Es gibt kein normal oder unnormal bei Trauer. Jeder trauert anders und jeder nimmt anders Abschied.
Vor fast einem Jahr musste ich meine vierbeinige beste Freundin gehen lassen. Sie war 14 Jahre, chronisch krank und ihre letzte Diagnose hatte deutlich gemacht, dass jeder gemeinsame Tag ein Geschenk ist. Trotz allem kam der Abschied sehr schnell und überraschend.
Ich habe vorher und nachher viel geweint und hatte eine unglaubliche Leere in mir, aber dennoch blieb der tiefe Absturz aus (mit dem ich und auch alle in meinem Umfeld gerechnet hatten).
Es spielt sicherlich mit rein, dass ich vorbereitet war und über viele viele Monate intensiv Abschied genommen habe und mir auch schon im Vorfeld viele Gedanken gemacht hatte was ich für sie will und was nicht. So konnte ich dann auf "vorbereitetes Wissen" zurückgreifen und musste nicht noch überlegen was eigentlich das beste für uns ist.
Bereits 2 Tage nach ihrem Tod hatte ich über einen neuen Hund gesprochen (dass auf jeden Fall wieder einer kommt, wusste ich schon Jahre vorher, aber dass ich so schnell bereit dafür bin, war mir nicht klar gewesen). Wenige Tage nach Sjadlas Tod habe ich Liskas Züchterin kontaktiert, 7 Wochen später bin ich dort hingefahren und drei Monate später kam Liska auf die Welt. Ich dachte ganz kurz, dass es mir zu schnell geht (der Wurf war eigentlich erst für spöter geplant), aber die paar Monate ohne Hund waren mehr als genug. Für mich war es der absolut richtige Weg, andere können es nicht nachvollziehen.
Vermisse ich meine Sjadla? Ja jeden Tag, es vergeht kein Tag an dem ich nicht an sie denke, wenige an denen ich nicht über sie spreche und ja es fließen auch immer noch Tränen.
Liska ist kein Ersatz (das hätte sie auch niemals verdient), sondern hat ihren ganz eigenen Platz in meinem Herzen bekommen und ich bin so so dankbar, dass ich sie gefunden habe.
Es ist kein Verrat an deiner Hündin!
Sie wird nicht ersetzt und ich bin mir sicher, dass zum richtigen Zeitpunkt der richtige Hund in euer Leben treten wird.