Beiträge von lotuselise

    Weißt Du, mich nervt an der ganzen Diskussion eigentlich nur die mangelnde Definition von Aggression. Und ich glaube das geht nicht nur mir so.

    Aggression muss keine negative Eigenschaft sein - so pauschal kann man das einfach nicht sagen. Es gibt Ausbildungsziele, da ist Aggression erwünscht, gleichzeitig professionelles Handling gefragt.

    Aggression in Form von Ressourcen-Verteidigung: gut, der eine bekommt Panik, wenn er seinem Hund einen Knochen abnehmen will - für den anderen Hund, der zwei Monate zuvor noch auf ner Müllkippe gelebt hat, war Aggression in Form von Fressen verteidigen überlebenswichtig.

    Interessant auch der "immer-das-Opfer"-Hund: der wird von allen und jedem angegangen und gebissen. Hier ist Aggression in Form von "den anderen in die Schranken weisen und dabei glaubhaft sein" angesagt.
    Gleiche Aggressionsform als großes Problem: Hilfe, mein Hund knurrt mich an.

    Terretoriale Aggression / Schutztrieb: oft bei den Herdies in Familien ein großes Problem, bei Hunden, die nen Job haben gefragt. Auch hier keine schlechte Eigenschaft an sich, Aufgaben suchen ist angesagt, nicht Aberziehung.

    Jagdtrieb inclusive Aggression: Hier gibt es Leute, die hüten mit ihren Hunden Schafe, wenn Schaf nicht folgt und bevor es sich in Gefahr begibt, wird Hund deutlich. Hier ist Durchsetzungsvermögen gefragt, also wieder keine schlechte Eigenschaft.

    Meine Meinung dazu ist: Du machst es Dir zu einfach Aggression als negativ darzustellen. Und es ist auch zu einfach zu sagen, dass Aggression mit Gehorsam auszumerzen ist.

    Auch ein unterforderter Hund kann aggressiv sein. Aber eben nicht aufgrund mangelndem Gehorsam, sondern weil er in der Langeweile seines Lebens ganz einfach gefrustet ist und nicht weiß wohin mit seinen Trieben.

    Dann gibt es noch die Überforderung, die letztlich eine Unsicherheit u.U. mit Übersprungshandlungen bringt und dementsprechend aggressives Handeln nach sich zieht: nämlich keine Führung, Hund meint, er müsse die Entscheidungen treffen und nimmt sie seinem Herrchen ab.

    Die letzten beiden Punkte sind das, was Du beschreibst.

    Hingegen die vorangehenden Punkte sind Eigenschaften, die eigentlich nur durch den Menschen und die Umwelt zum Problem werden. Der Mensch hat seine Ansprüche geändert und das ist das Problem für den Hund.

    Lass es mich an einem Beispiel erklären:
    Wir haben einen Wurf mit drei Schäferhundwelpen.
    1. bewacht das Gelände des Familienbetriebes
    2. arbeitet im Schutzdienst
    3. kommt in einen Familie mit zwei Kleinkindern

    Wer von den dreien wird wohl der mit den Problemen sein? Warum? Ist da der Hund dran schuld?
    Und noch besser die Anders-Herum-Schiene. 3. ist überglücklich mit dem super braven Schäfilein.
    Dann stehen 1. und 2. bei Dir auf der Matte weil sie mit dem Hund nichts anfangen können.

    Wer von den drei Welpen in der Wurfkiste hat jetzt was falsch gemacht? Wer ist aggressiv, wer nicht und für wen ist es ein Problem?

    Okay, ich schreib Dir jetzt einfach die gewünschten Antworten:

    nein, Dein Hund wird bestimmt keinen Wach- und Schutztrieb haben
    nein, Dein Hund wird nicht unsicher oder ängstlich sein
    nein, Dein Hund wird keine extremen Jagdambitionen haben
    nein, Dein Hund wird nicht skeptisch gegenüber Fremden sein

    Zufrieden?

    Nur mit der Garantie wirds schwierig. Okay, sechs Monate Gewährleistung dürften machbar sein bei nem Welpen...

    Alles klar?
    Jetzt kannst Dir einen aussuchen.....

    Zitat


    Ich vertretet auch die Meinung das die Teambildung/Rudelführung zwischen Hundeführer und Hund bis zum 6. Monat geklärt sein sollte. Alles andere kommt nur zu Problemen bzw. überflüssigen Diskusionen und ist später nicht sehr förderlich zwischen Hundeführer und Hund (Teambildung).


    Öhhhm, ja...

    Zitat

    Ich für meinen Teil behaupte, dass Aggressionen durch eine fehlerhafte Führung endstehen. Klar kann ein Hund Aggression haben, jedoch sollten diese durch den Hundeführer kontrolliert sein.


    Nochmal geistig hinterhergehoppelt - bei den zwei Sätzen:
    1. Aggressionen = fehlerhafte Führung
    2. Aggressionen sollen durch den Hundeführer kontrollierbar sein
    =======>
    fehlerhafte Führung sollte durch den Hundeführer kontrollierbar sein.

    Des kapier i jetzt aber ned - sorry, bin ich echt zu blond für :D

    Ich hab langsam den Eindruck, dass sie das alles gar nicht hören will. Irgendwie sind wir die bösen, die ihr den Hund nicht gönnen, nicht zutrauen oder weiß der Geier was.

    Das was wir hier alle versuchen zu verdeutlichen: mit Argumenten, mit Logik, mit Fallbeispielen kommt irgendwie nicht an, obwohl es nur drei Buchstaben sind, die es zu begreifen gilt:

    Ü-Ei

    Punkt. Fertig. Aus.....

    Ja, frag mal, ob die noch ne Waffe übrig haben damit ich mich erschießen kann, wir haben unsere erst mit 10 Monaten bekommen, da war wohl eh alles zu spät...

    Externer Inhalt mksc.antigeek.org
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    ich würd ihn einfach mal mit irgendwas (bei mir wärs ein Haarbüschel), ner Feder oder sonstwas im Ohr kitzeln, bis er sich schüttelt. Ich denke dann wird es die Tropfen schon rausschleudern.....
    Ansonsten im Auge behalten, aber ich glaub das wärs auch schon gewesen...

    Siehst Du, ich hatte Dich gewarnt.... sie hat es gemerkt, dass Dir die Argumente ausgehen.

    Bevor Du als überfahrene Weichei-Leberwurst endest, solltest Du noch schnell die Kurve kriegen.

    Cooler Ehemann, der an seiner Frau besonders ihre Konsequenz und Durchsetzungsfähigkeit liebt - Pudeline kommt so oder so. Bleibt also nur noch Schadensbegrenzung im Hinblick auf den Verlust Deiner männlichen Unantastbarkeit.

    Hau rein!!!

    Wenn Du so weiter machst wie bisher wirst Du als halbverhungertes, widerspruchsunfähiges Elend enden - und ich denke, dass könntest Du schon besser hinbekommen......

    @ayu
    Ich hab irgendwie das Gefühl, dass Du glaubst wir sind hier alle die Vollchecker und trauen Dir Hunde wie die unseren nicht zu. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Ich denke wir alle lieben unsere Ü-Eier-Herzenshunde, aber..... erstens kommt es anders..... und zweitens als man denkt...... Das ist es, was auf unsere Hundis passt und damit muss man leben können.
    Ich rede überhaupt nicht von dem Handling an sich, sondern ganz einfach vom miteinander glücklich sein. Der Hund mit seinen genetisch vorprogrammierten Bedürfnissen im Einklang mit Deinen Erwartungen.
    Nicht mehr und nicht weniger.

    Ich hab erst im Nachhinein gelesen, dass Du mir unterstellst nicht zufrieden zu sein. Das trifft überhaupt nicht zu. Ich würde meine Maus für nichts in der Welt mehr hergeben. Aber auch hier gibt es ein "Aber".
    - Agility wär ihre Leidenschaft - aber nicht meine. Unser Kompromiss: Agility für Arme in Wald und Wiese.
    - Obedience find ich Klasse - aber die Unterordnung langweilt sie. Dinge, die für sie keinen Sinn ergeben - da hat sie nicht so richtig Lust mitzumachen.
    - Sie hat auch Geschenke mitgebracht: andere üben 5-Minutenweise das Alleinesein. War bei uns kein Problem - das klappte einfach von jetzt auf gleich.
    - ich kann mit ihr mitten durch einen Wald strawanzen und sie bleibt bei mir trotz Spuren. Total schön dieses freie Wandern
    - Fremde Leute muss sie nicht haben. Es dauerte 1 1/2 Jahre bis eine männliche Gassibekanntschaft sie anfassen durfte.
    - sie ist ein echter Schmusetiger. Ob ich ins Ohr puhle oder die Zähne nachschaue. Ich kann alles mit ihr machen, sie absolut überall anfassen - ist oft keine Selbstverständlichkeit.
    - sie bellt in der Wohnung null, höchstens mal ein Grummeln, das wars.
    - sie hat einen enormen Schutztrieb. Bei fremden Besuch sichere ich sie vorsichtshalber auf ihrem Platz ab. Noch. Am Endziel: freiwillig auf dem Platz bleiben arbeiten wir noch.
    - sie ist verspielt wie ein Welpe - blödeln ist zu jeder Zeit und an jedem Ort erwünscht
    - sie schwimmt nicht gerne, ab dem "Bauchnabel" ist Schluss mit lustig, also fährt sie im Sommer auf dem Schwimmbrett mit / wird über den See geschoben.
    So, das war in groben Zügen mein Hund aus Rumänien.

    Jetzt der Hund einer Freundin:
    - lammfromm zu allem und jedem
    - immer gut drauf
    - sehr selbständig, entscheidungsfreudig, der Mensch an der Leine eher unwichtig.
    - enormer Jagdtrieb, kann nicht von der Leine. Sie ist aus der Türkei und der Saluki schlägt voll durch.
    - enorm lauffreudig, siehe oben, aber hier ein Problem: es gibt keine eingezäunten Hundefreilaufflächen, ein Garten reicht da bei weitem nicht aus. Wo also laufen lassen?
    - kein Wachtrieb, einen Einbrecher würde sie wahrscheinlich niederschlabbern vor lauter Freude
    - sie schwimmt wie ein Weltmeister
    - Spielzeuge sind eher uninteressant.
    - alleine sein klappt hervorragend nach Anfangsschwierigkeiten: Dinge in der Wohnung zerlegt.
    - Agility wäre eine echte Herausforderung für sie: sie traut sich nirgends durch und nirgends hoch
    So, das war in groben Zügen ihr Hund aus der Türkei

    Das waren jetzt zwei Ü-Eier wie sie verschiedener nicht sein könnten......

    @ayu
    ich kann immer noch nicht verstehen, wo Du genau hinwillst.....

    Und ich bleib bei meinem Statement: entweder Du kannst sagen "ich nehm den Hund 100% so wie er ist" oder Du hast bestimmte Vorstellungen, dann solltest Du anders suchen und vielleicht käme doch der Ups-Wurf vom Bauernhof eher für Dich in Frage...

    Mal bildlich ausgedrückt:
    wenn der reinrassige Schäferhund auf die reinrassige Labradorhündin vom Nachbarn springt, kommt ein Mischling raus - wenn sich auf der Straße Generationen lang irgendwas mit irgendwem paart....dann ist das auch ein Mischling, aber nochmal ein Tick anders....

    Kann man jetzt auch wieder sehen wie man will.... ich hab auch schon mal mit dem Gedanken gespielt meiner nen Maulkorb draufzutun, weil dann aus: ach wie süß, ist das ein junger Schäferhund, angrapschen will ein gefährlicher, lieber großräumig umlaufen werden würde..... :???:

    Weil meine einfach ein Problem mit sich runterbeugenden Grapschern hat...