Beiträge von AnjaNeleTeam

    Bei uns war im Training ein Welpe, der das Voran lernen sollte und ich habe mich gewundert, warum der Trainer mit der Futterschüssel so weit weg gegangen ist. Das waren Minimum 50m. Hat auch gut geklappt.
    Da wurde dann eben gesagt, verkürzen kann man immer, also eher weite Distanzen üben.

    Ich bin aber auch eher bei dir.

    Also ich hab noch nicht alles gelesen, weil viel zu tun, aber ich meinte es so:

    1. Er will unbedingt sofort hin und es packen, bellt und knurrt aber nicht und wirkt nicht aggressiv bei: Besen, Eichhörnchen, Vögeln, Wurfscheiben, Bällen (mehr fällt mir gerade nicht ein, sind ja genug Beispiele). Da denk ich halt, dass das Jagdverhalten ist.

    2. Er bleibt stehen, fixiert, will irgendwann unbedingt hin, knurrt und/oder bellt dabei und wirkt sehr aggressiv bei: bestimmten anderen Rüden, rappelden Mülltonnen, Postfahrrädern, rumpelnden Rolläden, Kindern auf Skateboards (auch genug Beispiele)


    Da meinte ich ja nun, dass ich die Punkte bei 1 ja zumindest was Wurfspiele angeht nicht schlimm finde und Eichhörnchen oder Vögel erwischt er eh nie. Nun kam die Vermutung, dass ich dadurch dass ich sowas mit ihm spiele, das Jagdverhalten anheize usw. - das weiß ich halt nicht, weil er bei den problematischen Punkten (2.) ja auch ein ganz anderes Verhalten an den Tag legt. Ob das eine und das andere dann überhaupt das gleiche ist? Nie hab ich das Gefühl, dass er aggressiv ist, wenn er einen Ball jagt. Da sieht er eher fröhlich aus.


    Im Endeffekt ist die Ursache egal. Wenn du ihn bei einem geworfenen Ball bremsen kannst aus dem Laufen raus, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr viel höher, dass das mal beim auf einen anderen Hund zurennen klappt.

    Impulskontrolle ist hier das Stichwort.

    Was du auf keinen Fall mehr machen solltest, ist deinen Hund einfach unkontrolliert hinter einem Ball her laufen lassen.
    Lass ihn Sitz machen, wirf den Ball, und sag ihm dann, wenn der Ball liegt, dass er laufen darf. Er darf da nie zum Erfolg kommen, wenn er dein Sitz nicht beachtet.
    Oder sag Bleib, verstecke den Ball und lass ihn dann suchen.
    Und die Königsdisziplin (wenn der Rückruf sitzt) wirf den Ball, lass ihn hinterher laufen und ruf ihn ab, bevor er beim Ball ankommt. Hilfreich ist da ein zweiter Ball.

    Den Ball kannst du ansonsten super für den Rückruf nutzen. Kauf dir eine Pfeife um den Rückruf mit einem neuen, noch nicht abgenutzten Signal aufzubauen. Dann pfeifst du wenn keine Ablenkung da ist. Schaut er zu dir, dann wirf den Ball in die andere Richtung, so dass er an dir vorbei muss.
    Wenn das gut klappt, kann man den Ballwurf immer weiter hinauszögern, also warten, bis er schon in deine Richtung rennt und dann schmeißen.

    So würde ich den Ball einsetzen. Darüber bekommst du ihn sicher gut motiviert. Nur eben kein kopfloses Rumgehetze.

    Heute war wieder Dummytraining bei uns. Hab vermehrt drauf geachtet wie schnell Leo reinkommt. Interessant zu beobachten war, dass er sehr schnell reinkommt wenn er noch energiegeladen ist. Wird er müder und unkonzentrierter, wird er auch langsamer beim zurück kommen. Dann fällt ihm auch mal der Dummy aus dem Maul.

    War heute allerdings nur beim letzten Apport der Fall.

    Ansonsten hab ich geschaut wie ich gut den Ball als Beschleuniger einsetzen kann. Vor allem am Wasser hat das super funktioniert um ihn vom Schütteln abzuhalten. So können wir wahrscheinlich gut längere Distanzen zum Ufer aufbauen.

    Insgesamt bin ich super zufrieden mit Leo! Der arbeitet mit so viel Freude und inzwischen wirklich sehr zügig (hätte ich heut gern gefilmt, aber der Handyakku war leer).

    Eine Aufgabe hat er besonders gut gemacht. Es wurde eine Markierung geworfen, aber nicht gearbeitet, sondern um 90° gedreht und Voran in die kleine Suche geschickt. Für Leo war das eigentlich ein Blind, aber da er wusste, dass da was sein muss, weil die Trainingspartnerin da hin gegangen ist (für die Hunde nicht sichtbar), hat er es trotzdem super angenommen. Er wusste gleich, die Markierung kommt später dran. Beim ersten Voran ist er allerdings zu weit links abgedriftet. Beim zweiten ansetzen schön geradeaus.


    Ach ich wollte euch noch was fragen. Findet ihr es leichter Distanzen zu verlängern oder zu verkürzen?
    Ich habe dazu schon verschiedene Meinungen gehört. Die einen sagen wenn der Hund weite Distanzen kann, kann man immer noch verkürzen. Die anderen sagen, kann der Hund alles auf kurze Distanz, dann klappts auch in der langen.

    Ja der erste Terrier verändert schon so ein bisschen die Weltsicht die man vorher hatte :D

    Vieles was du schreibst kommt mir sehr sehr bekannt vor. Ich hoffe du hast Glück mit dieser Trainerin aus dem Hundeclub.
    Mit Janosch hab ich damals einige Trainer "verbraucht" bis es dann mal mit einem klappte.
    Wie schon geschrieben wurde, solltest du darauf achten, dass nicht mit Gewalt, sondern eher über Motivation und Spaß trainiert wird. Fühlen sich Terrier ungerecht behandelt, wird gerne geblockt und man erreicht eher das Gegenteil.

    Als kurzer Tipp fürs Management:
    Ich wohnte früher auch mitten in der Stadt mit hochfrequentierten Gassiwegen. Lange Zeit habe ich gesagt, dass ich Janosch nicht anleinen kann bei jeder Hundebegegnung, weil die so häufig stattfinden und ausweichen wäre auch schlecht möglich, aber im Endeffekt hat es dann doch geklappt und auch geholfen.
    Seit dem ich bei jeder Hundesichtung angeleint habe und ausgewichen bin, wurde alles viel entspannter und ruhiger. Die paar Hunde die uns trotzdem entgegen kamen, bekamen wir auch irgendwie gemanaged.

    Grundsätzlich solltest du dich davon verabschieden deinen Hund als aggressives Monster zu sehen. Er verhält sich typisch und ist ganz und gar nicht unnormal. Unnormal sind eher die Hunde die zu zehnt hinter einem Ball her laufen und "lieb" zueinander sind. Erwarte nicht von ihm, dass er brav ist zu Hunden, Mülltonnen usw. Ist er es dann doch, dann belohne ihn hochwertig!
    Wenn du merkst dein Hund spannt sich an, dann vergrößere den Abstand, bis er sich wieder entspannen kann.
    Belohne ihn wenn er ruhig bleiben kann und lerne auf seine Körpersprache zu achten. Meist gibts da einige Stufen zwischen lieb sein und sich festbeißen und das ist nicht nur Knurren. Steif machen, fixieren, Zähne fletschen oder sogar nur mit dem Bart zucken usw. gehört alles dazu.
    Wenn du es da schaffst möglichst früh einzugreifen und entsprechend zu reagieren, kannst du verhindern, dass es überhaupt zur Eskalation kommt. Warten bis er knurrt und bellt und dann schimpfen hilft in der Regel nicht.

    Ich könnte ewig weiter schreiben, aber ich denke dir hilft eine Person vor Ort am meisten.

    Ja trotz allem war es ein schöner Tag :)

    Einspringen ist wirklich doof, aber ich denk die Erfahrung machts dann irgendwann und natürlich weiter üben. Das hoffe ich zumindest :D

    @Jojo81
    Ja ich fand das auch echt ungünstig. Bei den Schnupperern fiel es noch nicht so auf, weil wir ja keine langen Distanzen hatten, aber das Gelände war ziemlich Mist.
    Für euch ist es natürlich besonders blöd. In Gassigebieten würde ich jetzt auch nicht trainieren und das sollte auch nicht nötig sein.

    Unser zweiter WT (Schnupperer)

    Wir hatten die Startnummer 4, worüber ich sehr froh war, mal nicht als erstes Starten Das Gelände war leider nicht sehr schön. Auf der Schafweide war Stacheldraht und direkt drum herum führte ein Weg, was zu erhöhter Ablenkung führte und auf der Wiese lagen einige alte Hundehaufen. Aber die Richter haben das beste daraus gemacht.

    Aufgabe 1
    Eine einfache Markierung. Ich konnte da keine Schwierigkeit erkennen. Höchstens vielleicht, dass die Helfer hinter einem Geäst-Haufen standen und nicht zu sehen waren.
    Da ist Leo mir eingesprungen, was natürlich ziemlich Punkte kostete. Ansonsten hat er das schön gearbeitet, trotz Dornen und meinem Zurückrufen.

    Aufgabe 2
    Hund absetzen, einen Dummy in ca. 15m Entfernung auslegen, zum Hund zurück, einige Schritte in die andere Richtung Fuß laufen und dann ins Voran schicken.
    Hat er sehr brav gemacht. Auch das Fuß gehen war hier ok.

    Aufgabe 3
    Im Fuß auf die Helfer zu, die in ca. 40 Metern Entfernung stehen. Dann fällt ein Schuss und eine Markierung wird in etwas höheres Gras geworfen. Wir drehen uns um, laufen noch einige Schritte Fuß, dann wieder umdrehen und Hund zum Dummy schicken.
    Leo ist da nicht besonders gut Fuß gelaufen, aber auch nicht eingesprungen. Beim Rückweg wollte er doch tatsächlich pieseln, da habe ich ihm ungeachtet der Prüfung einen Anranzer gegeben (aber körperlich nicht eingewirkt). Blöderweise hab ich ihn dann ins Voran geschickt, aber eigentlich wars egal, weil er so und so gut gefunden hätte.

    Aufgabe 4
    Voran zum beschossenen Blind, das in der alten Fallstelle lag.
    Voran ist Leo schön gelaufen, wurde dann aber nicht gleich fündig und dehnte das Ganze zu einer großen Suche aus. Ich pfiff ihn dann wieder her und wies ihn ein, was er schön angenommen hat. Die Richterin hätte ihn da gern zügiger gesehen in der Suche.

    Aufgabe 5
    Im Fuß Richtung Helfer, es wurde geschossen und geworfen und dann durfte ich Leo nach Freigabe schicken. Das hat er einfach megagenial gemacht. Er ist nicht eingesprungen, lief sehr schön Fuß und brachte das Dummy so wie es sich gehört.

    Aufgabe 6
    Eigentlich sollte es nur 5 Aufgaben geben. Entweder die 3 oder die 4 (wahrscheinlich) wurde dadurch ersetzt, weil es dann hieß die wäre zu schwierig gewesen für Schnupperer. Das war dann etwas chaotisch, aber ich fand die Aufgabe echt schön.
    Hund absetzen lassen, im 90° Winkel zu den Helfern ca. 5m weggehen. Es fällt ein Schuss und das Dummy wurde vor einen alleinstehenden Baum geworfen. Dann musste man den Hund abrufen und dann zum Apport schicken.
    So hatten wir das noch nicht geübt und da Leo ja gern mal einspringt, war ich gespannt was er so ohne mich an seiner Seite macht. Ich Pfiff und Leo kam super brav zu mir, ich drehte mich mit ihm gleich richtig ein, schickte ihn zum Apport, er fand sofort und kam zurück. Leider habe ich dann auf eine korrekte Abgabe beharrt und er war wahrscheinlich nicht mehr konzentriert genug. Jedenfalls habe ich ihn neben mir nochmal aufgefordert den fallen gelassenen Dummy aufzuheben, was ziemlich sicher wieder einiges an Punkte kostete.

    Am Ende bekam er dann ein "gut" und wurde damit Vierter. Die Punkte wollten sie uns partout nicht verraten, was eigentlich ja auch richtig bei den Schnupperern ist, aber gewusst hätte ichs doch gerne
    Ohne das Einspringen und das Fallen lassen, wären wir sicher im "sehr gut" gelandet, aber am Wichtigsten war für uns mal wieder die Erfahrung.

    Super spannend war für mich zu sehen wie die anderen Curlies so arbeiten. Die Mehrheit war kräfteschonend unterwegs und ließ sich schon mal lustige Sachen einfallen. Ich denke man kann schon verallgemeinernd sagen, dass man Curlies deutlich mehr motivieren muss um schnellerer Geschwindigkeiten bei ihnen zu erreichen.
    Aber es gab auch schnelle Curlies Das zeigt mir, dass es möglich ist, aber eben mehr Tricks und Arbeit investiert werden muss, als bei Retrievern die da viel von selbst anbieten.

    Ich hab nur einmal die Welpen besucht und am Tag danach den kleinen Leo abgeholt. Einen Nachteil kann ich im Nachhinein nicht entdecken. Die Züchterin hat mir einen Welpen nahe gelegt (im Gegensatz zu meiner Auswahl) und bewies damit, dass sie die Welpen am besten kannte, denn es hat gut gepasst.
    Natürlich wäre es schön gewesen die Kleinen häufiger zu besuchen, aber nötig finde ich es nicht.
    Bei zwei gleich guten Züchtern würde ich auch den näheren nehmen, aus den Gründen die @Krümel21 schon schrieb.