["LiebtAvaro"]Hallo,
Zitat
habe seit ca. einem Monat einen Mischlingsrüden aus der rumänischen Smeura, Avaro.
Der süße ist jetzt 10 Monate alt.
So alt war unsere auch, als wir sie bekamen.
Zitat
Schon vor der Besichtigung wurde mir mitgeteilt, dass er etwas zurückhaltender ist und sich auf jeden Fall erstmal an seine neue Umgebung und den Besitzer gewöhnen müsste.
Sie hat sich erstmal versteckt, als wir kamen - noch heute hat sie ein Problem mit Fremden wenn diese sie anstarren oder bedrängen.
Zitat
Kein Problem, dachte ich mir, mit anfänglicher Ruhe um die neue Umgebung zu erkunden, jeder Menge Leckerlies und Zuwendung würde sich dieses ''Problem'' schon beheben lassen.
Stubenrein war er auch nicht, wurde mir mitgeteilt. Alles an und für sich keine große Sache; sollte hinzukriegen sein.
Seltsamerweise war unsere stubenrein. Wie ihr das beigebracht wurde, möchte ich ehrlich gesagt nicht wissen. Ihr ist einmal ein Malheur passiert mit Durchfall, neulich hat sie auf die Couch gereiert. Ich war mehr mit Hund trösten beschäftigt als mit dem Lappen..
Zitat
Bei der Besichtigung selbst verkroch er sich erst in die hinterste Ecke, da ich fremd für ihn war.
Die Frau von der Tiernothilfe holte den kleinen zu mir auf die Couch, wo ich mich hingesetzt hatte, dort blieb er zuerst ängstlich neben mir sitzen.
Später setzte ich mich auf den Boden, die anderen Hunde kamen neugierig und stürmisch auf mich zu, um den Gast zu beschnuppern - Avaro nicht. Er legte sich in großem Sicherheitsabstand auf den Boden.
Nach einigen Minuten traute er sich jedoch, auf mich zuzugehen, kurz zu schnuppern und sich dann wieder hinzulegen.
Immerhin etwas, unsere war unterm Brombeerbusch verschwunden... als wir sie zum Auto trugen, machte sie einen Angstbobbel und wollte sich drunter verkriechen.
Zitat
Noch am selben Tag nahm ich ihn mit zu mir und schon fing die ''Misere'' an.
Zuhause angekommen verkroch er sich sofort dort, wo ihn niemand finden würde.
Ich machte ihm seine Ecke fertig und trug den kleinen dorthin. Um in sein neues Leben zu starten war alles vorhanden.
Wie die Frau von der Tiernothilfe gesagt hatte, ließ ich ihn erstmal ein wenig für sich, war auch zwei Tage jeweils 8 Stunden arbeiten. Dies sollte kein Problem darstellen, versicherte mir die Frau, im Gegenteil, sogar besser.
Die Tage darauf fraß er nichts richtiges, machte weder Pipi noch Groß, bewegte sich kaum und fing sogar an, das minimale Bisschen an Leckerlies zu erbrechen (eine weißliche Masse mit halb verdauten Leckerlie-Bröckchen).
Ich rief die Frau an und schilderte ihr Avaros Verhalten. Sie meinte zu mir, das wäre normal wenn ein Hund unter Stress stehe, es sei nichts Schlimmes.
Das Erbrechen ging schnell wieder vorbei und Avaro traute sich nachts, während ich schlief, sogar zu fressen und zu trinken und machte auf das Handtuch, was ich ihm ganz Welpen-Like ins Zimmer gelegt hatte. Mit einer Spur aus Leckerlies fand er also dorthin.
Alles anzeigen
Unsere Maus fraß anfangs auch nur nachts. Ich konnte mir es nur so erklären, dass sie wartete, bis sie in Ruhe an den Napf konnte und ihr das Fressen niemand streitig machte.
Zitat
Sobald ich jedoch wach war verkroch er sich schnell wieder in seine Ecke und duckte sich.
Wenigstens ein kleiner Fortschritt, dachte ich mir.
Jeglicher Versuch, ihn gänzlich aus seiner Ecke zu locken scheiterte. Leckerlie schnappen, wenns nicht zu weit weg ist und schnell wieder in Ausgangsposition hinlegen.
An der Leine gehen ist überhaupt nicht drin, wie gesagt, er bewegte sich kaum.
Selbst als ich ihn nach draußen in den Garten trug und ich mich zu ihm setzte saß er zuerst mit eingeklemmtem Schwanz vor mir, versuchte dann aber zu flüchten, was ihm aufgrund der Leine nicht gelang.
Setz Dich einfach hin, tu es immer und immer wieder. Tu genau das, was einen "normalen" Hund langweilen würde. Am Anfang haben uns alle ausgelacht. Unsere Hündin musste man mehr oder weniger mitziehen (was aber auch ne ganze Weile dauerte, meine Freundin wurde von ihrer Hündin hinterhergezogen). Anfangs mussten wir bei jedem Passanten, jedem Hund, einfach allem die Straßenseite wechseln. Ich hab mich dann mit ihr in die Fußgängerzone gesetzt - sie unter der Bank hinter meinen Beinen, im Rücken die schützende Hauswand: Menschen gucken. Auch das ging ne ganze Weile so....
Zitat
Selbst mit Leckerlies war es höchstens für 3 Minuten gut an der Leine, in der Zait stand er da und futterte..doch dann kam wieder der Fluchtversuch. :/
Da ihm die weiteren male Angstpipi kam, als ich ihn nach draußen trug, um es nochmal zu versuchen, hab ich die Versuche erstmal eingestellt.
Guck Dir mal die Smeura auf Google Maps an - sie ist am A**** der Welt, Dein Hund kennt also so gut wie gar nichts....
Zitat
Nun ist knapp ein Monat vergangen und seit ein paar Tagen macht Avaro aus unerklärlichen Gründen in sein Bett, Pipi und Groß. Dabei hatte sich garnichts geändert, die Leckerliespur liegt immernoch zum Handtuch hin im Zimmer.
Großartig bewegen tut sich der kleine immernoch nicht wenn ich im Raum bin, er beobachtet mich immer ganz genau, reagiert auch auf allmögliche Geräusche mit Ohrenaufstellen.
Aus seiner Ecke zu locken ist er immer noch nicht.
Es hat bei uns ewig gedauert bis sie endlich wirklich entspannt ohne Ohrenradar schlief..
Gehe ich auf ihn vorsichtig und in geduckter Haltung zu, ist er angespannt, flieht jedoch nicht.
Zitat
Wenn ich mich zu ihm lege und ihn streichel entspannt er sich auch nach kurzer Zeit und holt sich Leckerlies, die ich ganz nah vor mein Gesicht halte. Er traut sich so also schon ein Stück auf mich zu.
Gestern ist er sogar neben mir eingeschlafen, als ich lange bei ihm lag.
Sag ich doch, in der Ruhe liegt die Kraft...
Zitat
Mit seinem Kauknochen spielt er nachts liebend gerne rum, pfeffert ihn durch seine Ecke, der Ball rollt ebenfalls die halbe Nacht^^ Halte ich diese Sachen in der Hand während ich vor ihm liege und fuchtel damit vor seiner Nase rum zweigt er zwar Interesse und folgt den Gegenständen mit dem Kopf, schnuppert auch dran, aber mehr auch nicht.
Es hat ne halbe Ewigkeit gedauert bis unsere das erste Mal wirklich unbeschwert über ne Wiese hüpfte, ich hab mich gefreut wie Bolle darüber...
Zitat
Das mit dem Fressen ist auch so eine Sache. Er frisst gut, hat also einen gesunden Apetit.
Ich gebe ihm hauptsächlich Trockenfutter, unter das ich 2 - 3 mal die Woche Nassfutter oder Reis mische, so als kleine Besonderheit :)
Jedoch tut er das auch meistens nur, wenn ich mich nicht im Raum aufhalte. Danach ist sein Napf ratzeputze leer.
Ab unr zu traut er sich dann doch mal auf den Napf zu, wenn ich im Raum bin.
Siehe oben - aber es wird schon. Das dauert alles seine Zeit. Viele haben mich gefragt, was mein Hund schon kann - ich wollte in die Junghundegruppe, dafür waren wir zu alt. Außerdem hatte sie Angst vor allen größeren Hunden. Wir haben gut das erste Jahr mit einer Aufgabe verbracht: die Umwelt kennenzulernen...
Zitat
Meine Vermutung ist, dass sein Verhalten daher rührt, dass er in seinen ersten Lebensmonaten sehr sehr schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht hat; vermutlich war er in Rumänien ein Straßenhund.
Da er bei der Besichtigung, wo er 2 Wochen auch noch mit andren Hunden zusammengelebt hat, deutlich munterer war, ist meine Vermutung ebenfalls, dass er sozialisierter mit Hunden ist.. nur ein Zweithund würde nicht infrage kommen..
Er kennt demnach noch nicht viel, keine Kommandos, keine Stubenreinheit, kein garnichts.
Zu schnelle Gesten erschrecken ihn; zwar nicht mehr so enorm wie am Anfang aber immernoch zu sehr, wie ich finde.
Nach dieser hoffentlich doch recht detailreichen Schilderung hoffe ich auf Antworten von euch zu den Fragen:
- Mache ich etwas grundlegendes falsch bei ihm?
- Ist sein Verhalten normal mit dem Hintergrund, dass er wahrscheinlich ein Straßenhund war?
- Wie kann ich an ihn denn nun am Besten herangehen?
Meine Überlegung war es, auf jeden Fall auch eine Hundetrainerin zu rate zu ziehen; nur wollte ich mich vorher an dieses Forum hier wenden.
Nein, Du machst nichts falsch - aber Du musst Dich in Geduld üben: es dauert. Man sieht andere Hunde im gleichen Alter und die haben keine solchen Probleme. Irgendwie fühlt man sich immer als ob man ein Defizit hat. Und im Endeffekt hat man das auch. Du wirst es noch sehen. Wenn Dein Hundi irgendwann erstmal aufgetaut ist, dann ist es so, als ob er seine Welpenzeit nochmal nachholt: Du hast dann sozusagen mit 1 1/2 Jahren nen wirklich "läppischen" Hund.
Die Trainerin kann Dir nicht wirklich helfen - wie denn auch. Du hast keinen Problemhund. Du hast Freitag von Robinson Crusoe oder Tarzan in der Stadt. Verstehst Du was ich meine?
Lies Dir mal den Angsthundthread durch - es lohnt sich....
Du musst nur immer fest dran glauben, dass irgendwo in Deiner Schissernase ein kleines, mutiges Hundeherz steckt. Das ist nicht einfach. Bei mir war anfangs die ganze Familie frustriert: alle freuten sich aufs Gassigehen, nur eine nicht - unser Hund.....
Für Psychopharmaka bin ich nicht, wenn, dann würde ich zu nem Heilpraktiker gehen....
Das wird schon, zwar im Schneckentempo, aber es wird, wirst sehen....
Zitat
Ich möchte dem Hund ein schönes Leben geben, mit ihm Spaß haben, mich freuen wenn er Fortschritte macht, ihn an meinem Leben teilhaben lassen und er mich an seinem.
Zusammen mit ihm durch die nächsten 10-15 Jahre gehen.
Wirst Du auch, nur der Take-Off dauert etwas länger...
ich
ps: hier die Links zu zwei Bildern von ihm
http://i54.tinypic.com/2zee0y0.jpg
http://i56.tinypic.com/2nlzudy.jpg