Aber jetzt mal ernsthaft: Klar gibt es Hunde, die man nicht in Betreuung geben kann. Hatten selbst so einen in der Familie. Einen Belgier, den Fremde alleine nicht hätten anfassen, geschweige denn anleinen können. Und bei Angsthunden aus dem Tierschutz würde ich das auch nicht fest einplanen. Deshalb wird hier nie ein Hund aus dem Tierschutz einziehen. Aber bei einem halbwegs normal aufgewachsener und sozialisierter Hund, der das nicht von vornherein rassebedingt schon Scheiße findet, dürfte das doch echt kein Problem sein. Im Gegenteil, wenn für meinen Hund die Welt zusammenbricht, wenn er mal ein paar Tage nicht bei mir sein kann, frage ich mich ernsthaft, was ich falsch gemacht habe.
Und das ist eben ein Trugschluss. Auch einen gut sozialisierten Hund, bei dem eben von Anfang an in der Aufzucht und Erziehung nie wirklich irgendwas schief gelaufen ist, kann die häufige Abwesenheit seiner Bezugsperson so sehr stressen, dass er langfristig einfach unter dem geplanten Programm der TE leiden würde. Und das kann prinzipiell bei jeder Rasse vorkommen, auch wenns bei manchen vielleicht wahrscheinlicher ist als bei anderen. Ich kannte einen Shar Pei, der das Fressen verweigerte, wenn seine Besitzer für längere Zeit weg waren. Und das sind nun wirklich eher eigenständige Hunde, die nicht permanent an Frauchens Rockzipfel hängen.
Das ist für mich auch nicht vergleichbar mit einer Tagesbetreuung, bei der der Hund abends wieder abgeholt wird. Denn da ist eine bestimmte Kontinuität gegeben, die auch einem unsicheren Hund Sicherheit vermitteln kann. Bei der TE ist dagegen der Kontrast einfach sehr stark - monatelang ist sie rund um die Uhr präsent, um dann für einige Zeit plötzlich regelmäßig für mehrere Tage weg zu sein, fremde Umgebung, womöglich fremde Person.
Ich denke durchaus, dass manche Hunde das gut mitmachen würden - nur was ist mit dem Risiko, einen solchen eben nicht zu erwischen? Darum würde ich wenn dann definitiv zu einem erwachsenen Hund raten, bei dem man eher abschätzen kann, ob der dafür geeignet ist. Vielleicht findet die TE ja einen Abgabehund, der es schon kennt, z.B. aufgrund von Urlauben in einer Pension zu sein und bei dem man deshalb weiß, dass der damit nie irgendwelche Probleme hatte.