Beiträge von McChris

    Aber wer hat die Bedingungen seine HSH vor allem im Aufbau so engmaschig anzuleiten und zu erziehen?

    In der Schweiz wird versucht, dieses Problem dadurch zu lösen, dass besondere Betriebe die "Förderungs"-Hunde ausbilden, da gibts keine monetäre Förderung, sondern die Tierhalter bekommen einen Hund. Das finde ich - theoretisch - keinen schlechten Ansatz. Praktisch kann ich nicht beurteilen, wie die Qualität dieser Ausbildung ist.

    Ein Zitat aus dem oben verlinkten Gerichtsbeschluss:

    "die rund um die Uhr häufig und andauernd bellen."

    Soll ich Euch was verraten?

    Das wäre mir auch zuviel.

    Ich schreib für hier regelmäßig, meist so einmal im Quartal für 1 Woche - 14 Tage (meist wirds mir im Verlauf einfach zu doooohoooof...) Bellprotokolle.

    Dabei zähle ich die Wuffs. Je nach Hund sind 3 - 4 Wuffs das typische Anschlagen. McYassi wufft meist einmal mehr als die Jungs.

    4 Wuffs sind weniger als 1 Sekunde.

    Lt. meinen Bellprotokollen liegen wir an 300 von 365 Tagen weit unter 100 Wuffs in 24 Stunden. Das ist also in Sachen reiner Bellzeit lächerlich.

    Meist sehe ich ja, warum die Hunde anschlagen und deshalb hab ich als Halter natürlich mehr Verständnis dafür.

    Die übrigen Tage, wo es auch mal mehr ist, sind im Normalfall Wochenenden und Feiertage.

    Weil da einfach mehr Leuts und vor allem mehr Leuts mit Hunden unterwegs sind.

    Und für einen HSH ist nunmal der Alltag das Maß, an dem er sonstige Begebenheiten bewertet.

    (Deshalb haben HSH in richtigen Touri-Gebieten mit täglich viel Besucherverkehr halt DAS als normalen Alltag, während HSH in der Pampas den Wanderer alle 10 Tage eben nicht als Alltag sehen)

    Aber selbst da kommen wir nie auf die in Gerichtsurteilen häufig als noch zulässig erwähnten 30 Minuten, da würde ich ja selbst am Krückstock gehen...

    Wenn viel los ist, helfe ich den Mc`s, dann setze ich mich dazu und nehme ihnen einfach Verantwortung ab. Es gab auch schon völlig irre Tage, da habe ich Rinder und Hunde weit früher als üblich in den Auslauf geholt.

    Dass das für einen Schäfer oder sonstigen beruflichen Tierhalter nicht leistbar ist, muss man wohl nicht extra erwähnen.

    Auch die vielen, vielen Stunden "Bewertungshilfe", die ich geleistet habe, kann ein beruflicher Weidetierhalter nicht aufbringen.

    Man könnte das Bellen der Mc`s hier noch weiter reduzieren - dafür wäre ich aber auf eine moderate Rücksichtnahme der Erholungssuchenden angewiesen.

    Die Klassiker, die auf jedem HSH-Info-Schild stehen: beim Passieren der Flächen a) soviel Abstand wie möglich halten, b) mitgeführte Hunde eng bei sich führen c) als Radfahrer idealerweise absteigen, aber zur Not reicht auch eine deutliche Tempo-Rücknahme, d) nicht rennen und e) keine seltsamen Dönneckes machen (= nicht mit Wanderstöcken fuchteln, nicht ausgerechnet neben Weidetieren Drachen steigen lassen oder ferngesteuerte Spielzeuge über den Feldweg rattern lassen, sich nicht mit 4 Hunden zum Picknick auf die Wiese genau nebenan mit nur wenigen Metern Abstand zum Zaun setzen, einfach auf Wegen bleiben, die Tiere nicht belästigen).

    Aber das ist den meisten Erholungssuchenden zuviel. Sie haben ja schliesslich das Recht....


    Zynischerweise treten Nutztierrisse an Wochenenden gehäuft auf - weil durch das Getümmel in Wald und Flur das Wild versteckter ist. Da sind die eingezäunten Schafe einfach leichtere Beute.

    Ist schon schwierig. Ich weiss auch nicht, ob es da je eine Lösung für geben wird.

    So toll die Arbeit mit den Mc`s auch ist, wenn mich jemand fragt, ob er HSH einsetzen soll, sag ich in den meisten Fällen "nein", weil eh nur massiver Ärger zu erwarten ist. Und einfach bloss sozialer Ärger ist schon schwierig genug, kommen dann aber auch Sabotage-Akte (Zäune aufschneiden, Hunde provozieren und Schlimmeres) hinzu, ist das ein Leben, das man niemandem wünscht.

    Keiner sagt zu nem Kangal Kampfhund

    Doch, ziemlich viele sogar. Das sagen sie auch zu anderen HSH-Rassen. Im Herdenschutz mit Hunden ist das ein sehr grosses Problem in Sachen Akzeptanz.

    Das ist so die Liga bellender Hund = aggressiver Hund, an den Zaun rennender, bellender Hund = angreifender Hund, Hund ist in der Lage Beutegreifer abzuwehren = Kampfhund.

    Akzeptiert werden Risiken, die nützlich oder zumindest bequem sind

    Da bin ich bei Dir, aber der Rest des Beitrags trifft nicht so ganz das, was ich meinte mit meiner Frage.

    Da habe ich die Antwort "weil sie lebendig sind" als passender empfunden, weil andere Lebensformen grundsätzlich schwerer zu verstehen sind, als die eigene und eben weit komplexer sind als unbelebte Materie.

    Es stellt jedenfalls eine ähnliche Frage: Hat etwas oder jemand, dass für uns Menschen (oder „unsere“ Tiere) zur Bedrohung werden kann - sei es statistisch betrachtet auch noch so selten - was aber andererseits auch als Bereicherung empfunden wird, Platz in unserer Umgebung? Und wie gehen wir mit etwas um, das uns Angst macht und unserem Verständnis nicht zu 100% zugänglich ist?

    Darauf gibt es keine simple Antwort (es ist auch keine simple Frage :smile:).

    Ich würde noch ergänzen wollen um: und warum akzeptieren wir andere Dinge völlig selbstverständlich trotz eines viel höheren Risikos.