Jamie
manchmal, ja manchmal tendiere sogar ich dazu einen Hund als Sache zu behandeln. Dieses "Ding" war dort im Garten, genauso wie das Trampolin, ein steinerner Weg, ein Rechen, ein Zaun, ein Laufrad - was halt so rum steht.
Dann guckt man 5 Minuten nicht hin und es passiert ein Unfall: Mist, Verletzung im Gesicht einer 2 1/2-Jährigen.
KKH-Aufenthalt. Glück gehabt, keine Entzündung, die Wunden werden gut verheilen, keine bleibenden Schäden.
Das versetzt einem einen riesigen Schreck, vielleicht macht man dem anderen auch Vorwürfe, aber als Mama weiß man selbst, dass man eben nicht jede Minute so aufpassen kann, damit eben nie nichts passiert.
Der Gartenbesitzer steht für den Fehler gerade. Aber was war denn sein Fehler? Die Sachen im Garten oder die paar Minuten zur Zeit des Unfalles?
Ich kenne z.B. ein Kind, das ist so hingefallen, dass es ihm sämtliche Zähne nach oben ins Kiefer gerammt hat.
An der Stelle finde ich, könntest auch Du einfach mal sachlich sein und sagen: ja, es war ein bedauerlicher Unfall. Nicht mehr, nicht weniger.
Dieses "sauer" sein auf die anderen, die ständige Suche nach einem Schuldigen..... damit stellt man sich als Mutter selbst auf die Stufe unfehlbar zu sein: wer ehrlich ist, weiß, dass das keiner ist, auch wenn er sich noch so viel Mühe gibt: einmal nicht hingeschaut und schon ist es passiert.
Was bleibt mir als Mutter übrig: einzig und allein zu sagen: Scheiße wars, was da passiert ist, aber letztendlich ist es gut ausgegegangen.
Auf der anderen Seite jemand, der alles richtig machen möchte, sich bemüht, seinen Fehler einsieht, Wiedergutmachung anstrebt, soweit es möglich ist.
Eine Anzeige "fahrlässige Körperverletzung", Strafrecht, Strafe, wofür? Für einen Augenblick lang nicht ausreichend aufgepasst zu haben? Gerne reihe ich mich hier an dieser Stelle in die Gemeinschaft der mütterlichen Straftäter ein, falls gewünscht.
Das konstruierte Angstdilemma: das geht mir mal so richtig auf den Zeiger. Nenn mir einen, der noch nicht mit dem Fahrrad, Dreirad, Rollschuhen oder auch zu Fuß schon mal richtig "auf der Fr...." gelandet ist, inclusive Platzwunde, Schürfwunde etc. Was macht man denn anschließend nach so einem Vorfall? Man setzt sich wieder drauf, steht wieder auf und gut ist. Hakt es ab unter "dumm gelaufen".
Warum fällt das bei einem Hund nur so extrem schwer? Trauma-BlaBla etc?
Da war was gefährliches im Garten und mit dem ist ein Unfall passiert. Das wars aber auch schon.
Und bevor Du jetzt schreibst ich hätte keine Ahnung: ich habe drei Jungs..... ich glaub mehr muss ich dazu nicht sagen.