Beiträge von McChris

    Ich finde in den letzten Tagen wieder vermehrt sterbende oder tote Maulwürfe.

    Das gabs schon mal in den extrem trockenen Jahren zuvor - leider zeichnet sich ja ab, dass auch 2023 dazu zählt.

    Dabei haben wir hier wirklich guten, lebendigen Boden auf dem artenreichen Grünland mit zig Lebewesen drin, Regen- und Kompostwürmern. Aber wenn das Buddeln bei dem buckelharten, trockenen Boden schwer wird, kommen sie wohl nicht dran.

    Ja, so ähnlich - halt ohne Kästen - sah das aus.

    Die 2 Einzel-Kästen sind heute schon angekommen. Im Doppelpack waren sie etwas noch günstiger. Danke für den Tipp!

    Ist zwar schon etwas spät, aber ich habe gelesen, dass die jüngeren Mauersegler auch oft erst Mitte Juni ankommen, da könnts grad noch reichen.

    Wenn nicht, dann nächstes Jahr.

    Mal schauen. Das Aufhängen wird spaßig, ich turn doch soooo gern so hoch auf Leitern rum... |)

    Auch ich finde es wirklich fantastisch, was McChris regelmäßig aus ihrer Arbeit beschreibt. Ich würde das auch sehr gerne mal erleben und daraus lernen. Aber wie übertragbar ist das auf einen HSH(-)Mix) mit Tierschutzvergangenheit, der/die in normalen Wohnsitutaionen leben sollen und i. d. R. keine Chance haben, irgendwann mal an einer Herde zu arbeiten?

    Was ich über den Herdenschutz mit meinen Mc`s erzähle, soll ja hauptsächlich helfen, diesen Hundetyp besser zu verstehen. Natürlich kann der private HSH-Halter das nicht so machen wie ich hier, mit wolfsabweisendem Zaun und kleiner Rinderherde.

    Aber erzählt zu bekommen, was diese Hunde ausser "aggressiv rumpöbeln" tatsächlich an Herdenschutz-"Arbeit" leisten, hilft manch interessiertem Halter, seinen Hund besser zu verstehen, Dinge nicht fehl zu interpretieren (z. B. "Territorial-Verhalten" statt einfach nur "junger HSH weiss grad nicht, wie mit Situation XY umgehen - also pöbelt er sicherheitshalber mal los, damit kann er in seinem ursprünglichen Job nämlich gar nicht so viel falsch machen) und eben anders und zu diesem Hundetyp passender damit umzugehen. Das ist ja ein Gewinn für beide Seiten - für den Hund und für den Halter.

    (Und natürlich soll das, was ich vom Herdenschutz mit Hunden im Forum erzähle, auf Dauer auch mir und anderen Weidetierhaltern mit HSH im Einsatz helfen, denn wir sind abhängig davon, dass sich Erholungssuchende ein wenig angepasst verhalten, damit unsere HSH sich nicht unnötig an freilaufenden Hunden aufreiben müssen)

    Wenn ich die Beiträge von McChris lese, hätte ich selber gerne eine Herde und eine Gruppe HSH, das klingt so faszinierend.

    Da braucht man aber in D Nerven wie Drahtseile für - nicht wegen der HSH im Einsatz an sich, sondern wegen der putzigen Einfälle mancher bis vieler "Erholungssuchenden", zu denen leider auch zahlreiche HH gehören. Man braucht da schon gewisse "Hirten-Gene", damit man sich das antut.

    Und meine persönliche Meinung ist, dass ein Herr Rütter von all dem überhaupt keinen Plan hat. Wie soll er also seinen Trainern so etwas nahebringen?

    Ich habs mir bisher verkniffen...

    Es gibt sonst keinen Arbeitshund, bei dem man nicht in Sachen Ausbildung und Erziehung Orientierung bei den ursprünglichen Einsatzzwecken sucht.

    Beim HSH denken alle, jau, die bellen halt, wenn ein Wolf kommt oder atomarisieren den und damit ists für die meisten erledigt.

    Die Komplexität des tatsächlichen Schutzverhaltens kann man aber nur verstehen, wenn man diese Hunde über einen gewissen Zeitraum bei der Arbeit an der Herde beobachten kann oder sogar unmittelbar mit ihnen an der Herde zusammenarbeitet.

    Und da gibts nur eine Handvoll Trainer in D, die das tatsächlich so erfahren durften.

    Wenn ein Herr Rütter dann mit verschränkten Armen was von Territorial-Verhalten spricht und entsprechend was völlig anderes sieht, als ich in der Nachbarin-Szene von Carlito, ist es unausweichlich, dass er einen völlig anderen Trainingsansatz wählen würde. Der über mehrere planetenumlaufbahnlange Umwege vllt. auch zum Erfolg führen würde, aber warum sollte man so einen Umweg gehen, wenn es einfach nur darum geht, dem Hund eine klare Aufgabe im Hund-Mensch-Team zuzuteilen.

    Ich bin mal zu einem Betrieb mit HSH an Rindern eingeladen worden, als dort die Hundetrainerin, die uns vom LfU zur Verfügung gestellt wurde (und die tatsächlich immerhin einen Alpsommer als Hirtin mit HSH verbracht hat), einen Besuch gemacht hat.

    Ich konnte völlig problemlos mit den dortigen HSH agieren und eine junge Hündin hat sofort die Gelegenheit ergriffen, sich an MIR, einem ihr völlig fremden Menschen, zu orientieren, was den Umgang mit den Mutterkühen anging. Ich bin lediglich zu ihr gegangen, als ich gesehen habe, dass sie von den Mutterkühen verunsichert war und habe ihr dadurch die Sicherheit vermittelt, die sie gebraucht hat. Ähnliches Alter wie Carlito. Diese Hunde sind kein Hexenwerk, aber man muss verstehen, dass der Schlüssel dafür, mit ihnen zu arbeiten, darin liegt, wofür sie gemacht sind. Und Herdenschutz ist weit mehr als ein paar energische Wuffs. Wenn man versteht, wie sie funktionieren und wie komplex sie funktionieren, dann kann man ihnen von der ersten Sekunde an der Mentor sein, den sie brauchen. Das sind nie Untergebene/Angestellte, sie sind immer Partner auf Augenhöhe.

    Manche Menschen können sich da reinfuchsen, es gibt hier im Forum mittlerweile einige HSH-/Mix-Halter/-Erfahrene, denen ich völlig bedenkenlos meine Mc`s in die Hand drücken würde. Aber das sind tatsächlich allesamt Menschen, die sich intensiv mit diesem Hundetyp beschäftigen und ihn zu verstehen versuchen.

    Wir sind eigentlich immer irgendwie im Gespräch

    Das trifft es so sehr auf den Punkt.

    Man muss eben auch als menschlicher Teampartner bereit sein, den eigenen Aufgabenbereich zu übernehmen.

    Was machen meine Hunde in ihrem Job?

    Die versäubern die Weidefläche von Eindringlingen, die da über Nacht drauf sind.

    Die halten die Umgebung im Auge, reagieren unglaublich differenziert auf alle möglichen Umfeld-Reize. Mal heben sie nur kurz den Kopf, mal gehen sie eine körperliche Position, die ihnen das im Auge behalten leichter macht, mal rasen sie im Affenzahn - lautlos - zum Zaun, um sich was genauer anzuschauen. Mal schlagen sie moderat an (wer wann wie anschlägt sagt mir dann schon, was ich da gleich sehen werde), mal agieren sie richtig vehement. Und sie haben immer Recht....

    Sie leben das Bindungsverhalten zu den Rindern.

    Sie entwickeln standortabhängige Taktiken, um mit mehreren Umfeldreizen gleichzeitig klar zu kommen.

    Sie sind unglaublich anpassungsfähig.

    Sie haben vieles in sich drin, einfach so. Wie z. B. das Wissen, WANN Wölfe bevorzugt angreifen, es gibt regelrechte Wolfswetter, z. B., sie wissen welches Tier ihrer Herde das perfekte Wolfsopfer wäre, sie wissen um Situationen, wie z. B. die ziehende Herde und dass da ein Angriff am ehesten auf das Tier stattfinden würde, was als letztes den Weg langmarschiert.

    Sie "kennen" Menschen, die da regelmäßig unterwegs sind.

    Sie kommunizieren im Grunde mit Erholungssuchenden und Wild. (Das sieht nur niemand....)

    Wenn sie in Sichtweite zum Hof sind, kommunizieren sie mit mir. Die WISSEN, wenn ich rauskomme und schaue, warum sie angeschlagen haben.

    Sie empfinden einen hochgereckten Daumen von mir auf 400 Meter Entfernung als Lob und lesen auch auf 400 Meter Entfernung meine Körpersprache, ob ich entspannt reagiere oder selbst in Habacht-Stimmung gerate.

    Sie reagieren auf selbige 400 Meter Entfernung auf meinen Runterregel-Pfiff, wenn Erholungssuchende seltsame Dinge machen, die sie noch nicht gesehen haben.

    Das sind Hirtenhunde - die sind zur Zusammenarbeit im Hundeteam, aber auch mit ihrem Hirten gemacht.

    Wenn man Hirte ohne Herde ist, sozusagen, kann man ihnen dennoch einen Teil ihrer ursprünglichen Aufgaben zugestehen. Aber mit dem Hintergrund, dass man dem agierenden Hund nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern dessen Verhalten und Reaktionen formen kann.

    Und meine persönliche Meinung ist, dass ein Herr Rütter von all dem überhaupt keinen Plan hat. Wie soll er also seinen Trainern so etwas nahebringen?

    Wer die rasante Entwicklung meiner McYassi miterlebt hat, die aus einem Tierheim zu uns auf die Ranch gekommen ist und im Schnelldurchlauf von mir "eingewiesen" worden ist und wer miterlebt hat, wie stark McYassi diese Hilfestellung durch mich bereitwillig angenommen und umgesetzt hat, obwohl sie ein hochgradig eigenständiger Hund mit starker Persönlichkeit ist, der lässt sich nicht mehr von diesen HSH-Mythen ins Bockshorn jagen. Das sind Team-Player, nur sieht das bei diesen Hunden anders aus, als bei anderen Arbeitsrassen.

    aber wie sieht denn bedürfnisorientiertes Training bei einem HSH aus?

    Ruhe, Sicherheit, Mentor, der ihm die Welt "erklärt" und zwar letzteres in deutlichem schwarz und weiss am Anfang. Jemand, der die Aufgabenverteilungen im Team Mensch-Hund klar und deutlich festlegt.

    Eine Aufgabenverteilung in Privathand wäre z. B., dass der Hund seine - besseren - Sinne einsetzen darf, den Menschen auf Geschehnisse abseits des gewohnten Alltags hinweisen darf und dem Menschen-Partner dann die Bewertung der Situation und den Umgang damit überlässt. Der Hund dürfte also die Melder-Funktion im Team einnehmen, was eine für Hunde vom HSH-Typ ganz normale Aufgaben-Verteilung wäre.

    Ein junger HSH in einem Hunde-Team, der "Schatten an der Wand" sieht und wegen jedem Scheiss loslegt wie Luzie, wird von den anderen Hunden korrigiert. Die "Steller" = die erfahrenen Hunde, die dann die Bewertung der Situation übernehmen, ggf. den Eindringling vertreiben oder eben "sagen", ach, das ist Nachbar Huber mit seinem alten Dackel, der geht hier jeden Tag fünfmal lang, würden mit los sprinten in Richtung Zaun und dem übereifrigen Jungspund den Weg abschneiden. Bei dann immer noch Übereifer würden sie ihn kurz und knapp maßregeln.

    Mehr brauchts da nicht, um dem Hund klar zu machen, wo sein Tanzbereich endet. Das steckt in denen drin. Da brauchts kein zeigen und benennen, da brauchts keine Umorientierung (im Gegenteil, der HSH muss wenigstens alles im Auge behalten dürfen), einfach ein kurzes "nicht Dein Job, Kamerad Schnürschuh".

    So sieht z. B. eine Korrektur eines Welpen mittels eines vierbeinigen Mentors aus - wenn auch im Video in einem anderen Zusammenhang.

    "Sachlich", vollkommen unemotional, so gemäßigt wie möglich, aber so deutlich wie nötig:

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    Auf Menschenverhalten übersetzt, könnte eine Korrektur durch den Menschen über ein Abbruchsignal stattfinden, das ggf noch durch körperliches Aus dem Weg Drängen mit den Menschenbeinen ergänzt ist. Ruhig, sachlich, unemotional. Das ist mit das Wichtigste. Inklusive stimmlichen Lob, sobald der Welpe nur mit der Herde mitläuft, ohne sie zu fixieren, im Weg zu stehen oder ihr gar den Weg zu versperren. Nach 2 - 3 von solchen Korrekturen ist der Drops gelutscht bei Hunden, die so dermaßen teamfähig sind und von ihrer Genetik her die Tendenz zur Aufgabenverteilung haben. Wenn sie das nicht hätten, könnte ich nicht aus 400 Meter Entfernung per Pfiff "Bewertungshilfen" geben, wenn bei uns im Umfeld seltsame Aktivitäten durch Menschen stattfinden.

    Gegen den Hang, das Umfeld akustisch und optisch unter Kontrolle zu haben, sollte man beim HSH nicht arbeiten - das ist, wie ihm das Atmen verbieten zu wollen. Aber man kann das kanalisieren und den HSH in Privathand in der Position des Melders einsetzen. (In HSH-Gruppen sind das i. d. R. die Jungspunde, weil das auch mit viel Laufarbeit verbunden ist an der Herde). Wenn der Mensch dann zunehmend feiner den Hund lesen kann, geht das auch ohne ständiges Getöse durch den Hund.

    Dass ein HSH immer und überall die Entscheidung fällen wird, wer oder was als "Feind" angesehen wird und dann eigenständig agiert, ist eine dieser Mythen, die sich um HSH ranken. Nein, das tun sie nicht. In der arbeitenden HSH-Gruppe gibt es immer verschiedene Herdenschutz-Aspekte, die von einzelnen Hunden je nach individuellen Fähigkeiten abgedeckt werden. Kein HSH-Team würde einen 8-monatigen Jungspund wegen Fehleinschätzung einer Situation ins Verderben rennen lassen. Vom erfahrenen Team-Partner kurz und knackig im Verhalten abgebrochen zu werden, ist das Normalste von der Welt für einen jungen HSH.

    In der Videoszene hat die da-noch-Halterin das zwar irgendwie unterbunden, Carlito aber keine Bewertungshilfe gegeben (gut, ist beim Gefilmt werden auch nicht jedermanns Sache, deshalb würde ich solche Filmszenen nicht überbewerten).

    da fehlt noch ein Satzteil: dadurch kann der Hund aus dieser Situation nichts lernen.

    "Bewertungshilfe" durch den Halter kann sein, z. B. sowas zu sagen wie "Ach was, das ist Nachbarin XY, die darf das, lass gut sein" und ja, ganze Sätze helfen deshalb, weil beim Sprechen solcher Sätze sich auch die eigene Körpersprache an das Gesagte anpasst. Der Hund hört nicht die Worte, aber er liest die Körpersprache.

    In der Nachbarin-Szene hat Carlito wenn denn dann gelernt, dass seine Da-noch-Menschin ganz komisch wird, wenn diese Nachbarin auftaucht. Also würde er beim nächsten Mal erst Recht loslegen.

    Bei meinen war es in der Junghund-Zeit so extrem, dass ich bloss "Örks, der Bürgermeister" denken musste - das sind extrem gute Fremdsprachler diese Hunde, das brauchen sie nunmal für ihren Job für die Kommunikation mit komplett anders kommunizierenden Tierarten.