Früher, da mochte ich die tierischen Zeichentrickfilme von Walt Disney nicht.
Alles kitschig, alles überzogen.
Kein Hund grunzt so, hat einen solchen Gesichtsausdruck oder verhält sich auch nur annähernd wie in Disneyfilmen.
Heile Welt Gesäusel.- Pfhhhh.
Jetzt habe ich Bruno Leonberger.
Ist er in jungen Jahren noch eilig, sich fast überschlagend, aus dem Korb gestürzt, wenn etwas Interessantes los war, bleibt er heute bedächtig liegen, grunzt und wirft erst mal einen Ohrlappen über den Rand des Weidenkorbes. Bei anhaltender Aufmerksamkeit dreht er sich, ächzend wie eine alte Eiche, auf den Rücken und klappt beide Ohren hoch.
Nun kann er einigermaßen empfangen was so vor sich geht.
Er erinnert mich an den Hund Lafayette aus Aristocats, der auch immer seine langen Ohren in Richtung Sender ausrichtete.
Ich bin immer wieder entzückt.
Heute könnte Bruno Lautgeber spielen für Disneyhunde. Es passt perfekt.
Grunzen, verschiedene Lagen von Quietschtönen, Schnarchen,dezent und laut, aber nie aufdringlich oder gar Ruhe störend, Röhren...
Ja, und er lacht und zieht skeptisch oder spöttisch seine Lefzen hoch, runzelt die Stirn und hat Falten auf der Schnauze.
Ich liebe diesen Hund.
Ich empfinde mit einer Innigkeit und Intensivität wie sie nur den Senioren unter den Hunden vorbehalten ist, weil nur sie über die Zeit des Miteinander mit uns regelrecht verschmelzen und ihr Repertoire an kleinen Gesten, Tönen und der Mimik einfach unvergleichlich ist.
Er ist mir so nah und er wird mir das Herz zerreißen, wenn er geht.
Ich lasse das zu.
LG, Friederike