Beiträge von McChris

    Sind HSH nicht auch immer im Dienst, wenn die 24/7 bei der Herde sind?

    Das kommt drauf an, wie man "Dienst" definiert. :ka:

    Die sind ja genetisch so gemacht, ihre Herde als Teil ihres Sozialverbandes zu sehen.

    Die Hunde können rumtollen, Mäuseln, mit den Rindern kuscheln, Dösen, Schlafen, Fressen - die leben ein ganz normales Draussen-Hunde-Leben, eben mit dem "Bonus", dass sie bei Angriffen auf die Herde diese verteidigen. Dass ein Hund seine Umgebung "scannt", halte ich für ein völlig normales Verhalten von Tieren, dass ein Hund Gerüche, Bewegungen, Geräusche wahrnimmt, ebenfalls. Die machen also im Grunde fast nichts, was nicht jeder andere Hund auch von sich aus täte, bei ihnen ist das lediglich durch jahrtausendlange gezielte Zucht extrem pointiert und optimiert worden.

    Das Schutzverhalten entsteht - wie bei anderen Hunden in reiner Menschenhand auch - durch die Bindung an den Sozialverband. Auch das ist in gewisser Weise ein völlig normales Verhalten von Lebewesen, die in sozialen Gefügen leben.

    Eine "Ausbildung" findet da nur dahingehend statt, genetisch festgelegte Verhaltensweisen in umfeld-angepasste Bahnen zu lenken. Der HSH muss nicht für ihn komplett "Neues" lernen, das steckt alles in ihm drin. Der HSH kennt das Problem und er kennt auch die Lösung. Von sich aus.

    Ich bin musikalisch vollkommen untalentiert. Wäre ich gezwungen, ein Musikinstrument zu lernen, wäre das für mich anstrengend, stressig und all sowas.

    Ich würds als ungeliebte Arbeit empfinden, würde immer wieder vor Problemen stehen, weil mir das einfach nicht im Blut liegt. Auf Dauer würde mich das physisch und mental überanstrengen.

    Drück mir eine Motorsäge in die Hand und ich bin in meinem Element. Das mach ich gern, Tricks und Kniffe fliegen mir quasi von selbst zu und ich muss gar nicht gross überlegen, was ich da tue. Klar, wäre man da bei tagelanger Borkenkäferbekämpfung auch irgendwann körperlich k.o., aber es gäbe diese mentale Überlastung mit einer eigentlich überfordernden Aufgabe nicht.

    So ähnlich stelle ich mir das beim Hund mit "Aufgabe" vor. Wofür man einfach gemacht ist, fällt einem leicht. Wo man ggf. in etwas reingesteckt wird, was einem nicht liegt, wirds anstrengend, weil Überforderung da einfach immer eine Rolle spielt.

    Das bedeutet nicht, dass HSH niemalsnicht überfordert sein können, das hab ich ja in einem vorherigen Beitrag schon geschrieben.

    Aber genau deshalb muss man "arbeitende" Hunde immer sehr genau beobachten, damit aus einem Nutzen hündischer Fähigkeiten kein Ausnutzen auf Kosten des Hundes wird.

    die machen sich also quasi einen "Schichtplan" und teilen sie selbstständig ein? Ich mein, Erdmännchen bekommen das ja auch hin, aber ist schon toll.

    Nein, ganz so romantisch/geplant läuft das nicht.

    Eher so ähnlich wie in einer Pferdeherde, wo der Letzte, der noch steht, eben die "Wächter-Funktion" hat und stehen bleibt, statt sich auch hinzulegen. Da ist einfach eine "Hemmung" eingebaut, die ein "aaaaallles schlääääft, einer waacht :schneewerfen_wald: ...." möglich macht. Für viele Tierarten, die unter leidlich natürlichen Bedingungen leben, ist das vollkommen normal.

    Das kann auch mal so aussehen, dass alle drei Hunde in Seitenlage rumliegen - nur eben ist einer dann nur im Dösen-Status, während die anderen auch mal tief schlafen. Die Nase funktioniert ja immer.

    Hier steht alles auf dem Boden, allerdings auf einem Rand von Waschbeton-Platten mit Wühlmaus-Gittern. Paletten würden wohl irgendwann einfach durchmorschen.

    Die Grasnarbe würde ich nur bei sehr niedrigen Beeten abheben.

    Ich glaube, was die Belastung eines Hundes angeht, kann man schon irgendwie unterscheiden zwischen Arbeit/Aufgaben, die ein Hund von sich aus schon (genetisch?) mitbringt und solchen, bei denen der Hund menschlich vorgegebene Handlungen ausführen soll oder auf bestimmte Dinge, die ihm nicht selber in den Sinn kommen würden, Acht geben muss.

    Hunde, die gewisse Erkrankungen riechen bzw. anzeigen müssen, gehen erst in den Arbeitsmodus, wenn dieser Geruch kommt.

    Das sind 2 interessante Aspekte, die für mich tatsächlich auch zusammen gehören.

    Meine Mc`s nehmen z. B. auch wahr, wenn es einem Rind nicht gut geht und zeigen das auch deutlich an, man muss es nur sehen können.

    Der stark vermutete Wolfspfoten-Abdruck im Schnee war hier in den Tagen vor der Abkalbung. Sprich, es ist durchaus "normal" für einen Caniden, bestimmte Stoffwechsellagen erkennen zu können.

    Meine Rinder legen sich bei von den Mc`s angezeigter Wolfspräsenz im Umfeld - die stehen da noch nicht am Zaun, sondern sind nur irgendwo in Riechweite - zum Wiederkäuen hin, das machen sie erst, seitdem die Mc`s da sind und die Rinder verstanden haben, dass sie ihren Bodyguards vertrauen können. Früher haben sie bei Wolfspräsenz gestanden und manchmal nicht mal fressen können derweil.

    Deshalb stellt sich das für mich so dar, dass diese Sinneswahrnehmungen für den Hund und eben auch andere Tiere einfach zum "normalen" Leben dazugehören. Die kann man auch durch verordnete Pausen nicht abschalten.

    Meine HSH bekommen auch mal Pausen - an extremen Ausflügler-Tagen, an extremen Wintersport-Tagen, an denen zwölfendrölfzig freilaufende Hunde rund um die Flächen unterwegs sind, das sind hier Tage ausserhalb der "Norm", ausserhalb vom Alltag, da reagieren selbst die Rinder auf den Tumult um die Weideflächen rum.

    Das mal so, als ein paar ungeordnete Gedanken.

    Wildtiere haben im Grunde nie "Freizeit" - was ist das überhaupt, im Hinblick auf den Hund betrachtet? Und macht dieser Begriff im Bezug auf Tiere tatsächlich Sinn?

    ok :lol:

    Du lachst - ich hab wochen- und monatelang die jungen Hunde begleitet, das war schon ziemlicher Aufriss, auch die Gestaltung der "Anlage", damit die Hunde immer neben den Rindern sein konnten, aber noch nicht mittenmang. Aber es war auch sehr spannend und lehrreich und ich möchte diese Zeit nicht missen.

    Ich bin nicht umsonst auch zum Mc geworden.

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    Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, worum es Dir geht.

    Meine Kangals sind als HSH bei meinen Rindern im Einsatz. 24/7, 365 Tage im Jahr. Das würden sie selbst wohl eher nicht als "Arbeit" sehen, sondern es ist ihr Leben, dafür sind sie genetisch gemacht und ich sehe, wenn ich bei meinen Tieren bin, sehr, sehr zufriedene Hunde, die tun dürfen, wofür sie da sind und darin einfach perfekt sind.

    HSH arbeiten im Team, deshalb sind da immer mehrere Hunde, was für jeden auch ausreichende Tiefschlafphasen bedeutet, weil derweil die anderen die Umgebung im Auge behalten können.

    Sie haben ihre Hunde-Kumpels als innerartliche Familie, sie haben die Rinder als Sozialverband, sie haben mich als Mentor/Hirten, wie auch immer man das nennen will.

    Überforderung gibts in der HSH-Branche auch. Das ist dann der Fall, wenn viel zu junge Hunde eingesetzt werden, die keinen erwachsenen, erfahrenen Mentor haben. Oder viel zu wenig Hunde bei hohem Wolfsdruck, oder das Umfeld in Sachen Freizeitaktivitäten eine Katastrophe ist, weil die HSH ständig von freilaufenden Hunden tagsüber aufgemischt werden. Oder der Tierhalter das Motto vertritt "Hunde einfach in die Herde schmeissen, die machen das schon".

    Die Mc`s sind meine rechte Hand in Sachen Herdenschutz, auch, wenn ich nicht immer dabei bin, sind wir ein Mensch-Hunde-Team, in dem sich der eine auf den anderen verlassen kann.

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