Die Tiere stehen und liegen oft auch mitten auf dem Weg und man hat im Grunde gar keine Chance, als nah dran vorbei zu gehen.
Am besten versuchst Du es mit non-verbaler Kommunikation.
Man kann z. B. auf Distanz kurz stehenbleiben, übersetzt als "höfliche Anfrage", ob man kurz die Individualdistanz unterschreiten darf.
Man kann nach dem Stehenbleiben, wenn die liegenden/stehenden Rinder nicht unruhig reagieren, langsam wieder losgehen, so weit es möglich ist, ein "Bogen-Laufen" andeuten, auch den Oberkörper leicht weg vom Rind drehen, es nicht anstarren (aber natürlich im Auge behalten), niemals frontal auf sie zulaufen, freundlich mit ihnen reden.
NIe so laufen, gleich dreimal nicht mit Hund, dass auf einmal ein Kalb allein auf der einen Seite von Dir ist und der Rest der Herde auf der anderen Seite.
Rinder können mit je einem Auge einen sehr großen Sichtradius abdecken - sie sehen da allerdings sehr unscharf, deshalb sind ruhige, unhektische Bewegungen wichtig und die gleichzeitige freundliche Ansprache. Genau hinter sich haben Rinder einen toten Winkel im Blickfeld - also niemals von unmittelbar hinten quasi auf Zehenspitzen anschleichen, das erschreckt sie. Das Ohrenspiel beobachten. Vorm warnenden Kopfschlagen kommt oft ein unwilliges Schwanzschlagen, als Zeichen der zunehmenden Unruhe. All das ist noch Kommunikation vom Rind, auf die man mit Rückzug reagieren kann und da genügen meist wenige Meter, um aus dem Wohlfühlbereich des Rindes zu verschwinden.