Darf ich mal fragen wie das mit der Ausbildung deines Hundes genau läuft?
Im Internet heißt es immer, dass es keinen Sinn macht den Hund jagdlich auszubilden bevor man kein Revier hat, weil man ja nicht richtig trainieren kann.
Es gibt mehrere Wege nach Rom.
Meiner ist etwas unkonventionell, aber ich hoffe, dass wir auch so ans Ziel kommen. Ich hab ja selbst noch keine Jagdmöglichkeit und mach den Jagdschein. Ich dachte mir dabei einfach, dass es unsere Chancen steigert, wenn der Hund "brauchbar" ist eine Jagdgelegenheit zu finden. Schließlich gibt es immer mehr Jäger die keinen eigenen Hund haben und die freuen sich da evtl. wenn man mit nem gehorsamen Hund daher kommt. Leo ist außerdem schon relativ alt für die jagdliche Ausbildung, da wollte ich nicht noch ein Jahr länger warten. Und da er nicht sehr "triebig" ist, hab ich auch keine Bedenken, dass er mir später ohne echten Arbeitseinsatz durchknallt.
Wir üben aktuell für zwei Prüfungen. Für die Brauchbarkeit und für die BLP (Bringleistungsprüfung für Retriever).
Die Brauchbarkeit ist vor allem für junge Jagdhunde, damit sie Grundgehorsam und jagdliche Grundlagen lernen und später im Einsatz versichert sind. Hier wird Gehorsam geübt (Leinenführigkeit usw.), der Apport, Wiesen- und Waldschleppe, Schussfestigkeit an Wasser und Land, sowie Ruhe beim Standtreiben und Schweißarbeit.
Die BLP geht da schon weiter. Ebenfalls wird die Schussfestigkeit und das Standtreiben geprüft, sowie die Wiesen- und Waldschleppen, die Suche an Land und im Wasser (stöbern im Schilf), die Markierfähigkeit beim WalkUp mit den anderen Teilnehmern, Einweisen im Feld auf zwei Blinds, Ablage außer Sicht mit Schußabgabe. Nur Schweiß wird da nicht geprüft, da es keine typische Retrieverarbeit ist.
Dummylauncher? Der muss den Schuss mit Beute / Arbeit verbinden
Du der Bub macht ja seit über 3 Jahren Dummytraining inklusive Dummylauncher und alles was so dazu gehört. Er hat prinzipiell kein Problem mit dem Schuss. Hat auch bei der Anlagenprüfung ohne irgendwelche Anmerkungen die Schussfestigkeit bestanden. Aber er ist beim Schrotschuss, vor allem wenn er nicht einschätzen kann wann geschossen wird, viel verhaltener. Er hätte da gern von mir Anweisungen was er machen soll und fängt nicht selbstständig zum Suchen an, eher schaut er ob irgendwo was fliegt. Beim Dummytraining hast du es halt immer so: es wird geschossen, etwas fliegt, oder auch nicht und dann wird der Hund geschickt. Da wird nicht mehr geschossen bevor der Hund nicht am Dummy ist. Bei den Schussfestigkeits-Prüfungen ist das halt anders. Der Hund wird geschickt und dann wird geschossen. Am Wasser hatte er jetzt die Gelegenheit Schuss mit Beute zu verbinden, aber ich weiß nicht wie nachhaltig das war. Wir schauen einfach mal wie weit wir kommen :)
Im Jagdkurs geht es weiter voran. Wir haben inzwischen auch mal mit Revolver und Pistole geschossen, hat Spaß gemacht (und wird in der Praxis wohl kaum bis gar nicht relevant sein)! Das schießen mit der Büchse hat letztes Mal auch sehr gut geklappt. Man muss nur richtig durch das Zielfernrohr schauen, dann gehts auch Am letzten Samstag war Flinte schießen dran. Das fällt mir bisher am schwersten, aber dieses Mal war die Schulter danach nicht gar so blau und ich hab auch einige Male getroffen. Etwas Übung brauche ich noch, aber ich bin optimistisch, dass das wird. 3 Tontauben in einer 10er-Reihe müssen wir im Laufe des Kurses schaffen.
Im Theorieteil haben wir mehr zur Hege und Jagdpraxis gelernt. War ziemlich spannend und super witzig, weil ich schon lange in dem Revier des Jagdkurslehrers mit den Hunden spazieren gehe. Ist ein super schöner Wald und wenn er so von den Hegemaßnahmen erzählt hat, hab ich immer an bestimmte Stellen dort gedacht, bis ich dann mal gefragt habe.
Ab morgen sind die Hunde dran und ich hab schon etwas Bammel. Ich kenn mich in dem Bereich einfach schon ziemlich gut aus und befürchte, dass ich da häufig nicht konform gehen werde. Aber ich lasse mich mal überraschen.
Bald werden wir auch mal zu einem Metzger gehen und dort das Aufbrechen und Zerwirken lernen.
Ansonsten darf mein Hund auch jagdlich mehr arbeiten. Was die Schleppen und die Schweißarbeit angeht macht er sich echt gut, aber der Bube findet den Schrotschuß so mittel. Er hat da seine Rassebeschreibung sehr gut gelesen, dass er doch für NACH dem Schuss gezüchtet wurde, also soll man ihn doch bitte auch so einsetzen. Ich werde sehen was ich da trainingstechnisch machen kann. Habe schon von einigen Hilfe angeboten bekommen, ohne eigene Flinte und eigenes Revier ist das ja nicht so einfach zu üben. Wenn ich merken sollte, dass es nix wird, dann werde ich das auch nicht ewig mit ihm Üben. Ich muss ihn aktuell nirgends einsetzen, deswegen mach ich da jetzt keinen Stress.
Etwas Ausrüstung hab ich mir schon geleistet. Ein super gutes Fernglas Das ist echt Wahnsinn was man mit dem alles sieht und auf welche Entfernungen. Leider sind die Rehe gerade etwas schüchtern, obwohl ich hoffe, dass ich jetzt wo die Blattzeit beginnt, öfter mal eins zu sehen bekomme. Letztens hatte ich an einem Tag so viel Glück, dass ich zwei Kitze aus nächster Nähe sehen konnte. Eins hatte sich im hohen Gras abgelegt und ständig mit den Ohren gewackelt um die Fliegen zu verscheuchen, sonst hätte ich es nicht bemerkt und eins ist am Waldrand vor uns geflüchtet. Da sind wir schnell weiter, damit wir nicht noch mehr stören.
Ansonsten beobachte ich gerade viele Vögel (Falken, Tauben, Krähen, Fasan) und Hasen. Die lassen sich wenigstens immer blicken
kommt ein bisschen auf deinen Hund an, aber ich find die niggeloh halsbänder recht gut dafür. Leo zieht auf der Fährte kaum und da find ich's echt angenehm. Ansonsten ist das Safety von Uwe radant auch gut für sowas. Aber zum testen tut es auch dein nylongeschirr. Das k9 würd ich nicht nehmen
Beispiel Schutztrieb Curly Coated Retriever von gerade eben:
Ich hatte eine Auseinandersetzung mit einem Mann um die hier hart umkämpften Parkplätze. Ich war echt geladen, komm um 21 Uhr von der Arbeit und kann mich nicht auf meinen Stellplatz stellen und dann diskutiert der auch noch mit mir Währenddessen kam er immer weiter auf mich zu, er hat mich nicht bedroht, aber Leo gab dann doch bei unter 2m ein leises, aber deutliches Grollknurren von sich. Kein weiteres Aufregen seinerseits, kein in die Leine gehen und auch bei direkter Ansprache des Mannes (der dann stehen blieb) hat er nicht weiter reagiert. So find ich das durchaus angenehm und angemessen
Hervorragende Skizze. Die Winkel sind ganz schön eng
Stell dir vor, Dummy 1 wird nicht gefunden und du musst als linkes Team an Dummy 1 vorbei auf Dummy 2 schicken
Nein, nein, wenn Dummy 1 nicht gefunden worden wäre, dann hätte der andere Hund das holen müssen. Die Dummies mussten der Reihe nach abgearbeitet werden. Deswegen musste man sich eben alle 4 Fallstellen merken.
Der Maßstab stimmt nicht wirklich. Zu den vorderen Dummies war der Abstand ca. 40-50m, die hinteren Dummies waren nochmal ca. 20m entfernt und der Bewuchs war ja auch noch da. Die rechten waren von den linken Dummies ca. 20-30m entfernt. Bin so schlecht im Entfernungen schätzen.
Aber Henk hätte da schon einen weiten Bogen laufen müssen um zwei Dummies einzusammeln. Aber du meintest glaub ich wenn er an dem vorderen vorbei gemusst hätte?
Das wäre ne doofe Aufgabenstellung gewesen und wurde so nicht verlangt
Hab mal schnell ne Skizze gemacht. Die roten Sterne sind die Starter. Weiß die Helfer. Die großen grünen Ovale sind der dichtere Bewuchs und die Nummern die Wurfreihenfolge der Dummies.
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Genau auf einer Linie waren die Dummies nicht, aber annähernd. Da bei uns die Hunde brav ihre Dummies geholt haben, wars eigentlich nicht kompliziert. Schwieriger wäre es geworden, wenn einer das falsche oder gar kein Dummy geholt hätte. Man musste schon alle 4 Dummies markieren um zur Not einspringen zu können.
Der WT war nur im Wald und so war es wirklich erträglich. Zudem durfte die F in der Früh beginnen.
Aufgabe 1 war eine Doppelaufgabe
Zuerst flog eine Markierung rechts in Richtung eines Weges in eine kleine Fichtendickung. Danach flog weiter hinten eine Markierung auf den Weg. Man sollte sich dann um ca. 180° drehen und in eine Suche schicken. Anschließend war die kurze Markierung zu holen, dann wieder ein Dummy aus der Suche und zuletzt die lange Markierung.
Leo hatte leider die kurze Markierung nicht gesehen, aber die hintere hat er mitbekommen. Umdrehen und in die Suche schicken war gar kein Problem! Er war mit Feuereifer dabei und fand schnell das erste Dummy (8P)
Ich schickte ihn auf die kurze Markierung, aber er wollte geradeaus durch. Also stoppte ich ihn und schickte ihn rechts in die Fichtendickung. Ich musste noch etwas händeln bevor er richtig war, aber dann fand er (4P)
Wieder ein Dummy aus der Suche. Er brauchte etwas länger, aber fragte nicht und ich gab auch kein erneutes Kommando. (2P)
Dann die lange Markierung. Ich schickte ihn mit Voran, er lief richtig schön auf dem Weg nach hinten. Dann gab ich einen Suchenpfiff, er fand nicht gleich und ging nach rechts weg. Leider war er anschließend kaum noch für mich zu sehen und als ich ihn wieder sah, war er viel zu weit rechts. Nach links wieder auf den Weg einweisen ging kaum, weil er mich auch nicht richtig sah und dann hing er wieder in der Fallstelle der kurzen Markierung und ich musste ihn reinholen.
Sehr ärgerlich, weil ich mir sicher war, dass er es auf dem Schirm hat und richtig war er auch. Aber nächstes Mal gehe ich auf Nummer sicher und Stoppe ihn und gebe dann einen Suchenpfiff. Bloß nicht im Wald aus dem Gebiet laufen lassen! Ein heller Hund wäre auch von Vorteil gewesen (0P)
Aufgabe 2
Wir standen im Wald an einem leichten Hang nach unten. Ein Helfer warf eine Markierung und beschoss anschließend ein Blind, dass ca. 10m hinter der Markierung in gerader Linie lag.
Der Helfer hatte bei der Markierung erst eine Ladehemmung und Leo war schon total gespannt. Endlich schoß es und Leo wär schon gern los und hat schon gezuckt, aber keinen cm nach vorn! Dann folgte ja noch der Blind-Schuss. Ich schickte mit Apport, er flog den Hang runter machte vor der Fallstelle einen Bogen nach rechts, nahm sich Wind und fand. Die Steigung hoch flog er dann nicht mehr, war doch etwas zu heiß
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(10P)
Beim Voran schicken, machte er wieder den Bogen, ich pushte ihn nochmal und er nahm hinter der Fallstelle die Line wieder auf und bekam dann Wind vom Blind (9P)
Aufgabe 3
Ein Walk-Up im Wald im Team. Ein Helfer ging links vor uns und einer rechts vor uns in die gleiche Richtung. Erst waren wir dran (links) mit einer Markierung die nach hinten flog, dann der andere Hund, dann gingen wir weiter und es flog ein Mark von links nach rechts, das wir arbeiten durften, danach flog wieder ein Mark für den anderen Hund.
Leo war da wirklich top! Aufmerksam, ging toll Fuß, war steady und hat megamäßig markiert. Ich musste nicht mal die Hand rausstrecken, er hatte seins auf dem Schirm, also gab es für beide Marks 10 Punkte
?
Aufgabe 4
Wieder eine Teamaufgabe. 3 Helfer standen vor uns auf dem Weg und warfen 4 Dummies nacheinander. Erst links kurz, dann links lang, dann rechts kurz und rechts lang. Der rechte Hund sollte zuerst links kurz holen, dann der linke Hund links lang. Dann der linke Hund rechts kurz und der rechte Hund rechts lang.
Wir standen rechts also durfte Leo das Mark links vorne holen. Er war höchst motiviert und bretterte durch den Wald
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Leider überlief er dann das vordere Dummy und wollte nach hinten weg. Ich stoppte ihn und holte ihn wieder vor. Dort bekam er dann bald Wind und brachte das richtige Dummy (8P)
Anschließend mussten wir warten bis der andere Hund dran war. Beim rechten langen Mark wollte der Richter Selbstständigkeit sehen, weil der Hund dort hinten nicht mehr einweisbar war. Das ist ja ein Thema an dem wir aktuell arbeiten, aber einmal über die vordere alte Fallstelle pushen reichte und er suchte sich dann selbstständig zum Dummy. (9P)