Beiträge von lotuselise

    Zitat

    Schade, dass ihr euch die lange Fahrt umsonst gemacht habt - aber toll, dass dein Mann das so prima mitmacht....

    Kleine Frage am Rande (irgendwie fehlt mir da ein Anfangs- oder Mittelteil ;) ) - bei deiner ganzen Schilderung drängt sich mir zwischen den Zeilen immer mehr die Frage auf, ob es nicht doch evtl. auch bei euch ginge - als Zweithund????

    Stimmt, der Mittelteil fehlt - das waren 2 x 644km Autofahrt hin und zurück . Unsere Hündin war nicht dabei. wir haben sie Zuhause gelassen, meine drei Jungs hatten einen Betreuungsplan für sie....

    Von meinem Wohnort nach Memmingen, wo Tino im Tierheim war, sind es die ersten 120 km. Ich hab ihn damals nicht umsetzen wollen, weil ihn dort schon meine Oma hingebracht hat als sie ins KKH ging.

    Bin immer einmal die Woche hingefahren zum Gassi gehen und die restlichen Tage der Woche ist Tinos Trainerin mit ihm gegangen....

    Nein, der Platz war nicht bei / von einem Forumsmitglied. Der Kontakt kam über vier Ecken zustande.

    Die Hunde im Tierheim hab ich einfach aus Neugierde angeschaut, während nach der Kuchenform gesucht wurde.
    Nach dem Schäferhund gefragt habe ich deshalb, weil da einer saß, der acht Jahre alt war - und ich wissen wollte, warum der nicht in Frage kommt, obwohl er vom Alter her eher zu der Frau gepasst hätte. Noch dazu, wo sie doch angeblich aktiv im Tierschutz tätig sei.
    Ich wusste ja nix über diesen Hund dort, nur, dass er gleich freundlich zu mir ans Gitter kam und sich streicheln ließ.

    Deshalb die Frage, warum meiner und nicht der - der Rest an Infos kam dann ungefragt dazu - zum Glück....

    (sorry, da sind ein paar Ausdrucks und RS-Fehler drin)

    Köln:
    am Freitag Tino geholt, schwerer Abschied für seine Trainerin. Wollten ja noch schlafen und erst früh morgens raus, aber Tino war total hibbelig - und als er dann beschloss zu meinem Mann in den Schlafsack zu kriechen - haben wir entschieden, dass wir los fahren.

    Dementsprechend früh waren wir in Köln, dank Navi trotz A3-Vollsprerrungen direkt hingefunden. Klingeling. Freundliche Begrüßung, hinter dem Gartentor: ich dacht mich trifft der Schlag. Dazu will ich hier gar nicht so viel schreiben und andere Leute ausrichten. Es war nur eins: total abgefuckt - aber komplett.

    Zu den ersten Dingen, die ich entdeckte gehörte mein verhasster Stachler, den hätte man für den letzten Hund gebraucht, der angeblich total durchgeknallt gewesen sei. Hinter dem Haus eine Art "Hühnergehege, 2,50 hoch eingezäunt.

    Ich hatte nen riesigen, dicken Kloß im Hals und hab völlig fertig Tinos Trainerin vom Auto aus mit dem Handy angerufen. Sie hat mir ein wenig den Kopf gewaschen, ich solle mir die Zeit nehmen, genau hinschauen, das asslige ausblenden, nur auf den Umgang achten. Tief Luft holen, geh wieder rein, sehe im Baum eine festgebundene Flexileine hängen.

    Das Frühstück war super lecker, da hätten 8 Leute davon satt werden können, der Kuchen genauso. Aber ich kam mir trotzdem vor wie ein Verräter: es fühlte sich scheiße an, es war scheiße.

    Nach dem Kaffee war "Gassi" angesagt. Wir sind mit dem Auto ans benachbarte TH gefahren, da die Dame dort noch eine Kuchenform abholen wollte vom Tag der offenen Türe letzte Woche. Sind da also rein und ich wunder mich noch als sie danach fragte: es war total fremd.... Gut, dachte ich, die Rheinländer sind nicht so wie die Bayern, man bleibt ja relativ lange beim "Sie".

    Rein aus Neugierde natürlich die Hundis im Tierheim angesehen. Viele Listenhunde und:...... ein achtjähriger Schäferrüde. Denk ich mir: "hmhh, der Traumhund nebenan, älter, ruhiger". Da frag ich mal nach. Quatsch nen Pfleger an, dass ich mich für diesen Hund interessiere weil ich wissen will, warum die Dame uns nach Köln fahren lässt und nicht einem Hund um die Ecke ein neues Zuhause gibt, noch dazu nem älteren. Würde ja besser passen, denn wie ich im nachhinein erfahren hab, hat sie zwei Austausch-Hüftgelenke.

    Der Pfleger nahm mich sofort mit ins Büro, er forderte mich direkt dazu auf, würde es beser treffen. Er erklärte dort die Situation und dann bekam ich ne Menge Infos bezüglich Hundekontakten, Dauer des Auslaufs, Händling ung Verhalten ihrer Vorgängerhunde. Schluck.

    Wir gehen also die "Tierheimrunde". Dort hinten sei die "Hundewiese". Dort war ein Getreidefeld - oha. Ich regte ein paar mal an: Hier und dort könne man doch weiter laufen - aber es musste die Runde sein. Tino ging wie ein Schwein wohin er wollte. Gut, war mir schon vorher aufgefallen. Als wir ins TH reingingen und Tino von x Hunden angebellt wurde, aber selbst nichts machte, wurde er weder gemanaged noch gelobt - denn eigentlich war er "cool".

    Als die halbstündige Hunderunde beendet war und wir wieder vor dem Tierheim ankamen, blieben wir kurz stehen. Das Gattertor ging auf und eine Mitarbeiterin kam direkt auf uns zu. Zusammengefasst mit den Worten: es ist mir sch*egal ob ich mich hier unbeliebt mache, aber dieser Hund ist nichts für Sie weil......*

    Wow, da hatte jemand aber richtig den Hintern in der Hose - und das, wo ich die ganze Zeit überlegte wo und wie anfangen.

    Wir sind zurück zu ihr gefahren und ich hab die Karten auf den Tisch gelegt. Was ich gesehen habe, welche Befürchtungen ich habe usw. Ich war nett. Wenn es Tino nicht werden würde, dann werde man sich eben einen Welpen holen, ein Schäferhund käme auf jeden Fall her - ich fühlte irgendwie sowas wie einen Erpressungsversuch. Meine Befürchtungen seien umsonst, schließlich war eine andere Frau da, die angeblich schon mehrere Hunde "ausgebildet" hätte.

    Sie würde also mit Tino die "Unterordnung" übernehmen und sie hätte es quasi voll drauf. Ich sagte, dass ich das sehen möchte, worauf sie sofort einstieg, während ich mir vorkam wie beim Pokern und die "Vorstellung" begann.

    Als sie aufstand, legte Tino erstmal die Ohren an. Sein "oh Du meine Fresse, was will die jetzt - Empfinden" wurde wenige Minuten später zur Gewissheit. SITZ, Leine kurz, schräg nach oben hochreißen, SIIIITZ, reißen, SIIIITZ - Tino saß. FUUUSS, Tino an der Leine herreißen und losmarschieren, FUUUUUSS, nochmal reißen, FUUUUSS, hinter reißen, FEEEEIIIN - gegen dieses "Fein" ist das Click eines Clickers eine herzliche Umarmung.

    Ich hab meinem Mann die Autoschlüssel in die Hand gedrückt, bin aufgestanden, habe dieses Drama gestoppt, ihr Tinos Leine aus der Hand genommen und nur gesagt: "das wars, wir fahren".

    Hund eingepackt, sein Fressen wieder zurückgefordert, sonst hätten wir ja nichts mehr für ihn gehabt. Zurück Richtung Memmingen (dort hab ich ne leerstehende Wohnung). Da mein Mann schon den ganzen Weg hin gefahren war und wir nur zwei Stunden geschlafen hatten, dachte ich, wir sollten irgendwo unterwegs übernachten. Deshalb der FB-Eintrag, den mein Sohn gemacht hat. Ne Gartenhütte hätte auch gelangt, wäre ja egal gewesen.

    Mein Mann hat die Backen zusammengebissen, mittlerweile war es dunkel - und ich bin nachts die Vollblindschleiche. Also ist er komplett zurückgefahren. Wie er das schaffen konnte, dafür bewunder ich ihn für seine Selbstdisziplin.

    Als wir aus Köln rausgefahren sind, hab ich in meiner Verzweiflung das TH in Schongau angerufen. Dort war ich die ganze Zeit dran, dass er wenigstens näher bei mir ist und die mit ihm laufen kann. Die ganze Zeit waren sie überfüllt und genau an dem Tag wurde ein Platz frei.

    Übernachtet haben wir in Memmingen, in Schlafsäcken in der leeren Wohnung. Tino war genauso kaputt wie wir - und zwischen zwei Schlafsäcken lag ein Kuschelmonster auf dem Rücken, dass wenig später kontaktliegend weggepennt ist - genauso wie wir.

    Heute vormittag sind wir dann zu uns nach Hause gefahren. Mit Tino. Die Zeit bis zur Öffnungszeit wäre einfach zu lange gewesen um sie zu überbrücken. Unsere Zicke hat sich zwar gefreut ihn zu sehen, aber in unsere Wohnung - no way: ein durchgeknallter Türsteher ist wirklich harmlos dagegen.

    Also haben wir die Zeit genutzt und mein Sohn und ich sind mit Tino und Zicke zum See und haben nen schönen Spaziergang gemacht. Anschließend bin ich mit Sohnemann und Tino ins Tierheim nach Schongau gefahren.
    Begrüßung, er lies sich von allen knuddeln und streicheln. Mein Sohn hat ihn noch begleitet - ich konnte nicht.

    Die Fahrt nach Hause war ziemlich laut - ich kann bei krasser Mukke am besten abschalten. Oh man, dieses Wochenende mit ihm war trotz dem Stress schön - er hat nichts aber auch gar nichts falsch gemacht, und sitzt im Tierheim. Die ganze Zeit hab ich den Abstand gewahrt - irgendwie - und jetzt hat der Lümmel sich einfach so in mein Herz geschlichen - der Schlawiner.

    Die TH-Leiterin hat zwei Ideen für gute Plätze, bei denen sie nachfragen werden und ich hoffe...... irgendwo muss es ihn doch geben: den Platz für einen unkomplizierten, lieben Schäfi, der zwar unsicher mit anderen Hunden ist - aber Menschen vergöttert....

    So, das war jetzt mal richtig lang - aber es ist auch viel passiert an diesem Hammerwochenende.

    Als Kind wollte ich immer einen Bobtail, die fand ich total schön. Aber irgendwie - im Laufe der Zeit, ich hab einfach keinen kennengelernt, der lebhaft oder lustig war, eher lahma****ig.
    Meine Oma hatte schon immer Schäferhunde, einige schwarze, der letzte, wisst Ihr ja.
    Ich hab diese Hunde als Kind geliebt, bin mit ihnen auf Rollschuhe Gassi gefahren. Aber keiner von ihnen war ein einfacher Hund. Ob das jetzt ne Erziehungs- und Auslastungsgeschichte war, heute denke ich ja, damals eher ein "so einfach ist das nicht mit ihnen".
    Heute weiß ich mehr, trotzdem würde ich mir nen Schäfer nicht zutrauen.
    Aber mir gefallen die Stehohren, die schwarze Maske, die Mandelaugen.
    Ich kann nicht wirklich was mit den Minis anfangen, aber die Probleme, die die anderen mit ihren großen Hunden hatten als sie alt wurden (z.B. ne Freundin, Hund draußen zusammengebrochen, sie konnte ihn nicht tragen und er lag da bis Hilfe kam). Das wollte ich auch nicht.
    Und dann hab ich sie gesehen im Internet. Dort angerufen und mich nach dem Mini-Schäfi erkundigt, da sie mit 35 cm Schulterhöhe angegeben war.
    Als wir kamen, hat sie sich verkrümelt und versteckt. Aber zur Pflegestelle hatte sie Vertrauen, kam langsam und schüchtern. Sie wurde als sensibler Hund beschrieben, da sie wohl schon Tage vor unserer Ankunft mitbekommen hat, dass da was "im Busch" ist.
    Da hing sie nun auf dem Schoß der Frau wie ein Schluck Wasser. Leckerlie nehmen ging gar nicht, viel zu aufregend. Wir haben sie mehr oder weniger ins Geschirr "gestopft", denn das kannte sie nicht.
    Tja, ein Hund aus Rumänien - Tierschutz.
    Genauso wie die Hundekenner einen Hund nach bestimmten Eigenschaften aussuchen, war es bei mir das Gegenteil. Ich hätte gar nicht beschreiben können, was ich eigentlich genau will und suche.
    Aber ich war für alles offen und bin es noch.
    Ich bin selbst überhaupt nicht der ehrgeizige Typ. Es geht darum Spaß zu haben bei einer Sache, mehr nicht. Und den haben wir eben jetzt gemeinsam......

    Doch, ich glaube schon, dass es ihr noch besser gehen könnte...
    Bei schönem Wetter würde sie am liebsten den ganzen Tag draußen sein. Da wir keinen Garten haben, bleibt nur die Terrasse.
    Um das ganze zu perfektionieren, müsste natürlich auch ein Katzenklo her, damit sie nicht raus muss wenn es regnet.
    Super wäre auch jeden Tag ne mindestens vierstündige Wanderung durch Wald und Wiesen.
    Trotzdem denke ich, es geht ihr gut.
    Sie hat eine Familie, die sie betüddelt, verwöhnt und gerne hat.
    Sie hat ihre eigene Persönlichkeit: ein wenig launisch / zickig, mehr Katze als Hund, manchmal lahm, manchmal durchgeknallte Nudel.... und die passt zu uns super...

    Die Dame, die sich für Tino interessiert, ist wirklich sowas von cool und echt lieb.

    Ich mein, meine Planung war ja mehr oder weniger 08/15. Eigentlich nur die zeitliche Organisation: Männes Arbeit, Gassiplan für unsere Hündin, Tinos Abholung, Fahrt und im Schlimmsten aller Fälle: Tino zurück bringen.
    Übernachtungstechnisch war es halt so: ja mei, nen Schlafsack haben wir dabei, müde sind wir dann eh und Sommer ist es auch. Das wars.

    Aaber, hier plant jemand gleichzeitig mit: wo wir schlafen könen, Luftmatratze, Apfelkuchen backen, Abendessen, Frühstück, Rhein in Flammen, ja oder nein (ich war noch nie in Köln), Karte für die Öffis dorthin falls ja. Ob denn die Kids mitfahren oder nicht.

    Falls der Hund buddelt, ja wenn schon, so ein Loch kann man auch wieder zu machen. Falls er in den Gartenteich springt: Kein Grund zur Sorge, der ist nicht tief, da kommt er schon wieder raus.

    So eine Gastfreundschaft bin ich hier aus Bayern eigentlich nicht gewöhnt :gut:

    Nun gut, sie gibt ihn ab - hoffe für den süßen Wauz, dass sie ne tolle Familie findet.

    Was ich noch an Bedenken habe so im Moment:

    ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie der "richtige" Hund eigentlich aussehen sollte.
    Bis jetzt wurden keine Gründe genannt was an dem Hund und wieso er jetzt nicht zum Leben der TE passt. Dieser Punkt ist mir noch völlig suspekt - mal abgesehen von der Gefühlsduselargumentation.

    Es würde mich schon noch interessieren was denn genau nicht passt und vor allem was in welcher Form für den Hund auf jeden Fall im neuen Zuhause anders sein soll...

    Ich mein: Suche nette Familie, die Lust auf Agility hat - ist nicht gerade aussagekräftig.

    Und auch wenn es böse ist: irgendwie werd ich das Gefühl nicht los, dass wir vom "unbedingt-haben-will-Wauz" zu Weihnachten weil ja so süß nicht wirklich weit entfernt sind :hust:
    Doppelt passend: bald sind die großen Ferien, was in dieser Zeit passiert, naja....