Lach, stimmt Nicky. Schauen wir mal als Kontrabeispiel an, wo ich lebe: Hamburg, Großstadt, viel Verkehr, laut, viele Menschen und Hunde, Katzen, eigentlich laufend neue Situationen im Alltag und die Stadt, durch die eigentlich in Puncto Hund, Hundehaltung und Verständnis von sich so viel geändert hat.
Bis zum Jahre 2000 war eigentlich in Bereich Hundehaltung alles supergut und flauschig. Hunde gab es, sie leifen auch frei rum, manchmal gab es Beissereien und wenn hier grad was seine Runden allein drehte, so what? Wird schon gutgehen.
Dann passierte in Wilhelmsburg ein grausiger Beißunfall mit zwei Listis und einem Kind, wobei das Kind zu Tode kam.
ein Pärchen hatte seine beiden Hunde, Zeus und Gipsy, in der Nähe einer Grundschule freilaufen lassen und diese attackierten dieses Kind in der Pause mit tödlichen Folgen für Kind wie Hunde.
Leider hatten diese Hunde ein großes Prob mit Kindern, Menschen allgemein, anderen Tieren eine niedrige Reizschwelle und hohes Aggressionpotenzial... Es war bekannt, Anwohner hatten sich schon mehrfach an verschiedenen öffentlichen Stellen beschwert und nichts geschah.
Was dem Entsetzen folgte war: Ein schnellgestricktes "Kampf"hundegesetz auf Druck der Medien, Einzug der Sokas in HH in Hamburg sowie dessen Verwahrung in gemieteten Lagerhallen im Hafen und Reiheneuthanasie selbiger, Verbot der Haltung, Züchtung und einfuhr der Rassen in Hamburg und ganz schnell die Erweiterung der Rasseliste auf die heute bekannte.
Was blieb: Die Rassenhetze gegen AmStaff, Pitti, Bull und deren Mischlinge.... sowohl bei den Nichthundehaltern als auch bei den Hundehaltern.
Nun war es leider so, dass die Zahl der Hundehalter rasant zunahm, die ihre Hunde freiweg machen ließen. Ob sie grad Jogger jagten, Kinder ansprangen, Leute vom Rad holten- Shit happens und Hey, die Hunde haben ein Recht auf freie Entfaltung und wieso muss der Radler auch da lang fahren, die Mutter mit ihren Kids da langgehen usw.usf.?
Und da Hunde eh mit einem etwas merkwürdigen Blick betrachtet wurden, sich Beißvorfälle mit Kindern und Erwachsenen sich auch bei anderen Rassen häuften, die Leute immer mehr Spezies halten mussten ohne wirklich zu wissen, wie man mit denen umgeht, die Showlinie bei den Modehunde einschließlich ihrer unschönen Nebenerscheinungen hinzukamen und die Medien auch das schön hochspielten ist in Hamburg folgendes zu beobachten:
Leinenzwang, Hundeführerschein für Hundehalter, die ihre Hunde auf dafür freigegebenen Flächen laufen lassen möchten, ansonsten bitte die Hundewiesen benutzen und Angst vor Hunden.
Hinzu kommt enge Besiedelung, recht viele Hunde teilen sich recht kleine Flächen, die "aggressive" Art der Hundekommunikation wird argwöhnisch beäugt und der betreffenede Hunde allzu schnell und allzu gern als mordende tickende Zeitbombe gesehen, die jederzeit sich das nächste Kind, Erwachsenen oder den eigenen Wauz greifen und töten könnte.
Dein Hund hat also: Immer und überall lieb zu sein, bitte so unauffällig, dass er mit einem Steifftier verwechselt werden könnte, alles erduldend und bitte ohne die rassetypischen Eigenschaften...
Was mich unter enormen Druck setzt und den Hund auch. Vorallem prallen dann auch noch zwei Extreme aufeinander: Hundehalter, die sehr angepasst sind und Hundehalter, die sehr rücksichtslos sind.
Geworfen hingegen werden wir alle in denselben Topf.
Wenn also wieder mal iwo auf dieser Welt ein Hund gebissen hat, so merke ich es am nächsten Tag spätestens an der Reaktion meiner Umwelt, an den Blicken, dem Ausweichen, dem Bepöbeln, dem Tritt nach dem Hund im Vorbeigehen mit dem Kommentar, dass man doch alle Scheißköter vergasen sollte.
Hinzu kommt, grad hier in den Großstädten hat man das Bauchgefühl für Hund verloren. Was zu Missverständnissen führt, weil Halter seinen Hund und seine Reaktionen zum, einen nicht lesen kann, zum anderen auch noch völlig falsch interpretiert.