendwo menscheln wird, lässt sich leider nicht verhindern. Aber das ist nun bei weitem kein Argument dafür, untätig zu bleiben und alles so zu belassen, wie es ist.