Beiträge von AnjaNeleTeam

    Die Hündin meiner Mutter wurde mit ca. 10 Wochen nach Deutschland vermittelt. Mit ca. 4 Wochen wurde sie und ihre Geschwister unter einem Boot und ohne Mutter gefunden und daraufhin von Tierschützern mit der Hand aufgepäppelt.
    In Deutschland angekommen, zeigte sich sehr schnell, dass sie mal Hunger gelitten haben musste. Alles was halbwegs fressbar war wurde verschlungen. Am zweiten Tag ein runter gefallener Milchdeckel. Da war es Glück, dass der keinen Darmverschluss verursacht hat bei dem kleinen Welpen und nach Wochen ausgekotzt wurde. Aber als Junghund musste sie dann doch operiert werden, weil sie einen Textmarker gefressen hatte und dann so viel Gras, dass sie einen Darmverschluss bekam. Die OP ging gut, aber danach musste sehr lange 5x täglich gefüttert werden und aufgepasst werden, dass sie keine großen Mengen frisst. Es ist immer noch so (sie ist jetzt 7 Jahre alt), dass man extrem aufpassen muss wenn was runter fällt oder sie draußen was findet, da sie es frisst ohne nach zu denken.
    Dann war sie als Welpe natürlich nicht stubenrein. Trotz häufigem Rausbringen, machte sie immer auf ihre Decke oder auch ins Bett. Auf Stress (alles was anders war als sonst, z.B. Besuch) reagierte sie mit Pieseln, auch wenn sie nicht mal direkt Kontakt hatte, sondern in einem anderen Zimmer war. Das hat sie heute teilweise immer noch. NIcht mehr so extrem, aber es hat nicht aufgehört. Meine Mutter geht mit ihr ca. 7 Mal am Tag nur zum Lösen raus, aber auch das ist keine Garantie, vor allem wenn es draußen kalt ist oder es regnet.
    Inkontinenzunterlagen und gut waschbare Decken sind zur Normalität geworden.
    Die kleine süße Maus zeigte schon am ersten Tag, dass ihr Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" ist. Sie setzte sich zwischen die Füße meiner Mutter und bellte den unheimlichen Besuch an. Auch das macht sie heute noch, trotz sehr guter und intensiver Erziehung. Man kennt sie halt inzwischen und vermeidet solche Situationen. Aber wenn sie kann, dann werden unheimliche Leute oder Hunde verbellt.
    Auf Fremdhunde kann sie generell verzichten.
    Ansonsten ist sie eher unsicher. Mit Veränderungen kommt sie kaum klar. Wahrscheinlich liegt das an der reizarmen Umgebung in der sie aufgewachsen ist. Ein Begleithund ist sie nicht und wird sie auch nicht werden.

    Insgesamt musste meine Mutter ihren kompletten Tagesablauf umstellen für diesen Hund. Stressfreie Ausflüge oder mal in die Stadt ist eigentlich nicht möglich. Viel liegt wahrscheinlich auch daran, dass sie sehr ländlich wohnen, aber ich persönlich glaube nicht, dass sie mit dem täglichen Stress einer Großstadt gut zurecht käme.

    Jetzt ist für meine Mutter klar, dass der nächste Hund ein gut sozialsierter Rassewelpe wird. Sie möchte nicht nochmal einen Hund der sie so sehr einschränkt, sondern einen der keine Probleme damit hat im Alltag zu begleiten. Außerdem waren die gesparten Kosten im ersten Jahr durch die Fress-Aktionen und die Tierarztkosten eh hinfällig.

    Ich seh inzwischen die Tierschutzhunde und wie sie vermittelt werden sehr kritisch. Ich habe selbst einen Kettenhund aus Ungarn und anfangs total unterschätzt, was solche schlechten Erfahrungen mit einem Hund machen und das kann schon einen Welpen so prägen, dass es Auswirkungen auf sein ganzes Leben hat. Man denkt erst noch, dass ja viel Erziehungssache ist, aber im Endeffekt kann man da nur in einem gewissen Rahmen etwas verändern.
    Es gibt sicher auch einige Tierschutz- und Auslandshunde die problemlose Begleithunde werden, aber die Zahl halte ich für nicht besonders hoch. Deswegen würde ich bei so einem Überraschungspaket mit ungewisser Vorgeschichte immer auf das schlimmste gefasst sein und mich fragen ob ich damit in den nächsten vielleicht 15 Jahren umgehen kann.

    Achja, zum "Verfeinern" des Trockenfutters kannst du Ziegenmilch nehmen. Das wird von Hunden gut vertragen im Gegensatz zu Kuhmilch und ist sogar gut für die Magen-Darmflora.


    EDIT: Wenn es interessiert, dann erzähl ich mal die Geschichte von der Hündin meiner Mutter. Auch aus Griechenland, mit ca. 4 Wochen gefunden worden, dann per Hand aufgezogen und später nach Deutschland vermittelt.

    Wenn ihr kein Geld habt um mögliche Tierarztkosten zu bezahlen, dann würde ich euch raten den Welpen so bald wie möglich weiter zu vermitteln. So lange er noch jung und süß ist.
    Bei einem Welpen der so früh von der Mutter getrennt wurde, läuft zwangsläufig einiges schief in der Sozialisation und möglicherweise auch gesundheitlich. Ich persönlich würde da eher mit mehr Kosten rechnen, als mit den üblichen Kosten für Entwurmung, Impfung usw.
    Wenn ihr jetzt schon sagt, dass ihr das nicht stemmen wollt/könnt, dann sucht lieber ein neues Heim und überlegt euch ganz genau ob ihr wirklich einen Hund halten könnt.


    Kurz zu dem was @Cattlefan geschrieben hat. Sie wollte dir mit ihrer deutlichen Schreibweise klar machen, dass das eine ernste Sache ist. Hundeunerfahrene Leute haben oft keine Ahnung was auf sie zukommen kann bei der Aufnahme eines solchen Hundes. Und um schlimmeres zu verhindern und dem Hund zu helfen, wird dann teilweise sehr deutlich geschrieben, was vielleicht auch ruppig rüber kommt, aber nicht böse gemeint ist. Im Gegenteil. Sie hat ja auch einige sehr gute Tipps gegeben.


    Zur Stubenreinheit: Geh nach jedem Spielen, Schlafen, Fressen mit deinem Welpen raus und warte so lange bis das Geschäft draußen erledigt wurde. Spätestens alle 2 Stunden. Da dein Welpe nicht geprägt wurde von seiner Mutter, musst du umso mehr Aufwand betrieben, die Stubenreinheit beizubringen. Bei dem Zuhause vorher wurde das wahrscheinlich auch nicht geübt, so dass schon häufig reingemacht wurde. Das musst du nun wieder ausbügeln. Mit der Zeit lernt man auch die Zeichen kennen, wanns jetzt dringend wird. Häufig ist das ein im Kreis drehen oder auch jammern. Dann schnell schnappen und raus bringen.

    Wie die anderen rate ich zum jetzigen Zeitpunkt vom Barfen ab. Auch die Keimbelastung ist bei so einem jungen Hund mit evtl. nicht guten Immunsystem nicht zu unterschätzen. Wenn du Fleisch geben willst, dann koche es vorher. Während dem Wachstum hat der Hund nochmal einen besonderen Nährstoffbedarf, da solltest du dich genau einlesen, um bspw. das richtige Calcium:Phosphor Verhältnis berechnen zu können.

    Je nachdem ob Hündin oder Rüde, kann das aber anstrengend werden mit dem Tragen.Ich kannte einen Rüden der hatte schlank 16 kg.

    Und grade einen Hund in der Größe würde ich auf keinen Fall jeden Tag mindestens drei Mal so viele Stufen laufen lassen. Der muss nämlich hüpfen.

    Hüpfen?
    Mein 9 Kilo Zwerg hüpft bei normalen Stufen kein bisschen. Der läuft ganz normal.
    Und gerade bei leichteren Rassen, also unter 15kg, seh ich die Gelenksbelastung da nicht.

    Wenn der Cocker zu viel Jagdtrieb haben sollte, dann gäbe es ja noch den Cavalier King Charles Spaniel und den Amerikanischen Cocker Spaniel. Da bei den Rassen aber teilweise Überzüchtungen und daraus resultierend Krankheiten auftreten, würde ich da sehr genau auf eine gute Zucht achten.

    Ich sag mal Cocker Spaniel. Muss man teilweise auf den Jagdtrieb achten, es gibt da aber ziemliche Unterschiede.
    Sehr angenehme Hunde wie ich finde. Aktiv aber nicht überdreht, lassen sich recht gut erziehen und haben eine schöne Größe. Ich würde einen ausgewachsenen Hund ohne Bedenken Treppen laufen lassen. Du läufst sie selber ja auch. Denke nicht, dass das bei einem gesunden (ausgewachsenen) Hund Schäden verursacht. Aber die Cocker kann man auch noch gut tragen.

    Dann nimm doch das Large Junior von der Marke.

    Wenns der Hund verträgt passt es doch.

    Ich würde es jetzt nicht füttern, weil ich keinen Mais und keine Hefe im Futter will (Leo bekommt davon Schmodderohren), aber das ist ja deine Entscheidung.

    Josera wird noch oft empfohlen.

    Ich hab meinem Retriever als er Welpe war Arden Grange für großwerdende Hunde gefüttert. 12kg 50 €

    Golden Retriever lassen sich meiner Erfahrung nach sehr gut mit viel Leckerli und Lob erziehen. Es gibt unter ihnen auch eher sture Exemplare, aber wenn man etwas auf eine arbeitsfreudige Zucht schaut, dann denke ich, sind die Chancen ganz gut einen Hund zu bekommen der gut zu erziehen ist und auch arbeiten möchte. Schließlich ist will-to-please schon ein wichtiges Rassemerkmal.

    Diesen "Biss" wie Naijra ihn beschreibt, haben wahrscheinlich nicht alle Golden, vielleicht sogar nur wenige. Da kommt es drauf an wie erfolgreich man sein will. Ob man das Ziel hat seinen Hund rassegerecht auszulasten, oder ob man wirklich Menschen oder entlaufene Haustiere suchen möchte.
    Dann könnte ich mir eher einen der genannten Spezialisten vorstellen, aber so wie ich es verstanden habe, geht es vor allem um einen Begleiter, den man eben auch laufen lassen kann und da sind einige der passionierten Jäger aus meiner Sicht eher nicht so geeignet.

    Spaniel könnte ich mir auch vorstellen, aber kenne mich mit ihnen zu wenig aus um mehr dazu zu sagen.

    Letzte Woche habe ich mir eine zweite Huta/Pension angeschaut (danke für deinen Tipp @tamstar). Das war ganz gut soweit, ging sogar mit Janosch. Die Frau hat einen souveränen Eindruck gemacht und auch Konflikte zwischen den Hunden und durch den Zaun frühzeitig verhindert. Das fand ich echt gut. Nur die Nachtunterbringung habe ich nicht gesehen, weil die an einem anderen Ort ist.

    Und dann hat sich gestern ganz unverhofft jemand mit Hund bereit erklärt auf Leo die 5 Tage aufzupassen. Ich bin total happy! Ist mir wirklich 1000x lieber als eine der beiden Pensionen.