Janosch ist ja auch aus dem Auslandstierschutz, war Kettenhund in Ungarn und wurde als süßer und unkomplizierter Hund beschrieben. Ich dachte damals, dass egal welche Macken er mitbringt, ich das schon hinbekomme mit ihm. Schließlich hatte ich schon einen Hund sehr gut erzogen (was bei der liebsten und süßesten Nele echt kein Kunststück war
)
Seine genauen Umstände, wo er her kam und was er so erlebt hatte, kannte ich gar nicht. Erst ein Jahr später bekam ich diese Bilder (bissi eklig, deswegen im Spoiler)
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Und mir wurde klar, dass sowas nicht einfach weg zu erziehen ist. Aber das wusste ich vorher nicht und mir hat es auch keiner gesagt. Das habe ich im Laufe der Jahre mit diesem Hund einfach lernen müssen.
Jetzt ist Janosch gsd ein kleiner Hund, der allein dadurch weniger bedrohlich wirkt. Nur deswegen haben ich keinen größeren Ärger bekommen, als er Jogger oder Radlfahrer attackiert hat oder andere Hunde. Vielleicht hätte ich ihn wirklich wieder abgegeben wenn er als 25kg-Hund mir ins Bein gebissen hätte. Wer weiß.
Wir hatten jedenfalls einen ziemlichen Trainerverschleiß, weil es muss doch funktionieren, aber wirklich gebracht hat es nix. Es kam erst Ruhe rein, als ich gesagt hab "mir wurscht! Bleibt er halt an der Leine" oder "mei dann kläfft er halt und bedient das Klischee vom kleinen Kläffer". Einfach wirklich den Anspruch runter schrauben, keine Erwartungshaltung mehr.
Wir sind dann umgezogen von der Stadt aufs Land und nach einer Pankreatitis aufgrund des Stress (Nele war kurz vorher auch noch gestorben) und einer Einstellung seiner SDU ging es so langsam aufwärts mit ihm. Er wurde insgesamt so viel ruhiger und entspannter, das war echt schön!
Leider ist es immer noch so, dass ihn das alte Leben einholt. So ist nach wie vor seine unglaubliche Panik vor Fliegen präsent und dass er einfach mit Veränderungen nicht gut klar kommt.
Ich würde mir den nächsten Hund aus dem Tierschutz nur noch dann holen, wenn ich wirklich keinen Anspruch habe. Also es egal sein kann, ob er alleine bleiben kann oder mit in die Arbeit geht oder sich mit anderen Hunden versteht.
Ich kann dir da auch nur zustimmen, es braucht da dringend mehr Aufklärung, aber die wird es nicht geben, weil die Hunde dann nicht unter die Leute gebracht werden. Zumindest nicht in dem Ausmaß.