Es gibt eine uralte Geschichte, die mir immer und immer wieder von meiner Oma erzählt wurde.....
Meine Oma hatte schon immer Schäferhunde. Meine Mutter kam mit mir im Kinderwagen an, der Schäfi steckte seine Nase rein und knurrte, was das Zeug hielt. Als ich dann krabbeln konnte, war meine Mom wieder mal mit mir zu Besuch - und nach ner Weile fiel auf: ich war weg...... und Hund auch. Panik, die Sucherei ging los: wo ist der Hund, wo bin ich?? Hat wohl ne Zeit gedauert bis sie uns beide gefunden hatten. Zusammen unterm Tisch mit ner Packung Kekse, die wir abwechseln futterten: einmal biß ich ab, einmal der Hund - abwechselnd.
Klar will ich nicht sagen: lass mal Kind und Hund alleine, die machen das unter sich aus - sowas wäre ja echter Quatsch und einfach nur Fahrlässig.
Aber es sagt mir auch, dass wenn keine hyperventilierende Panikmutter (meine Mom hatte zu der Zeit den Spitznamen "Dr. Antibazillus"), so pingelig war sie mit mir, und dem Hund nicht unterstellt wird er sei ein gefährliches Monster, dann funktioniert das auch.
Habt Ihr schon mal gesehen wie sich Geschwister beißen, schlagen, an den Haaren ziehen, streiten, weil einer eifersüchtig auf den anderen ist??? Meistens hält die Begeisterung übers Geschwisterchen nicht wirklich lange an, weil Erstkind merkt: jetzt muss hier geteilt werden. Und zwar alles für immer.
Jetzt hast Du acht Monate Zeit um langsam Raum zu schaffen fürs Baby. Damit Hund eben nicht serviert bekommt: rumms, ab heute spielst Du die zweite Geige.
Selbst wenn Dein Hund mal knurrt oder in die Luft schnappt ist das kein Weltuntergang. Vielleicht hast Du selbst Geschwister - die gehen weitaus ruppiger miteinander um, deshalb gibt man auch keinen weg.
Egal ob der "Erstgeborene" ein Hund oder ein älteres Geschwisterkind ist: Deine Aufgabe ist es, den richtigen Umgang zu zeigen mit dem Neuankömmling.
Die Schutzzonen für beide finde ich auch wichtig - und auch hier ist es gleich: Das Krabbelkind hat nicht die Bauwerke, auf die das ältere Kind so stolz ist zu zerstören, der Hund darf auch etwas "nur für sich alleine" haben:
Spielzeuge, einen Ruheplatz - was ihm eben wichtig ist.
"Der Hund hat sich anzupassen". Das reicht nicht - und ganz allgemein widerstrebt es mir, wenn man von einem "dummen" Hund mehr erwartet als von einem Menschen z.B. Geschwisterkind. Das kann doch gar nicht funktionieren. Es ist einfach nur unfair.
Denk nochmal drüber nach was Du da verlangst.
Der Hund von vor der Geburt ist noch der gleiche Hund wie der nach der Geburt. Warum sollte der plötzlich zum Monster mutieren? Warum unterstellst Du ihm sowas? Zeig ihm, wie er sich richtig verhalten soll und gesteh ihm auch zu, dass er sagt wenn ihm was nicht passt. Ach ja, er kann ja nicht sprechen - dann lerne seine Laut- und Zeichensprache.