Beiträge von McChris

    Du gehst von Menschen aus, die das Thema Wolf interessiert.

    Gar nicht mal - mehr so von Menschen, die denken, sie könnten Berührungspunkte mit dem Wolf haben und sich im eigenen Interesse mit der Frage beschäftigen, worauf man ggf. achten muss.

    Für den Großteil der Menschen ist das hier:

    Für Menschen besteht keine Gefahr

    vollkommen ausreichend als Grund-Info, weil selbst wenn es mittenmang unter all den Wölfen einen verhaltensauffälligen Wolf gibt, der nicht als Erstes dadurch auffällt, dass er reihenweise Menschen abmurkst. Da ist immer Vorlaufzeit mit Situationen, die zunehmend kniffliger werden, wo dann regional vor gewarnt wird und ggfs. auch eingeschritten wird. M. W. n. war hier der bisher einzige Wolf, der wirklich auffällig war, der berühmte Kurt, der dann schlussendlich auch erschossen worden ist. Dafür, dass schon so lange zunehmend mehr Wölfe in D sind, ist das auffallend wenig, was wohl daran liegt, dass der Wolf an sich für den Menschen tatsächlich keine Gefahr darstellt.

    Wer sich gar nicht mit dem Thema beschäftigen WILL, den wird man dann mit allen möglichen Zusatzinfos Marke "ja, der durchschnittliche Wolf ist scheu und auf 10 Wolfssichtungen kommen 500 nicht bemerkte Begegnungen, weil der Wolf sich rasch zurückgezogen hat" und "Jungwölfe können schon mal die Wohlfühldistanz des Menschen unterschreiten" eh überfordern.

    Seit es in D wieder Wölfe gibt, ist noch keinem Menschen wirklich was deshalb passiert. Es gab bisher m. W. n. in D einen einzigen Wolf, der sich über einen längeren Zeitraum Menschen gegenüber auffällig verhalten hat. Das war der berühmte - angefütterte - Kurt, der nach einer Beobachtungsphase dann auch erschossen wurde. Nahe Begegnungen werden - verständlicherweise - von den meisten Menschen als unangenehm bis bedrohlich empfunden, das bedeutet aber nicht, dass sie wirklich bedrohlich waren und diese Leuts einfach nur mächtig Glück hatten.

    Wölfe greifen, anders als Mutterkühe oder Wildschweine, nichtmal Menschen an, die sich Welpen in der Wurfhöhle nähern. Dabei wäre das einer der verständlichsten Gründe für einen aggressiven Akt durch Wölfe gegenüber einem Menschen.

    Nein darüber muss man sich eben nicht im Klaren sein, solange von der Politik getan wird, als wäre es ein Wunder oder ein Lotto Sechser, wenn man einen Wolf zu Gesicht bekommt.

    Ich geb Dir absolut Recht darin, dass die Kommunikation dahingehend eine Vollkatastrophe ist.

    Aber mir stehen auch keine Geheim-Quellen zur Verfügung und ich bin nicht bei Facebook. Alles, was ich über Wölfe weiss, steht in Form verschiedenster Informationsquellen (damit meine ich seriöse) nahezu jedem zur Verfügung (Internetzugang als Voraussetzung). Jede mir bekannte Pferdezeitschrift hat mittlerweile das Thema Wolf mehrfach durchgekaut. Und auch in den Alltagsmedien kommt das Thema Wolf immer wieder vor, regional und überregional.

    Das Einzige, was man benötigt, ist der Wunsch sich zu informieren.

    Hier in der Region gibts seit Jahren regelmäßig Infoveranstaltungen zum Thema Wolf und auch Luchs, sowohl gesondert für Tierhalter, als auch für die Normal-Bevölkerung, das Thema Wolf ist in regionalen Medien immer wieder präsent, das hier ist z. B. ein aktueller Artikel zum Verhalten im Wolfsgebiet Veldensteiner Forst:

    https://www.br.de/nachrichten/wi…ildtier,TVSwzIm

    Das ist doch weder verpönt, noch muss man das einstellen.

    Aber man muss sich einfach im Klaren darüber sein, dass ein, noch dazu freilaufender, Hund im Wolfsgebiet in der Paarungszeit keine gute Idee ist und sowas das Interesse der Wölfe wecken kann. Das sind so Sachen, die für mich zum "wieder Lernen, mit den Wölfen zu leben" gehören.

    Und man muss sich auch grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass das Führen von 2 unterschiedlichen Tierarten auch eine eigene Liga ist. Das Mädel hats hervorragend gelöst - aber davon würde ich in diesem Alter nicht zwangsläufig ausgehen. Das hat nichts mit in Watte packen zu tun - allein ausreiten ist grundsätzlich mit einem höheren Risiko verbunden, als mit mehreren.

    Als Reiter mit Hund hat man ein potentielles Beutetier, noch dazu ein Herdentier allein auf weiter Flur (das bedeutet in der Natur i. d. R. was) und einen potentiellen Partner bis Konkurrenten dabei. Das ist einfach nicht identisch mit "ein Baumhaus im Wald bauen".

    Ach, doch ein Schäfer. Jetzt sind die HSH dran, fürchte ich.

    Das ist mit Sicherheit ein sehr schwieriges Rudel, das Ohrdrufer Rudel. Die haben ja noch den Sonderfall dort, dass sich das Rudel in der Thüringeti "bedienen" kann und somit immer wieder Erfolge an verschiedenen Nutztieren hat, egal, wie sehr andere Tierhalter versuchen, ihre Tiere zu schützen.

    Die Herrschaften hatten lange, lange Zeit Erfolge an anfangs ungeschützten Herden, was die Versuchsquote auch an dann technisch eigentlich sehr gut geschützten Herden erfahrungsgemäß erhöht.

    Dann wurde begonnen, zunehmend HSH im Bereich des Ohrdrufer Rudels einzusetzen - wobei die meisten Schäfer in diesem Einzugsgebiet von Anfang an mehrere Hunde eingesetzt haben. Das waren überwiegend erwachsene Hunde - ein guter Freund von mir hat z. B. einige seiner erwachsenen und gut zusammen passenden Mastins dorthin gegeben und den Schäfer eingearbeitet. Die Schäfer dort hatten keine Zeit mehr, mit jungen Hunden anzufangen.

    Diese Mastins sind in der Anfangszeit auf dem TÜP nachts bewusst VOR dem Zaun eingesetzt worden, mit Behirtung durch den Herkunftsschäfer. Etwas, was man hierzulande ausserhalb von TÜPs sonst nirgends machen kann (und was ausser dem Herkunftsschäfer auch sonst niemand macht, dazu ist die Rechtslage in D einfach zu schwierig). Die Hunde haben Ortungshalsbänder getragen und ihre Laufwege konnten so live nachverfolgt werden. Sie konnten die Wölfe in der Anfangszeit weit vor der schwer traumatisierten Herde abfangen. Was eigentlich Sinn und Zweck von Herdenschutz mit Hunden ist.

    Hier in D müssen viel zu wenig Hunde quasi warten, bis der Wolf in die Fläche kommt, damit sie mehr tun können, als verbellen.

    Und WENN es dazu kommt, dann sind die Hunde in der Unterzahl und haben keine Chance.

    Ich seh ja hier, was das allein schon für eine Wirkung auf den Fuchs oder die verdammten Freigängerkatzen hat: die wissen nach wenigen Tagen, dass sie den Hunden von vorm Zaun aus den Stinkefinger zeigen können.

    Was hier in D als Herdenschutz mit Hunden bezeichnet wird, hat mit dem "Original" nur wenig zu tun. Darüber MUSS man sich im Klaren sein.

    Rein vom Herdenschutz-Praxistauglichkeits-Gedanken her hätte ich gern schon längst mit der Nachwuchsförderung angefangen, damit ich ein gut altersgemischtes Team habe. Aber nicht hier, wir wollen wegen dem Amazon-Sche..ss ja nur noch weg hier.

    Solange die hier jede Nacht rumschreien ists eh mindestens bärensicher.....

    Bei sowas hasse ich den deutschen Blümchen-Herdenschutz.

    Mal als Beispiel: die McRüden werden bald 7 Jahre - und haben in ihrem Leben noch keinen einzigen Ernstkampf gehabt (bei McYassi weiss ich es nicht, hier jedenfalls nicht)

    Natürlich steckt das in den HSH einfach "drin", aber sie haben keine Kampferfahrung.

    Solche Hunde stehen dann "Profi-Killern" gegenüber, für die Töten täglich Brot ist.

    Ich bin eigentlich - wenn es um Erholungssuchende und sowas geht, froh drum, dass die Mc`s absolut zauntreu sind. Z. B. wenn bei Schnee nur noch 2 von 7 Litzen oben rausschauen, umgeben von einer festgefrorenen Schneewehe (also damals, als es im Fichtelgebirge noch Winter gab...)

    Aber lass mal bei einem Angriff einen der Hunde im Getümmel durch den Zaun kommen und die anderen sind noch drin und sind sowas von zauntreu....das ist doch Mist.

    Der Schafhalter aus dem Artikel hat nur die Mindestanzahl von 2 HSH gefördert bekommen - die Abhängigkeit von der Herdengrösse als Bezugszahl für die Förderung von HSH ist ebenfalls behördendeutscher Blödsinn. Egal, wieviele Schafe da in einer Herde sind, bei Rudeln müsste die Formel "Rudelgröße plus 2" heissen.

    Hier ist ein erster Bericht dazu

    https://www.jaegermagazin.de/jagd-aktuell/n…-wolf-gerissen/

    Hier dito, aber Bezahlartikel:

    https://www.insuedthueringen.de/inhalt.blutspu…4f87544e95.html

    Kurz zusammengefasst:

    2 HSH an kleiner Schafherde.

    Vermutung ist, dass beim Wolfsangriff (die Ohrdrufer Wölfe haben schon Herden mit HSH angegriffen) der Zaun niedergerissen wurde und einer der Hunde mit raus ist und der andere drinnen blieb. Der draussen ist tot.