Beiträge von McChris

    Was es aber oefters gibt (oefter als man glaubt) ist eben eine Reaktion auf Schreie (Angst oder Schmerz) des anderen.

    Ich hatte damit noch nie Probleme bei meinen Hunden, aber wenn hier ein Hund vor Schmerzen schreit, dann muessen sofort alle anderen Hunde weg (waehrend ich mich um den Hund mit Schmerzen kuemmere). Einfach weil ich keinerlei Uebergriff haben will und es auch nicht testen will..

    Sowas sollte man wirklich nicht unterschaetzen..

    Genau sowas war für mich mit ein Grund, warum McYassi den Elektrozaun ohne die beiden Mc-Rüden kennenlernen sollte.

    Aus dem Umfeld kenne ich den in der Katzenklappe feststeckenden Dackel, der von den anderen Hunden des Hauses getötet wurde und einen Hund mit neu aufgetretener Epilepsie, auf den sich der Mit-Hund stürzen wollte, da konnte aber rechtzeitig eingegriffen werden.

    Dieses schrille Schreien kann bei ganz normalen Hunden einen Schalter umlegen.

    Die Anfangszeit ist mit so einem Hund aus solchen Vorbedingungen einfach mal furchtbar wurschtelig.

    Der Hund kann noch nichts, kennt noch nichts, muss sich einleben, man muss sich erst noch wirklich kennen lernen, er weiss noch nicht, dass er sich der Führung des Menschen anvertrauen kann und dann sind solche Situation, wo der Hund Anker spielt, einfach schräg, weil man noch keinen Umgang damit gefunden hat, keine Kommandos nutzen kann, in Teilen noch gar nicht weiss, was das Verhalten da jetzt grad zu bedeuten hat, man nicht zuviel Druck machen will, den Hund aber auch nicht mit allem durchkommen lassen will, weil man grad bei Letzterem schon die gewisse Ahnung hat, dass das auf Dauer keine gute Idee ist.

    Geduld, Gelassenheit, Humor - das ist das Wichtigste grad. Und man kann diesen Hundetyp genauso an der Nase rumführen, wie er es andersrum auch mit einem selbst macht. Dann WOLLTE man halt, dass er da jetzt rumliegt. Und steht halt 10 Minuten rum und schaut sich die Gegend an. Und WENN der Hund dann aufstehen will, sagt man schnell ein "komm weiter" und schwupps, hat man nicht "das Gesicht verloren", kann sich ein Grinsen kaum unterdrücken und marschiert weiter. Irgendwann nach zig Spaziergängen hat sich das "komm weiter" dann so verselbstständigt, dass es ohne Tricks funktioniert.

    Immer mit der Ruhe, das wird schon.

    Da wir aber den Hund nicht kennen und er im Alter von angeblichen 6 Monaten sich einfach minutenlang hinlegt, dann aber zum Sprint ansetzt, dürften mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit außerhalb dieser unangenehmen Befindlichkeiten (Erschöpfung körperlicher und geistiger Art) nicht nur seelische, sondern eben auch mögliche körperliche Schmerzen im Raume stehen.

    Das ist aber doch nichts Unnormales für HSH/HSH-Mixe, dass sie die Vierfußbremse reinhauen und dann erstmal wie festgenagelt dastehen.

    Der eine Hund macht das im Stehen, ein junger, der noch nicht leinenführig ist und vllt. festgestellt hat, dass man ihn so nicht weiterbekommt, macht das ggf. lieber im Liegen. Und wenn da auf einmal was Interessantes zu sehen ist, will man in HSH-Manier, nämlich vollspeed, hin.

    Ich hab das was ganz anderes vorm inneren Auge als Du bei der Eingangsbeschreibung, denke ich mal.

    Ich kenn so viele junge HSH, die noch nicht dolle leinenführig sind und......in der Gegend rumliegen. Das machen sie so jung auch gern leinenlos, wenn man sie von A nach B bewegen will. Für mich ist das immer eine Art Sturheitstest. Wer hat den längeren Atem. Was fällt Dir, Halter, dazu ein, mich jetzt vom Fleck zu bewegen? Spul mal Dein Programm ab. Überzeug mich. Ich warte....

    Ich finde Paul auch sehr typvoll in Richtung HSH-Mix, wobei ich mir bei ihm auch HSH x HSH vorstellen könnte, davon kenne ich mittlerweile genug "Gebrauchskreuzungen", die Paul sehr sehr ähnlich sehen. Das sind dann Mixe aus gut arbeitenden Hunden verschiedener HSH-Rassen und egal, welche das sind, die Mixe sehen immer so ähnlich aus wie Paul.

    Ich find ihn vom Habitus auf den Bildern noch sehr kindlich.

    Was ich an diesem Beispiel so schön finde, ist der "Beweis", dass ein solches Training was bringt, auch, wenn man es nicht in einer Tierarztpraxis durchführt.

    Ja, das war auch die Intention des Beitrags.

    Ich hab hier überhaupt nicht die Möglichkeit, die Übungen mit den Mc`s schrittweise zu generalisieren und es klappt trotzdem. Auch mit komplett Ungeübtem.

    Weil das Grundprinzip: "ich werde nicht überfallen, ich bekomme Schritt für Schritt alles gezeigt, was ich wissen muss" verstanden worden ist.

    Das Schwierigste an dem OP-Tag war, MEINE Nerven unter Kontrolle zu behalten, um dem Hund die Sicherheit zu geben, die er gebraucht hat.

    aber die Vermutung liegt ja vor das Kangal mit drin ist, dass wir die Dämmerung bzw Dunkelheit derzeit meiden, weil er sich dann vllt aktiviert sieht

    Bei einem 6 Monate jungem HSH-Mix wäre das sehr, sehr früh. Die sind in diesem Alter eigentlich noch ganz normale Junghunde, die hsh-typischen Verhaltensweisen zeigen sich da höchstens in Andeutungen. Diese Zeit sollte man nutzen, um eine solide Basis aufzubauen, die man dann benötigen wird, wenn sie allmählich erwachsener werden. Das hsh-typische Verhalten steigert sich nicht allmählich, sondern ist dann wie mit einem Schlag da.

    Deshalb brauchst Du jetzt die basics, um später diesen Typ Hund gut und sicher führen zu können. Das A und O ist, dass Paul lernt, sich an Dir zu orientieren und Lernen funktioniert auf einem so hohen Stress-Level nun mal nicht.

    Niemand hält Dich für einen Vollhorst. Aber es gibt ganz typische Verläufe in der Haltung von HSH-Mixen, die Rasseneulinge dann doch immer wieder überraschen - und manche Erfahrungen muss man einfach nicht selbst machen, weil es wie überall woanders auch, schwieriger ist, schiefgelaufenes zu korrigieren, als es gleich von Anfang an richtig zu machen. Ich lese zwischen Deinen Zeilen vor allem, dass Dir noch ein wenig die Vorstellung fehlt, wie diese Hunde "funktionieren", das ist aber Grundvoraussetzung dafür, sie gut und sicher zu führen. HSH führt man mental, nicht mit Körperkraft und es ist für junge, noch unerfahrene HSH in dem zarten Alter völlig normal, dass sie ständig von älteren Hunden oder dem "Hirten" eingeschränkt, ausgebremst und korrigiert werden. Da spielen die Faktoren "höchst eigenständige Rasse", "Dunkelheit", "Schutzverhalten" überhaupt noch keine Rolle.

    Der Schlüssel zum Verständnis für diese Hunde liegt darin, dass man wirklich weiss, wofür sie da sind und wie sie sich dort verhalten würden - dann kann man sie sicher anleiten.

    Vielleicht hast Du mal Lust, Dich hier ein wenig einzulesen:

    McChris
    25. Januar 2019 um 13:35