Wir werden da nie auf einen Nenner kommen.
Ich find es ein bißchen merkwürdig. Auf der einen Seite schimpfen wir über Kollektivstrafe und Leinenpflichtschilder. Auf der anderen sind wir grade drauf und dran uns auf den gleichen "Universal-Regel-Schmarrn" hier zuzubewegen.
Das eine gast mich genauso an wie das andere wenn ich ehrlich bin.
Entscheidend ist für mich, dass mal jeder und ich meine wirklich jeder von dem Anspruch runterkommt, das ihm die Welt alleine gehört und alle anderen außen rum nach seinen Regeln tanzen sollen.
Das ist es doch weshalb es Krieg gibt.
Und ja, es kann mir auch passieren, dass meine mal auf nen anderen Hund zustartet oder einen Menschen erschreckt oder ein Radler ne Notbremsung machen muss (ist neulich passiert, sie ging km-weit rechts neben mir und gerade als ein Radler kam, schlägt sie nen Haken weil der Non-Plus-Ultra-Schnüffelfleck auf der anderen Seite des Feldweges war.
Gut, ist passiert, war nicht schön. Wir sind eben nicht unfehlbar. Leine hätte da auch nicht geholfen weil der Weg nicht breit ist.
Wichtig ist dann, dass ich wenigstens den Hintern in der Hose hab mich zu entschuldigen - und nicht den anderen noch anpflaume, dass er sich "in meinem Teil der Welt" überhaupt aufhält. Und das ist leider immer öfters der Fall.
Ich will keine neuen Schilder, ich will keine neuen Regeln, ich möchte einfach, dass man miteinander spricht.
Gerade hier bei uns gibt es z.B. so Wege, da sind viele Radfahrer unterwegs, teils Vollgas. Ja, da ist Leinenpflicht und ich leine meinen Hund nicht an. Böses Frauli. Aber - es würde den Radlern genauso nichts helfen, wenn wir zu fünft auf diesem Weg entlang gehen und jeder seinen Wuffel an der 2m-Leine hat. Genau dann würde es nämlich denen keinen Spaß mehr machen - sowas wäre doch auch Mist.
Und genauso ist es auch mit den Hundebegegnungen: Ja, nein, mit Leine, ohne Leine, leinenaggressiv, unsicher, ängstlich, spielverrückt, größenwahnsinnig, prollig. Da gibts keine Regelung und das ist doch gut so. Besser ist es miteinander zu reden, ein Gehör für die Belange des anderen zu haben.
Für mich persönlich spiegelt der ganze Gesetzes, Ge- und Verbotsdschungel nur die Blödheit und Bequemlichkeit der Menschheit wieder, die zu faul oder zu dumm ist einfach mal das Hirn einzuschalten oder sich in den anderen hineinzuversetzen bzw. ich überhaupt mit einem Thema auseinanderzusetzen.
Die Krönung des Blödsinns ist für mich immer dieses "Erschrecken"- Argument. Dann erschrickt man halt mal, es bringt einen nicht um. Da kracht der Düsenflieger durch die Schallmauer, der Sanka schaltet das Martinshorn genau an der Kreuzung neben mir an, ein Motorrad hat ne Fehlzündung, da rennt ein bellender Hund an den Zaun.
Gut, das ist dann halt so - aber deshalb brauchen wir nicht den nächsten Gesetzesentwurf im Bundestag. Was soll das? Wir merken doch jetzt schon, dass der, der sich am meisten beschwert und am lautesten schreit, seine Regelungen durchbekommt - egal, ob die sinnlos sind oder nicht. Und das kanns irgendwo nicht sein.