Beiträge von lotuselise

    Wichtig finde ich auch die eigene Belastungsgrenze zu hinterfragen. Auch hier denke ich an bestimmte Threads und Menschen.

    Es hilft gar nichts, wenn andere das alles easy packen, man selbst aber eben nicht. Was der eine mit Kreativität, Durchhaltevermögen und Einsatz, evtl. auch Verzicht fast nebenbei durchzieht, muss noch lange nicht für jeden zu schaffen sein.

    Das "man wächst mit den Aufgaben" funktioniert beim Einen (auch hier denke ich an Kathrin, die so meine ich, sogar über sich selbst rausgewachsen ist), kann aber genauso zum Scheitern beim Anderen verurteilt sein, weil jemand an Problemen verzweifelt über die ein anderer vielleicht nur müde lächeln würde (anderer Thread)

    Wenn man also generell der Typ ist, der sich bei Schwierigkeiten am Liebsten in nem Loch verkriechen würde oder die Bettdecke über den Kopf zieht - dann sollte man sich das mit der Hundeanschaffung auch nochmal überlegen.

    Hundeprobleme lassen sich nicht aussitzen, darüber sollte man sich im Klaren sein.

    Birgit, ich schließ mich Dir an.

    Im August 2009 ging ich mit meiner Maus spazieren und dachte so bei mir:
    "Geil, mein Leben ist eigentlich perfekt"....
    Im September gings dann los: Vollgas abwärts, Endstation unbekannt. Ich hatte Glück. Alles wurde doch noch gut. Jetzt ist wieder August - ja - und es passt wieder. Seit genau einem Monat.

    Aber der Weg dazwischen war weder leicht noch lustig. Zumindest weiß ich wie es sich anfühlt wenn Verantwortung so drückt, dass der Schlaf wenig wird.

    Schön, wenn andere sowas noch nie hatten....

    @jo

    komm, sei doch mal fair: stell Dir doch mal Deine ganze Geschichte anders vor - nämlich ohne Partner. Noch ein bisserl weiter: die Trennung war nicht so ganz emotionslos und Ihr hattet einen gemeinsamen Freundeskreis, der sich nun mehr Deinem Ex-Partner und seiner Neuen zuwendet.

    Wo stündest Du dann??

    Und mal ehrlich: wer kann sein Leben 100%ig die nächsten 15 Jahre vorplanen. Planen, dass immer ein Hund reinpasst. Dass sich nichts so verändern kann, dass es nicht mehr geht.

    Es gibt so viele Leute, die es versuchen, die so denken. Das sieht man oft am Hausbau und der Finanzierung. Wieviele Häuser werden zwangsversteigert?? Ich fände es gemein all diese Menschen mit ihrem Scheitern, mit ihrer Enttäuschung als naiv und dumm hinzustellen.

    Was Erni betrifft und sie schreibt es selbst: es fühlt sich sch*** an, wenn man versucht sein Bestes zu geben und dann reicht es doch nicht. Muss sowas immer Egoismus genannt werden??
    Es ist ja schön, wenn hier immer aller auf der Gewinner- und Sonnenseite des Lebens stehen. Kann es deshalb keine Menschen mehr geben, die sich überfordert fühlen, weil es die nicht geben darf??

    Wir Menschen sind verschieden. Jeder hat seine Schwächen und seine Stärken. Aber deshalb braucht man nicht auf den anderen herabsehen, ihn verurteilen und ihm vorzuwerfen, dass er nicht sein Möglichstes tut. Das Möglichste ist eben auch bei jedem anders. Genauso wie die Schmerzgrenze etwas auszuhalten und das Durchhaltevermögen etwas durchzustehen.

    Alle wollen sie für sich haben, die http://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz. Nur, wer hat sie auch für andere???

    Hmhh - eigentlich komisch.

    Im Endeffekt finde ich, hat es der Rassehund viel schwerer als ein Mischling. Bei ihm ist genau definiert was er können, wollen und mögen soll, seine Eigenschaften bzgl. des Verhaltens etc.

    Im Vergleich dazu hat es das Ü-Ei leichter. Man guckt, was sich da so an Trieben entwickelt, geht darauf ein und schaut, dass es passt. Irgendwie muss man flexibler sein bei der Geschichte, weniger Erwartungshaltung haben.

    Ich glaube, wirklich schwierig im eigentlichen Sinne ist keine Hunderasse - wir haben Schwierigkeiten damit, weil wir teilweise vergessen haben oder erst gar nicht informieren, was wir uns da eigentlich ins Haus geholt haben.

    So ähnlich wie beim Schmusekätzchen. Da sieht man die süßen Samtpfötchen und ach so niedlich - vergisst aber, dass da ganz schön fiese Krallen drin versteckt sind....

    Und ich weiß auch nicht, welcher Hundehalter mehr enttäuscht ist:

    Einer, der sich einen speziellen Rassehund anschafft, der an den Anforderungen scheitert.....

    oder der 08/15 - Mischlings-HH, dessen Hund aufeinmal "Spezialitäten" zeigt...

    Ich weiß auf jeden Fall, dass meine eichhörnchenjagende, höhenverrückte Wachgurke für uns genau richtig ist...


    @erni

    Du denkst zu viel nach: niemand von uns hat jemals im Vorfeld eine Garantie dafür erhalten, dass seine Entscheidungen für die Zukunft richtig waren. Es stellt sich immer erst hinterher raus. Oft macht man sich eine Million Gedanken, plant bis ins Detail - und am Ende kommt doch was anderes raus. Das ist so, das macht das Leben aus, sonst wärs ja auch irgendwo langweilig und nicht mehr spannend.

    Dein Herz schlägt momentan für Unabhängigkeit, Reisen, Freiheit, neue Bekanntschaften. Diese Entscheidung ist gefallen.

    Jetzt kommt der Kopf ins Spiel und Du denkst drüber nach: Was, wenns schief geht? Und obendrein hast Du noch Angst vor dem Alleine sein, dass Du einsam sein könntest.

    Zitat

    meine Entscheidung sicher bereuen werde, weil mir ein Hund viel mehr geben kann als alle Menschen dieser Welt und ich es sicher vermissen werde, nach einem harten Arbeitstag vom Hund begrüßt zu werden. [i]Menschen kommen und gehen, aber der Hund bleibt.

    Das hast Du geschrieben und das ist was nicht passt: es gibt nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen, der Rest wird auch gegessen. Es wird nicht funktionieren einerseits das Abenteuer zu suchen und andererseits Sicherheit zu wollen. Wenn Du Nera nur aus diesen Gründen behältst wäre das gemein - denn sie kann ja nicht aus bzw. Du würdest sie ausnutzen.

    Also, wenn schon Abenteuer, dann richtig. Steck Nera nicht in die Warmhalteschleife. Kennste ja wahrscheinlich selbst, die sogenannte "Beziehungspause", in der man macht was man will, guckt, ob was besseres hergeht - und wenn nicht - wieder zum/zur "Ex" zurückgeht....

    Eins ist jedenfalls sicher: Du wirst mal auf die Nase fallen, Du wirst sicher nochmal enttäuscht werden - aber Du stehst auch wieder auf, keine Sorge. Nur, alles im Vorfeld abzuklären, das haut nicht hin....

    Einige tun hier so als ob Verantwortung das Maß aller Dinge wäre...

    Ich bin öfters mal hier in dem Forum an dem Punkt, dass ich glaube, entweder ich bin völlig weltfremd oder so mancher lügt hier rum.

    Wer will den schon einen Partner, der nur aus Verantwortungsgefühl bei einem bleibt, noch besser wegen der Kinder - und sonst ist einfach nix mehr da

    Das berühmte Baby zum Kitten einer Beziehung, weil man den Mann "in die Verantwortung" nimmt.

    Wirklich tolle Beziehungen - ich finde es mehr als erstaunlich, dass hier einige so eine Konstellation erstrebenswert finden.

    Ja, ja, bla, bla, der Hund ist keine Mensch. Ne, der ist noch schlimmer dran weil er die tollen Vorteile der Verantwortung nicht definieren kann, während für ihn nur eins übrig bleibt:

    das Gespür, dass sein Partner Mensch nur noch halbherzig bei ihm ist.

    Und an genau dieser Stelle müsst Ihr Euch jetzt entscheiden: geht es einem Hund nur drum, dass er seine Grundbedürfnisse befriedigt bekommt oder ist da ein Mehr, welches man Beziehung nennt.

    Wenn es diese Beziehung gibt, dann langt der Partner mit Verantwortung, Mitleid, was auch immer, nicht wirklich zum glücklich werden - dann fehlt da was Wesentliches.

    Mit Honig um den Mund schmieren hat das, was ich schreibe weniger zu tun. Aber es ist so wie es ist: man kann eine Abgabe in ein neues Zuhause auch von zwei Seiten betrachten:

    1. als Abschieben eines ungeliebten Partners mit vier Beinen oder
    2. als Chance dem abhängigen Partner mit vier Beinen die Möglichkeit zu geben die "gescheiterte" Beziehung, in der man sich "auseinandergelebt" hat, zu verlassen.

    Ich versuche eigentlich immer meine Einstellungen, Ansichten so geradlinig wie möglich zu gestalten. Ja, und Mist, ich will keine solche Verantwortungskiste-Beziehung. Nicht für Hund, nicht für mich. Wie heißt es doch so schön:

    "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende".

    Und zu Erni zurück: sie hat mit 17 den Hintern in der Hose eine Beziehung fair zu beenden und das, obwohl sie wahrscheinlich selbst enttäuscht wurde. Ich denke, sie macht es so, wie sie es für sich gerne gehabt hätte. Sie schreibt hier und damit ist sie für mich schon meilenweit entfernt von einer Altersgruppe, die Beziehungen teilweise mit der Änderung des FB-Status oder per SMS beendet.....

    Weißt was ich überhaupt nicht verstehe ist folgendes: ich hab überhaupt keine Lust mit Dir zu diskutieren, ob man Jagdhunde am besten zur Jagd oder Hütehunde am besten zum Hüten verwendet.
    Finde ich gelinde gesagt bescheuert.

    Das geht für mich völlig am Thema vorbei und ganz offensichtlich willst Du einfach nicht kapieren worauf ich rauswill:

    Abessinerin wars glaub, die in etwa angedeutet hat: wer braucht heute noch Spezialisten??

    Meine Meinung ist auch, dass man sich nicht auf der einen Seite hinstellen kann und in den Raum brüllen: Spezialisten gehören nur in die Hand von Profis, die diese Hunde auch wirklich exakt nach Bestimmung arbeiten lassen.......

    ..... und sich auf der anderen Seite keine Gedanken um schwindende Nachfrage und Genpool zu machen braucht.

    Wie sieht es denn so aus bei der Schafhaltung?? Der Hütehaltung, der Landschaftspflege, den EU-Subventionen usw.....????

    Ist mir tatsächlich was entgangen, was das betrifft und die Branche boomt??

    Was machen wir denn jetzt? Lassen wir die Rassen aussterben oder Gummischafe durch die Gegend rollen, wie hier so spöttisch bemerkt wurde???

    Hi Erni,
    ich finde es gut wie Du es jetzt machst.

    So wie Du das alles beschrieben hast, liest es sich sehr fair: eine Partnerschaft, in der sich einer von beiden "Wegentwickelt" hat. Ich denke man kann sich auch auseinanderleben, wenn sich in einer Beziehung nur einer vom gemeinsamen Weg immer weiter entfernt.

    Genau so sehe ich das bei Euch. Du hast Dich weiterentwickelt, in eine andere Richtung als Dein Partner Hund. Und ich denke, sowas sollte man auch respektieren.

    Für diese Entwicklung gibt es keinen Vorwurf, keine Wertung. Die kann mit 17, mit 27 und wahrscheinlich auch mit 57 genauso passieren.

    Der einzige Unterschied zur Mensch/Mensch-Beziehung:
    Du trennst Dich von einem abhängigen Partner. Das ist, was Deine Verantwortung betrifft - und auch das machst Du: Du suchst Ihr ein gutes, neues Zuhause

    So ehrlich, ohne Vorwürfe, wie Du diese Trennung herbeiführst: das wär eigentlich der Klassiker für "lass uns Freunde bleiben" wenn der Schmerz beim Verlassenen nachgelassen hat. Diesen Schmerz hat ein Hund, so glaube ich, eher nicht - dafür solltest Du ihm eine längere Zeit zugestehen um sich neu zu orientieren.

    Selbst wenn es der letzte Dienst sein sollte, den Du Nera erweist, nämlich Deine Lieblingsbar eine geraume Zeit zu meiden - dann würd ich das tun: ihr zuliebe. Damit sie klar kommt. Denn von all den Dingen, die mit Dir passiert sind, versteht sie als Hund nichts.

    Viel Glück Du Weltenbummlerin!!