Beiträge von lotuselise

    Das ist echt der Klassiker. Kaum ist das Kind da kommt es in die Krippe und mit achtzehn hol ichs mit Abi aus dem Ganztagsgymnasium als fertig geformter Mensch fürs Leben wieder ab. Und wenn was nicht klappt in der Erziehung sind immer die anderen schuld.
    Das ist es worüber die Lehrer jammern - wenn ihnen der gesamte Erziehungsauftrag aufs Auge gedrückt werden soll.

    Da es keine staatliche "Hundeschule" gibt sollst Du diesen Auftrag als Privatlehrer übernehmen.

    Ungute Sache, krasse Erwartungshaltung, die nicht funktioniert. Du schreibst ja selbst: Zuhause lässt man dem Hund alles durchgehen, er hört nicht - darüber wird sich mehr oder weniger beschwert.

    So funktioniert das nicht. Ihr müsst Euch absprechen: gleiche Kommandos - gleiche Bedeutung, gleiche Regelungen.

    Hunde sind nicht doof: Du kannst hier in x Beiträgen nachlesen, bei Frauchen verhält sich Hund anders als bei Herrchen, hört bei einem besser als bei dem anderen. Schätzt genau ein bei wem was geht und bei wem nicht.

    Warum sollte das bei Euch anders laufen??

    Daher ist es viel einfacher z.B. beim "Platz". Du bringst ihm das Kommando bei, was es bedeutet. Die Besitzer benutzen es. Hund wird gelobt, wenn er das Verhalten beim Herrchen "vorschlägt". Irgendwann wird er kapieren: aha, gleiche Worte, gleiche Bedeutung - bei beiden. Das ist aber für sich genommen wieder ein neuer Lerninhalt - und der kann nur funktionieren, wenn ihr zusammenarbeitet...

    Wir haben mittlerweile alles an Schleppleinen durch:

    - die erste war Polypropylen, rund geflochten, 4mm Durchmesser aus dem Baumarkt. Es hat genervt das Ding sauber zu machen - gut, hab es dann halt regelmäßig mit Wäschenetz in die Waschmaschine gepackt. Im Winter musste ich das Teil aufrollen und es sah aus wie ein Kabel. Jedesmal, bevor man es benutzte musste man erstmal entknoten, egal wie vorsichtig es in die Schublade gewandert war.
    - die zweite war aus Gurtband. Bei schönem Wetter ok, aber sobald es auf den Wegen matschig war, wurde sie immer schwerer und betoniert. Für das, dass wir sie noch nicht oft benutzt haben sieht man schon Aufriebspuren am Material. Wenn sie die hinterzieht und ich hab nur Salonschläppchen an zum Gassi, dann rutscht das Band unter den Schuhen durch.
    - die dritte ist jetzt aus Biothane. Kein Verknoten mehr, angenehm in der Hand, bei Nässe nicht schwerer, das Teil einmal kurz durch nen feuchten Lappen gezogen und sie ist wieder sauber. Fazit: Hätte ich gleich kaufen sollen....

    Wobei ich sagen muss es kommt für mich auch auf den Verwendungszweck an. Viele nehmen die Schleppe dazu her um abzusichern bis der Rückruf klappt und das wars dann. Bei uns ist rundherum Naturschutzgebiet und in der BuS überall Leinenpflicht - das heißt sie wird im Dauergebrauch bleiben.....

    Für mich ist die Welt auch schwarz-weiß: es gibt 1001 Gründe einen Hund in die Box zu tun und es gibt 1001 Gründe es nicht zu tun.

    Der Hund sollte halt grundsätzlich nicht aus Faulheit und Bequemlichkeit des Halters in die Box gehen. Das find ich schonmal wichtig. Wichtig finde ich auch das Ziel: die Box hat einen Zweck und das Ziel ist, dass die Türe der Box offen bleiben kann.

    Zum Beispiel beim Besucherproblem: es ist wirklich Jacke wie Hose, ob ich den Hund am Anfang auf ne Decke schicke und ihn mit ner Leine dort absichere oder ob er in die Box kommt und die Tür ist zu. Macht für mich keinen Unterschied. Ziel bleibt: Leine weg, Tür offen.
    Vielleicht ist die Box aber in genau dem Fall die bessere Wahl - wenn man z.B. Besucher hat, die wild gestikulieren - dann schwindet dieser Reiz in der Box, weils der Hund einfach nicht sieht.....

    Mecks Hund geht es in etwa so, wie wenn Du Dich als Einbrecher auf die Socken machst, Tage vorher die Lage auskundschaftest ob es da einen Wachhund im Anwesen gibt. Du dort einbrichst und dann von den Wachgänsen gestellt und gemeldet wirst.

    Dann guckst Du im wahrsten Sinne etwas belämmert aus der Wäsche und das tun die Schafe in der Prüfung halt auch wenn da was völlig anderes als üblich ankommt......

    Ne ähnliche Situation hättest Du wahrscheinlich, wenn diese Herde das gewohnt ist, was man allgemein zum Hüten an Rassen hernimmt und dann nimmst Du auf einmal mit nem Corgie an der Prüfung teil.....

    Stellst Du Dir so einen Shepherd vor? Die Schafe wahrscheinlich auch nicht....
    http://www.youtube.com/watch?v=ljVBoNFyqkw&feature=related

    Gut, aber wenn die Prüfer eh schon gesagt haben, dass Dein Hund die "falsche" Farbe hat..... ich denke bevor ich ihn umfärben würde - würde ich um + ein paar Minuten bitten für die "Farbangleichung" in den Schafsköpfen.....

    Edit: in Mecks eigener Herde funktioniert es ja supi..... Plan B: bring Deine eigenen Schafe mit..... oder gibt es "Prüfungsschafe"??

    Murmel, eigentlich hast Du schon alle Statements von Gaby in ihrem Sinne beantwortet:

    1. Du arbeitest nicht mit der Box bei Hunden, die Du schon von Welpenzeit an "Formen" konntest

    2. Du beschreibst eine Ausnahmesituation, 5 min täglich sind ca. 30,5 Std. im Jahr + Sylvester = ca. 35 Std. im Jahr "Parkdauer" für Hund in der Box, hingegen 4 Std täglich bei ca. 200 Arbeitstagen = 800 Std. im Jahr
    Zum Vergleich: ein Jahr hat 8760 Stunden, damit verbringt der Arbeitsboxhund ca. 1/10 des Jahres in der Box, der Notaufbewahrungs-Runterfahr-Box-Hund hingegen ca. 4/1000 des Jahres.
    Ich weiß, das war jetzt kleinkarierte Rechnerei - aber anschaulich denke ich um den Unterschied zu verdeutlichen ;)

    Ja stimmt, man lernt wirklich ne Menge.

    Auch die eigene Frustrationstoleranz wird enorm ausgebaut
    - wenn alle sich aufs Gassi freuen außer der Hund weil da draußen nur Monster lauern
    (für diese Sache ist ein souveräner Ersthund übrigens Gold wert)
    - wenn die anderen Hunde schon den Salto rückwärts gelernt haben und Deiner in der gleichen Zeit erstmal, dass Hunde, Schirme, Menschen, Mülltonnen und was auch immer ihn nicht fressen wollen.

    Man wird viel aufmerksamer
    - weil es enorm wichtig ist den eigenen Hund lesen zu können
    - mir war vorher noch nie aufgefallen, dass z.B. fahrende Autos auf einer nassen Straße viel lauter sind und anders klingen als auf einer trockenen.

    Es gäbe noch soviele Dinge..... die schönsten Erlebnisse bisher waren für mich:
    1. als sie das erste Mal richtig unbeschwert über eine Wiese gesaust ist
    2. neulich, als wir dann plötzlich vier Hunde und HH waren und nach einer guten Stunde alle vier ein fettes Grinsen im Hundegesicht hatten. (was nicht heißt, dass wir nicht immer noch ab und an nen Bogen laufen falls nötig)

    Macht nur so weiter, dann wird es kommen wie es kommen muss. Die Bömmel in signalrot wurden zwar abgeschafft - aber es wird in Zukunft unter dem Mitgliederstatus noch ein zusätzlicher Giftspritzenanzeiger eingebaut.... ;)