Beiträge von lotuselise

    Nun ja, bei den Meistern der Widersprüche darfst Du Dich dann aber auch gleich mit einreihen.
    Wenn auf einer Wiese 50 unangeleinte Hunde rumrennen und nichts passiert bzw. drei Trainer die Gruppe auf Level "friedlich" halten können -
    dann heißt das für mich im Umkehrschluss: wenn ich diesen 50 Hunden nacheinander auf meinem Gassiweg im Freilauf begegne, passiert genauso wenig.
    Also sind die Zustände auf Deiner angepriesenen Hundewiese genauso leichtfertig, unkontrolliert und fahrlässig wie draußen. Wo ist denn da der Unterschied??

    Außer, dass sich dort ne Meute spielwütiger Hundehalter samt ihren Vierbeinern trifft und man sich draußen die Mühe machen muss den anderen HH nach seiner Gesinnung zu fragen: Kontakt erwünscht oder nicht.

    Das wars dann aber auch schon.

    Auf der einen Seite 50 Hunde lustig rum wuseln lassen und drauf vertrauen, dass keiner den anderen frisst - und kaum ist man draußen, zum Überkontrollfreak mutieren.

    Auf der einen Seite dem Sozialverhalten der Hunde vertrauen - und kaum ist man draußen, spricht man ihm jede Fähigkeit dazu ab??

    Ich bin absolut ein Gegner von "die Hunde müssen das unter sich regeln" wenn ich merke, dass was nicht stimmt. Sei es, dass meine unsicher ist, ne Plattnase daherkommt, die sie nicht lesen kann oder eine Antipathie von einer Seite aus besteht.

    Dann handle ich, weise ihr an wie es weitergeht, unterbreche eine negative Kontaktaufnahme sofort, zeige Ausweichen als Alternative an.

    Die Regel allerdings ist das nicht. Ich greife da ungefähr genauso selten ein wie Dein Trainer auf der Hundewiese... ;) .

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    So un dwas mach ich dann jetzt in meinem Fall??
    Ich bekomme nächste Woche einen 8 Wochen alten Junghund. aber was mach ich wenn ich unterwegs im Feld etc bin? Da kann ich ihn nicht losmachen, ohne das Risiko das er auf und davon geht, weil ihn was erschreckt oder die wegfliegende Wachtel doch soooo viel interessanter ist...

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    Entweder HuHa sind total verantwortungslos und lassen ihren Hund frei auf alles zulaufen mit dem Satz "der will doch nur spielen" oder sie lassen ihn an der Leine und das arme Tier darf keinen Fuß in das Feld setzen...
    Man kann die Fellnasen doch mal kurz an der Leine aneinander schnuppern lassen, wenns passt, kann die Toberei losgehen, wenn nicht, dann kann man weitergehen

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    Nur hab ich schon zu viele HuHa gesehen, die ihren Hund nicht einschätzen konnten. nicht nur die eine. Und das geht mir gegen den Strich.
    Wenn eure Hunde wirklich dermaßen gut erzogen sind, das sie sofort zu euch kommen wenn ihr ruft und neben euch sitzen bleiben ´bis euer Gegenüber weg ist, ist ja auch nichts gegen einzuwenden.
    Wenn ich mir dann nicht schnell BEIDE Hunde geschnappt hätte und in die andere richtung gelaufen wäre und mein kumpel in der zwischenzeit den goldie eingefangen hätte, wär das mehr wie übel ausgegangen.
    Versteht ihr, um solche leute geht es mir.

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    Auch wenn ihr mich jetzt köpfen werdet. Ich bin durchaus FÜR eine Leinenpflicht. Zumindest überall in den Städten, Dörfern und Ansiedlungen. Und ich bin auch dafür, das Verstöße bestraft werden.
    Sondern weil dieser teil vielleicht 15 % aller HuHa ausmacht. Der Rest lässt ihre Hunde laufen, egal ob sie hören, agressiv sind oder Jagdtrieb haben.

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    Nur ich bin eben so nett und nehme ihn an die Leine, wenn ich jemandem begegne. Und für mich gehören Hunde in einer Stadt oder Dorf oder an einer Straße an die Leine. Fertig.
    Das war schon VOR Muffins Unfall so und wird auch immer so bleiben.

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    Was hätte ich anders machen können? Ich habe weit und breit keinen Hund gesehen. Muffin hatte keine Chance.

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    Ich kenne mich mit Hunden und deren Sprache genausogut aus wie jeder andere von euch.
    Mir geht es doch einfach nur um die, die ihren Hund eben NICHT einschätzen können...

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    Das kann keiner entscheiden. DESWEGEN muss ja eine allgemeine Leinenpflicht herrschen... so leid es mir ja auch tut...

    Bluemelein, das sind alles Beiträge von Dir. Du bist 21, soweit ich gelesen hab.

    Ich glaube Dir nicht, dass Du alles über Hunde, Ausdrucksverhalten etc. weißt. Weiß ich auch nicht, wann immer ich ne Frage hab, les ich hier im Forum nach - hier gibts Menschen, die weitaus mehr Ahnung haben wie ich, mich locker in die Tasche stecken. Aber das finde ich nicht schlimm, es gibt mir die Möglichkeit zu lernen und ja, lernen will ich.

    Und ich unterstelle Dir, dass Du so denkst, ganz besonders nach dem Unfall. Für mich ist das eher normal als wenn nicht. Wenn man sich ohnmächtig sieht, ausgeliefert - seinen Hund verliert, wütend, enttäuscht und traurig ist. Das wäre wohl jeder von uns hier - und Du hättest sicher eine Menge Zuspruch gefunden.

    Es ist ein harter Brocken zu schlucken, dass einem Unrecht widerfährt - und ja, es war Unrecht. Auch hier wirst Du diesbezüglich keinen Widerspruch oder Gegenwind finden. Opfer zu sein - das will keiner. - frag doch einfach mal die Hundeprofis hier wie man am schnellsten und effektiven einen Hund von seinem "runterpflückt" oder im Vorfeld blockt. Du wirst ne Menge guter Tips erhalten.
    Schau, es gibt so viele, die in einen Selbstverteidigungskurs gehen - dafür gibt es auch eine Menge Gründe.
    Sie tun das, obwohl es eigentlich nicht sein dürfte, Gesetze gibt.

    Du musst akzeptieren lernen, dass nur Du selbst etwas ändern kannst, Deine Umwelt kannst Du nicht ändern.
    Du gehst mit gutem Beispiel voran - aber erwarte nicht, dass es die anderen sehen und Dir folgen. Sie tun es nicht. Ob es jetzt ein Kind ist, dass beim Überqueren einer grünen Fußgängerampel überfahren wird, oder über rot läuft, oder sich zwei Hunde an der Leine verbeißen oder offline, und es endet für einen tödlich - vielleicht ist es rechtlich ein Unterschied, finanziell - aber ein geliebtes Wesen bringt es Dir nicht zurück.

    Ich glaube, dass Deine Gedanken ganz einfach und nachvollziehbar sind:
    Wie hätte das Ganze vermieden werden können? Du konntest das Geschehen nicht aufhalten und Dich beschäftigt die Frage "aber wie dann". Auch das find ich völlig normal und auch hier muss man die Antwort "gar nicht" erstmal verdauen.

    Momentan fängst du aber an wild um Dich zu schlagen - triffst teilweise die Falschen. Obendrein die, die Dir wahrscheinlich wirklich die guten Tips geben könnten, und das finde ich nicht gut.

    Versuche mal einen Anfang, in dem Du genau hinschaust was Deine in den Raum gestellten 15% betrifft. Wetten, dass es viel mehr sind?? Ich kann mich dran erinnern, als mein Jüngster noch im KiGa war. Ich holte ihn ab - und alles war Mist, gestritten mit seinem besten Freund. Auf meine Nachfrage bei der Erzieherin kam dabei raus: sie haben den ganzen Vormittag wirklich nett zusammen gespielt und es gab einen kleinen Streit kurz vor Mittag.
    So ist der Mensch, die negativen Erlebnisse merkt man sich viel eher.

    Mach Dir die Mühe, die positiven Begegnungen intensiver wahrzunehmen.

    Du wirst sehen, in spätestens einem Jahr saust Dein kleiner Mozart so gut wie ohne Leine. Du wirst diesen Thread lesen und schmunzeln.... Aber geh den Weg, und bleib nicht verbittert auf Deinem Standpunkt - entwickel Dich weiter..... Du kommst wahrscheinlich schneller bei der vermeintlichen "Gegenpartei" an, als Du es je für möglich gehalten hättest...

    Und jetzt sind wir ganz genau am Problem der Leinenpflicht angekommen.

    Es ist nämlich total Mist, wenn man den eigenen Hund an der Leine hat und attackiert wird. Krass ausgedrückt: Du hälst ihn eigentlich fest und schränkst ihn in der Bewegungsfreiheit so ein, dass er das Opfer ist, obwohl er es vielleicht nicht wäre.

    Auch hier hilft die Verordnung nichts. Man kann nicht immer unterstellen, dass ein fahrlässiger Hundehalter dahinter steckt, der verachtungswürdig ist: Hund kann sich losreißen, ein Halter stürzen, aus dem Halsband schlüpfen usw.
    Das meinte ich mit: man ist dann zur falschen Zeit am falschen Ort.

    Wenn die Leinenpflicht käme, würden sich mit Sicherheit noch weniger Leute die Mühe machen ihre Hunde zu lesen.
    Denn auch der Hund an der Leine kann "Auslöser" sein für die Attacke. Drohfixieren, Ohren nach vorne, Bürste und Schwanz hoch. Der Halter kann in dieser Zeit ganz normal mit seinem "ruhigen" Hund weitergehen. Wenn er nicht hinsieht, merkt er u.U. gar nichts davon.

    Just in dem Moment, wo sich beide angeleinten Hunde begegnen, kommt es zur Attacke. Wie aus dem Nichts - war ja keiner aufmerksam. Wozu auch, man wägt sich in Sicherheit, die Hunde sind ja angeleint.
    Es gibt ne Beißerei und beide Hundehalter werden die Leinen loslassen. Was anderes kann man ja nicht tun - weil sie gegenseitig verheddern.

    Was hat die allgemeine Leinenpflicht dann gebracht?

    Ich glaube diese Beispiele sind nicht weit hergeholt, sondern durchaus realistisch...

    Ganz ehrlich, ich kapiers grad überhaupt nicht so im Allgemeinen:
    Dieser Hund ist ein Pflegehund.
    Sucht man dafür nicht den passenden Endplatz?
    Klar wird das vielleicht schwierig - aber macht es Sinn so einem Hund seine "Veranlagung" wegzusprühen??
    Nur damit er ein Jedermannshund wird?
    Ich stell mir gerade diesen Hund mit seinem neuen Herrchen am Hundestrand an der Nordsee vor...
    Hier zum Beispiel:
    http://www.nordseerobbe.de/bilder/Hundestrand-Eingang.JPG :???: :???:

    Was mich am allermeisten nervt, ist, dass aus "unserer" eigenen Fraktion solche bescheuerten Vorschläge kommen.

    Wie oft, wirklich wie oft nehm ich Rücksicht - und das mehr als ich müsste. Rufe meinen Hund ran oder stoppe ihn?

    Egal, ob ein Auto unerlaubt auf dem Schleichweg unterwegs ist und ich sie in die Wiese am Wegrand zitiere, oder ob gemeinsamer Rad- und Fußweg ist, wo eigentlich der Radler laut Gesetz auf mich Rücksicht nehmen müsste, bitte ein Kind, ob es schnell meinen Hund an den Brunnen lässt, weil sie Durst hat.

    Scheiß drauf, Leine ran - 2 Meter darf die haben - und alles ist super. Nix mehr mit Rücksicht, hab ja angeleint....
    die Non-Plus-Ultra-Forderung erfüllt.

    Ganz ehrlich, hier in meiner Umgebung könnte ich meine Mitmenschen teilweise mit ner Leine sowas von schikanieren. Denn kürzer als 2 Meter - steht ja nirgendwo im Gesetz.

    Ich frag mich in welchem Leben leben die Pro-Leinen-Fanatiker überhaupt mit ihrem Gebrülle nach noch einem Gesetz? Als ob wir nicht schon genug davon hätten.

    Jeder, und ich behaupte wirklich jeder hier hat schonmal mit irgendeinem Gesetz negative Bekanntschaft gemacht
    weil ein Paragraphenreiter unterwegs war. Weil die persönlichen Umstände bei der allumfassenden Regelung nicht berücksichtigt werden konnten, weil man durchs "Raster" fiel. Darauf wette ich.

    Am Stammtisch beschwert Ihr Euch darüber und hier schreit Ihr danach - muss ich nicht verstehen, oder???

    @bluemelein
    Du widersprichst Dir ja schon in Deinen eigenen Beiträgen. Auf der einen Seite plädierst Du für Rücksichtnahme, auf der anderen für generelle Leinenpflicht.

    Auf der einen Seite bestehst Du auf Einhaltung der Leinenpflichtvorschriften, auf der anderen mißachtest Du sie selbst, da Deine Hunde angeblich in Wald und Wiese frei laufen dürfen, was nicht so ohne weiteres erlaubt ist.

    family-penny
    So weit,so gut - leinen wir die Hunde immer und überall an, setzen wir ihnen immer und überall Maulkörbe auf.

    Dann gibts zu 100% keine Bisswunden mehr, akzeptiert.

    Aber:

    ist das dann noch mit Tier- und Artenschutz vereinbar?

    Du kannst Dich auch in nen Atombunker mit Tageslichtlampe, gefilteter Luft, abgekochtem Wasser und Astronautennahrung setzen, mit Watte einpacken und niemals mehr rausgehen - die Wahrscheinlichkeit, dass Dir dann ein Arbeits-, Betriebs-, Verkehrs- oder Freizeitunfall passiert - nahe null.

    Ist das dann lebenswert?

    Leben ist nunmal gefährlich, für Hund und für uns. Wenn ein Unfall passiert, dann ist die Ursache meistens ein menschlicher Fehler oder zur falschen Zeit am falschen Ort.

    Hier, ca 3km vom Ort auf der Bundesstraße entfernt, derrennen sich in relativ kurzen Abständen immer wieder Autofahrer, obwohl die Strecke überschaubar und eigentlich leicht zu fahren ist. Prävention - der Blitzer.
    Es wird keine Woche dauern, dann gehts mit Tatütata wieder an diesen Streckenabschnitt. Es wird kontrolliert, bestraft, und trotzdem gibt es Tote.

    Nenn mir nur ein Gesetz, welches Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten aufgrund seines Bestehens auf Null bringt - Du wirst keins finden. Warum denkt Ihr dann, dass das ausgerechnet bei der Leinenpflicht funktonieren wird??

    Und selbst wenn sie käme und Mißachtungen streng verfolgt würden. Was würde denn geschehen? Genau die Halter der Tut-Nixe und Kampfhunde (ich schreib das jetzt extra so, weil es tatsächlich HH gibt, die das witzig finden, wenn ihr Hund andere unterwirft, nötigt oder mobbt) wirst Du dann vermehrt an den Stellen treffen, wo eben kein Leinenzwang herrscht.

    Es kann auch nicht im Sinne sein, dass der Hund einses Halters mit der "scheiß-dir-nix-dann-fehlt-dir-nix" - Einstellung im Ergebnis den glücklicheren Hund hat als derjenige, der sich an moralische und gesetzliche Regelungen hält - und genau das wäre die Folge.

    Nettes Nebenergebnis: dann begegnest ihm halt woanders.

    Zu mir hat mal eine Krankenschwester gesagt, als ich Bedenken hatte wegen plötzlichem Kindstot, weil mein Sohn als Baby nur auf dem Bauch einschlafen konnte:

    "Man sollte nie vergessen, es gibt auch sowas wie ein Schicksal, man kann sich nicht vor allem schützen".
    Dieser Satz begleitet mich nun seit 21 Jahren.... sie hatte Recht.

    Schade, ich hätte schon noch ein paar Fragen gehabt:

    - wie lange hattest Du Zeit, bis der Hund in den Jagdmodus umschaltet?
    - was passiert wenn die Batterien leer sind?
    - was wurde wie und wie lange trainiert?
    - wie sah das Schleppleinentraining genau aus?

    Ohne diese Angaben kann man die Stärke des Jagdtriebs überhaupt nicht einordnen. Aber ist ja eigentlich auch egal....