Beiträge von Jeanie

    Zitat

    hört sich rundum stimmig an jeannie - du besuchst also überhaupt keine hu-schu? oder hab ich was überlesen? :)


    Doch doch. Ich hab sogar sehr viel von meiner Trainerin gelernt und sehe nach unseren Erfolgen absolut keinen Bedarf zu wechseln. Natürlich haben wir auch hier und da noch Dinge die ausdiskutiert werden müssen und dann gehts mal ruppiger zu. Aber allem in allem haben wir einen entspannten Umgang gelernt. Mein Hund meidet natürlich auch Mal wenn es ruppig wird, aber allem in allem steht es im Verhältnis zueinander und das finde ich wichtig.

    Und ich habe auch, was ich am wichtigsten finde, gelernt auch mal NEIN zu sagen! Wenn wir eine Methode nicht zusagt oder einfach nicht zu mir und meinem Hund passt, dann erwarte ich von meiner Trainerin, dass sie zusammen mit mir Alternativen sucht und mir ggf. auch sagt, wenn ihr Wissen auf dem Gebiet aufhört. Was ich auch nicht verwerflich finde, denn jeder hat irgendwo sein "Spezialgebiet". Aber nur weil mir nicht alles gefällt was meine Trainerin macht, heißt das nicht, dass ich wechseln muss.

    Wir gehen übrigens zum Hundetraining Biberttal bzw. Martina Fiola. Und das seit bald zwei Jahren.

    Mein Hund darf Wildfährten verfolgen weil er selbst da problemlos abrufbar ist. Mein Hund darf auch 100 Meter weit weg laufen, weil er direkt kommt wenn ich ihn rufe. Mein Hund darf auch mal im Wald im Busch verschwinden weil er nicht wegläuft und sich direkt abrufen lässt. Mein Hund ist zu 98 % im Freilauf, weil ich ihn auch an anderen Hunden ohne Leine vorbei bringe. Und viele Hunde aus dem DF haben genau diese Freiheiten nicht. Da wird mit Schleppleinen hantiert, dann wird hier mit Spielzeug abgelenkt usw. usf. Brauchen wir nicht. Wir machen das alles super entspannt.

    Und woran ich erkenne dass die Beziehung zu meinem Hund besser geworden ist? Daran dass er gerne mit mir Arbeitet, was früher definitiv nicht der Fall war - da war er ein Alleingänger, wie auch überall. Dass er mir in schweren Situationen vertraut, was vorher auch nicht der Fall war. Kommandos werden auch ohne Meideverhalten direkt befolgt und er stellt sie nicht mehr permanent in Frage. Vorher war das der Fall. Das ist einfach ein Feeling.

    Warum ich ihm die Leine vor die Füße knalle wenn er irgendwas vom Boden aufschleckt zu Beispiel? Weil er das Abbruchsignal definitiv kann. Das erwarte ich von ihm und fordere ich auch ein. Da bekommt er eben die Konsequenzen zu spüren und er weiß, dass diese Reaktion von mir kommt. Knalle ich ihm die Leine vor die Füße folgt drauf immer ein zu mir holen per Stimme, Lob und eben ein Spiel, ich schicke ihn wieder zum Laufen oder, oder, oder. Was sich eben gerade anbietet. Liegt ein Baumstamm im weg, klettern wir zusammen da drüber und ja, das findet er toll! Mir ist es übrigens lieber ihm einmal im Monat die Leine vor die Füße zu knallen bevor er irgendwas frisst was ihm nicht bekommt, weil ers eben doch mal versucht. Sei es einfach nur irgendwas "ekeliges" oder eben etwas giftiges.

    Und jetzt nochmal zu der Clickersituation: Wir clickern es, weil für ihn die Stadt noch die totale Reizüberflutung ist. Da gibts kein Leinenwackeln, zwicken in die Seite oder ähnliches. Da gibts meine Gelassenheit, den Clicker und Leckerlies. Lässt er es zu, gibts auch Spielzeug. Dreht dabei aber meist zu hoch was im Prinzip wieder Kontraproduktiv ist. Neues wird immer zuerst positiv aufgebaut und so ist es auch mit der Stadt bzw. allgemein Ablenkung oder auch anderen Dingen. Alles zuerst über Meideverhalten aufzubauen empfinde ich ebenfalls als sinnlos.

    Irgendwann erwarte ich aber gewisse Dinge. Und ich kann von meinem Hund erwarten dass er draußen auch mal auf ein "Nein" hört. Sonderlich oft kommt das nämlich nicht, weil er es gar nicht besonders oft brauchen. Das selbe beim Abrufen und sollte er doch mal zögern weil da jetzt irgendwo vor seiner Nase ein Hase hoch hüpft, dann wird er auch motiviert weil ich weiß, wie schwer das sein kann. Läuft er aber einfach weiter, weil er eben mal wieder testet, was ihm ja auch zusteht, dann muss er mit den Konsequenzen leben.

    Vorneweg: Ich hab mir nicht alles durchgelesen.

    Aber ich muss es mir und meinem Hund nicht mit irgendwelchen anderen Methoden schwer machen, die weder ihm noch mir liegen. Ich finde es schon fast schade, dass viele einfach nicht akzeptieren können dass es Hunde gibt, die anders angefasst und behandelt werden wollen. Ich hab Anfangs wirklich lange anders mit meinem Hund gearbeitet und hab wirklich geglaubt, dass wir so eine vernünftige Grunderziehung hinbekommen. Mein Hund hat es mich anders gelehrt. Unsere Beziehung war eine einzige Katastrophe. Hätte man wohl in die Tonne kloppen können. Seit dem ich auch mal in die Seite zwicken, am Fell zuppel damit er sich jetzt hinsetzt oder ihn - jetzt kommts - auch mal ins Platz ziehe ist unsere Beziehung zueinander so gut geworden! So gut, dass ich sogar behaupte, dass unsere Beziehung besser ist, als die bei vielen, vielen anderen. Unanhängig von deren Arbeitsmethoden.

    Hätte ich einen anderen Hund bei dem andere Methoden gut funktionieren, würde ich sicher diese anwenden. Aber ich sehe absolut keinen Grund dies bei meinem jetzigen Hund zu tun. Meinem Hund mach ich mit dieser Methode das Leben hier deutlich einfacher. Er bekommt Freiheiten die viele Schleppleinenhunde in dem ein oder anderen Jahr nicht bekommen werden.

    Nu gut. Ich habe einen Hund hier sitzen der ganz genau weiß was er darf und was nicht, was ihm blüht wenn er diverse Grenzen überschreitet und trotzdem haben wir eine wundervolle Beziehung zueinander. Ja, wir arbeiten auch weiterhin super toll mit einander mit ganz viel Freude. Aber für mich gibt es, gerade bei diesem Hund, einen Unterschied zwischen Grunderziehung und Spaß. Ich kann übrigens bei ihm auch in der Stadt mit Clicker arbeiten wenn es effektiv ist. Genau so kann ich ihm aber auch die Leine vor die Füße knallen wenn er nicht auf mein "Aus" hört, obwohl er ganz genau weiß was das heißt. Das Eine schließt das Andere nicht aus... Zumal ich meinen Hund NIEMALS einfach "in der Luft hängen lasse", sondern ihm ausnahmslos immer eine Alternative dazu anbiete und für die er dann auch gelobt wird. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch eine ganze Menge dazwischen.

    Wer sagt denn, dass dem Hund bei dieser Methode mit dem "Nein" kein Alternativverhalten geboten wird? Davon ist doch nie die Rede gewesen.

    Und zu der Bindung: Seit dem wir so arbeiten ist unsere Bindung so enorm geworden. Die war vorher definitiv nicht so groß und auch nicht so eng. Seitdem wir so arbeiten kann mein Hund mich sehr gut einschätzen, ich bin berechenbar und er möchte sogar so angefasst werden. Wahrscheinlich wird mir das niemand glauben, der meinen Hund nicht in echt erlebt hat. Aber er wäre totunglücklich, wenn er jetzt mit Samthandschuhen angefasst werden würde.

    Jetzt muss ich erstmal weg. Deswegen ist der Post auch nicht sonderlich ausführlich geworden.

    Gut, das kann ich durchaus verstehen. War bei uns nicht viel anders, nachdem mein Hund bei Männern sowieso extrem reserviert ist und da auch gerne mal den Rückwärtsgang einlegt. Da wäre es kontraproduktiv gewesen noch weiter in die Aushilfsstunden zu gehen.

    Ansonsten sind wir bei Martina Fiola. Geht ein bisschen in die Richtung von Dietmar. Wir können aber auch richtig mit Wattebäuschen werfen :lol: Sind also sehr zufrieden mit unserer Trainerin.

    Für uns gehört das zum Gassi gehen dazu. Wichtig ist mir dabei nur dass er dabei nicht hoch dreht - wobei er dann selbst die Spur verliert und wieder runter kommt und dass er Notfalls trotzdem ansprechbar bleibt. Durch frische Felder und mitten in den Wald rein sollte er nicht unbedingt, aber sonst soll er doch einfach Hund sein.