Unsere Rotkehlchen brüten gern in einem Totholzstapel und unter einem alten landwirtschaftlichen Anhänger, der ziemlich eingewachsen und von Heckenrosen und sonstigem Gebüsch umgeben ist. Ich denke, ein wenig schützende Struktur drumrum ist wichtig.
Beiträge von McChris
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Nope, da kommen wir nicht zusammen.
Müssen wir ja auch gar nicht.
Mir geht es nicht um Mit-Schuld, sondern den Eigensicherungsgedanken.
Es ist doch mein ureigenstes Interesse, mich im Strassenverkehr, im sonstigen öffentlichen Raum so zu bewegen, dass ich auch mal (!) Fehler von anderen ausbügeln kann und damit vor allem meine eigene Haut rette. Ob da einem Reiter das Pferd durchgeht, ein Kleinkind unbeholfen auf mich zugerollert kommt, eine Wildsau aus dem Gebüsch kommt, ein Amazonfahrer "versehentlich" 70 statt 30 fährt (ja, ich lebe eher ländlich....)- da poche ich doch nicht auf mein Recht, sondern sehe zu, dass ich da heile rauskomm. "Sie war aber im Recht!" als Grabstein-Spruch mag ich nicht haben.
Das alles soll nicht den Idealfall ausknocken, dass sich immer alle super-korrekt verhalten. Aber dieser Idealfall ist einfach nicht die Realität.
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Und ich finde einfach, sich mit Hunden auskennen ist keine Bürgerpflicht.
Da man im öffentlichen Raum an allen möglichen Stellen auf Hunde treffen kann, würds zumindest Sinn machen, wenn man weiss, dass da, wo es bellt, vorne ist.

Nein, eine "Pflicht" ist es nicht. Aber so ein paar grundlegende Dinge sollten auch Nicht-Hundler über Hunde (und auch Tiere allgemein) wissen, so im Sinne von Allgemeinbildung.
So wie nur-Fussgänger auch was über Bremswege von Autos wissen sollten. Hunde sind, ob man das gut findet, oder nicht, auch ein Teil unserer Gesellschaft.
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Ich sehe also weder die Einsicht, dass das Verhalten der Hundehalterin fehlerhaft gewesen sein könnte, noch die Erkenntnis, dass der Hund sich nicht gesellschaftskonform verhalten hat. Also sind Auflagen hier nicht nur angemessen, sondern auch angezeigt.
Aber es ist doch gar nicht die Halterin, die hier geschrieben hat.

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Hm, das hat für mich jetzt ein bisschen viel von "Selbst Schuld, dass du mit deiner Designerhandtasche durchs Ghetto gelaufen bist und überfallen wurdest". Die andere Assoziation hierzu lass ich mal außen vor, die kann sich jeder selbst denken.
Och nö.
Wie wäre es stattdessen mit Sicherheitshinweisen für Postzusteller?
Hier im Artikel wird z. B. erwähnt, dass Postzusteller im Zweifel auf die Zustellung verzichten sollen:
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Puh, ich finde es einen ganz schön hohen Anspruch an Fremde, dass sich jede*r bitte gut genug mit Hunden auskennen soll, um Anlass und Stimmung von Gebell zu erkennen und sich dann richtig zu verhalten. Das alles, damit man selber seinen Hund bloß nicht anleinen muss.
Es geht doch eigentlich bloss drum, dass es nun nicht die beste aller Ideen ever ist, einfach eine Tür zu öffnen, hinter der ein Hund bellt.
Und es ging auch nie darum, den Hund bloss nicht anzuleinen, sondern lediglich darum, die wenigen Sekunden Zeit dafür zu haben.
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Das ist schon richtig, aber bei euren Einsatznachbesprechungen habt ihr sicherlich nicht das falsche Verhalten der fremden beteiligten Personen bemängelt, sondern besprochen, wie ihr mit diesem evtl. auch falschem Verhalten anderer Menschen besser umgehen könnt?
Natürlich kann ich mich über das falsche Verhalten anderer Menschen ärgern, mokieren oder aufregen, aber das verhindert nicht, dass eine Situation in der Zukunft verhindert werden könnte.Ja, natürlich.
In der Postboten-Nachbesprechung wäre Diskussionspunkt dann entsprechend: was tue ich künftig bei einem bellenden Hund hinter der Tür, damit sowas nicht nochmal passiert?
Doch schon aus Eigeninteresse, denn selbst, wenn DIESER Hund jetzt Auflagen bekommt und/oder künftig gesichert ist, gibts doch auf einem Postboten-Einsatz noch zahlreiche andere Hunde.
Und die Gesetzesgrundlage ist nun einmal, der Hund hat sich nicht aggressiv zu verhalten oder sogar zu beißen, der Hundehalter hat dies zu verhindern, ansonsten wird der Hund als "gefährlich". eingestuft.
Ja, das ist so, ich hab doch auch nichts anderes behauptet.
Ich will nur sagen dürfen, dass wenn so war, eben auch der andere Part dazu beigetragen hat, dass passiert ist, was passiert ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ich gehe sogar noch weiter und würde mir wünschen, dass sowas tatsächlich auch berücksichtigt würde.
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Also ich möcht schon ganz gern in (m)einer Welt leben, wo ich sagen darf, dass jemand, der von einem Hund gebissen worden ist, da auch eine Teil"schuld" dran trägt, wenn das tatsächlich so war. Dass dieser Biss im Idealfall nie stattgefunden hätte und dass der Hund im Idealfall besser hätte gesichert sein sollen, ist da ja nicht zwangsläufig eine gegenteilige Aussage zu.
Wir haben früher im Rettungsdienst immer Einsatz-Nachbesprechungen gehabt - was ist gut gelaufen, was nicht.
Und da würde ich mir bei Postboten-Nachbesprechungen schon auch wünschen, dass da jemand sagt: Du, wenn da hinter einer Tür, durch die Du willst, ein Hund bellt, warte einfach, bis jemand sagt, dass Du jetzt reinkommen kannst, bzw. mach auf Dich aufmerksam/nimm Kontakt auf. Und das hat nix mit "Schuld" zu tun, es geht einfach darum, wie man Situationen, die kacke gelaufen sind, beim nächsten Mal besser lösen kann.
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Ich versteh den Frust schon Daktari und ich denke mir, dass es vielen anderen Haltern anderer Hunde ganz ähnlich geht, wenn aus einer richtig dumm gelaufenen Situation sowas entsteht.
Unsere Briefträger machen übrigens extra Schulungen zum Thema Hund. Da hab ich mich mit einer neuen Vertretung für Weihnachten drüber unterhalten, als der grosse Augen wegen unserer Kangal-Schilder bekommen hat. Postboten und Hunde sind schon ein ganz eigenes Thema.
Ich drück die Daumen, dass der Postbote rasch wieder fit ist und der Wesenstest gut abläuft.
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Es tut mir irre Leid, dass ihr euch mit uns gesorgt habt
Braucht es sowas von gar nicht. Mich macht es nur traurig, dass man sich um so etwas überhaupt Gedanken machen muss.