Beiträge von McChris

    Der bisher einzige mir bekannte Fall, wo in D ein Wolf einen angeleinten Hund gebissen hat, war bisher "Kurti".

    Und der war zu dem Zeitpunkt als bereits auffälliger, im Sinne von habituierter, Wolf unter verstärkter Beobachtung und auch bereits besendert.

    Hier ist die Chronik des auffälligen Verhaltens zusammengefasst:

    https://de.wikipedia.org/wiki/MT6

    Ich für mich würde von all dem, was ich bisher zum Thema Wolf gelesen habe, nicht davon ausgehen, dass ich ganz normal mit angeleintem Hund spazieren gehe und auf einmal aus dem Gebüsch Wölfe über den Hund herfallen. In allem, was ich bisher gelesen habe (auch im Herdenschutz übrigens, da fällts nur nicht so auf, weil nicht immer ein Mensch dabei ist, da gehts aber eher um ein, zwei Nächte vor dem tatsächlichen Riss), gibts immer Vorgeschichten, die sich über einen längeren Zeitraum aufgeschaukelt haben.

    Ich würde mich mit HH in meinem Umfeld vernetzen (ich geb den hiesigen übrigens auch immer Bescheid, wie den Pferdehaltern hier auch, wenn die Mc`s Wolfspräsenz im Umfeld anzeigen, es interessiert nur niemanden wirklich), damit jemand, der eine nähere Begegnung mit einem/mehreren Wölfen hatte, den anderen gleich Bescheid geben kann. Eigentlich würde ich mir sowas vom Wolfsmanagement wünschen - also ganz individuelle, auf die regionalen Wölfe bezogene Infos für die dortige Bevölkerung. Da sehe ich tatsächlich noch enormen Verbesserungsbedarf.

    Als Kurti die Hündin gebissen hat (das war übrigens auch im 1. Quartal), hat er sich immerhin noch von den dazugehörigen Menschen verscheuchen lassen. Und das war ein bereits an Menschen gewöhnter Wolf.

    Die unmittelbare Nähe zum Menschen ist das, was den angeleinten (oder extrem gut im Kommando stehenden) Hund schützt.

    offizieller Wanderparkplatz eines Naturschutzgebietes),

    Und das sind so Dinge, wo ich mich frag: fällt das niemandem sonst auf, wie zynisch das eigentlich ist?

    (Damit mein ich nicht Dich SavoirVivre )

    Selbst im Naturschutzgebiet (wo die Natur hauptsächlich vor dem Menschen geschützt wird), soll sich Natur dann doch wieder unterordnen, weil: Mensch.

    Aber komplett auf jedes Draußensein mit Hund zu verzichten, weil es irgendwo irgendeins der inzwischen 45 (!) Wolfsrudel in unserem kleinen Bundesland stören könnte?

    Es gäbe in meiner Fragestellung ja auch noch Option 3: das war die Nummer mit "kann man machen, dann muss man aber auch die Möglichkeit solcher Begegnungen einkalkulieren".

    Wurfhöhle oder Revier am Touristenparkplatz zu verteidigen, ist einfach ein No Go.

    Ein Revier würde ja lediglich gegenüber dem mitgeführten Hund verteidigt.

    Wölfe haben - anders als andersrum - kein Problem damit, sich ihren Lebensraum mit dem Menschen an sich zu teilen.

    Selbst bei Menschen direkt an oder in Wurfhöhlen, starten sie höchstens Scheinangriffe, meist ziehen sie sich einfach zurück.

    Ich schmeisse tatsächlich die Frage in den Raum: muss man wirklich in der Ranz- und Wurfzeit der Wölfe mit Hunden dort rumlaufen (und dann noch erwarten, dass sich die Wölfe still und unauffällig verhalten)?

    Ich weiß, dass viele hier im Thread da "ja" zu sagen und das ist für mich auch absolut akzeptabel. Da brauchen wir also gar nicht drüber streiten.

    Aber genauso, wie es viele gibt, die da "ja" sagen, gibts auch viele, die da sagen: nein, muss man nicht. Wildtiere haben in solchen Zeiten größtmögliche Schonung und Schutz verdient. Alle, auch Wölfe. Und viele, die sagen, kann man machen, aber dann rechne ich auch damit, vielleicht mal so eine Situation zu erleben.

    Ich glaube, dass grad wir Hundehalter das extrem unterschätzen, was für eine Wirkung unsere Hunde da draussen auf andere Tierarten haben können.

    "Als sie sich umdrehte war da der Wolf. Er fixierte sie mit den Augen, legte die Ohren an und fletschte die Zähne. Meine Frau hat aufgrund ihrer Erfahrung die Drohung verstanden und sofort langsam aber mit Angst den Weg zurück zum Auto genommen."

    Ich frag mich, was der Wolf für eine Motivation gehabt hat.

    Seine Beute droht er ja nicht an.

    Es ist immer noch - je nach Region - Ranzzeit. Oder - je nach Region - die Zeit, in der das Rudel sich überwiegend in der Nähe der Wurfhöhle aufhält, wenn die Geburt der Welpen bevorsteht. Beides Gründe, sich über die Annäherung von potentiellen "Feinden" zu ärgern, so aus Wolfssicht.

    Ansonsten war es genau das Rudel, das im Sommer unter anderem tagsüber in die behirtete Schafherde gegangen ist. Was - wahrscheinlich - der Vaterrüde auch schon im Vorjahr getan hat, dieses bekannte Video mit dem steinewerfenden Hirten, der ihn null beeindruckt hat. Da könnte man schon spekulieren, ob die was gelernt haben....oder ob nicht?

    Das ist aber in allen Ländern mit Grossraubtieren normal, dass rein vom Menschen behirtete Herden besonders angriffsgefährdet sind. (Bis auf wenige Ausnahmen sind Hütis keine Wolfsabwehr) Für mich ist sowas kein Problemverhalten. Und ja, an das Video erinnere ich mich noch.

    und wird auf der Stelle mit Unterstellungen überzogen

    Solche Shitstorms kommen häufig vor, ja. In allen Bereichen, nicht allein bei Wolfsbegegnungen.

    Ich denke, da muss man filtern lernen, welche Reaktionen für einen wirklich relevant sind.

    Die HH ist vom niedersächsischen UM sogar gelobt worden für ihr Verhalten und es wurde ihr ausdrücklich für dieses Video gedankt.

    Ich persönlich fand das Video sehr wertvoll - nur so kann man doch lernen, damit umzugehen.

    Krass fand ich auch die Erzählung, dass in Revieren mit Bio-Landwirtschaft die Niederwildhege unglaublich schwer ist, weil die Maschinen das Niederwild stark gefährden. Das hätte ich so niemals gedacht. Seitdem überdenke ich tatsächlich auch meinen Konsum von Bio-Lebensmitteln.

    Rein interessehalber - was für Bio-Maschinen, die es im konventionellen Anbau dann wohl nicht gibt, sind denn das?

    Oder ist damit die unterschiedliche Bodenbearbeitung/Unkrautbekämpfung gemeint, weil Striegeln zur Unkrautkontrolle natürlich auf der kompletten Fläche stattfinden muss, während beim Spritzen die Fahrspuren ja nicht verlassen werden?


    Sicher nur ein neugieriges Jungtier. Aber ebenso sicher DER Moment, in dem der kleine Racker den Schreck seines Lebens hätte verpasst bekommen müssen, um sich mit der Erkenntnis "Menschen sind Sch***, denen geh ich aus dem Weg!" wieder in den Wald zurückzuziehen.

    Ich fänds vom "Bauchgefühl" auch besser, wenn die neugierigen/unbedarften Jungwölfe bei sowas lernen würden, dass Menschen irgendwie.....kacke sind.

    Aber auf der anderen Seite sehe ich dann wieder zigfach Artikel über solche Begegnungen mit Jungwölfen und ein paar Wochen später hört und liest man nichts mehr davon, dass in dieser Region Wölfe besonders auffällig wären. Das geht Jahr für Jahr so.

    Letztes Jahr die Begegnung der HH samt Hund mit dem Jungwolf in Wietzendorf ist von Vielen ja auch als Zeichen der zunehmenden Annäherung an Menschen gewertet worden, aber danach scheint ja auch wieder Ruhe eingekehrt zu sein.