Beiträge von McChris

    Aber das sagt ja auch deutlich, dass erstmal unterstellt wird, dass man es als Jäger gut finden könnte.

    Nein.

    Ich versuchs mal zu beschreiben.

    Man stellt sowas hier ein, da wird ein HSH in einer mit Schafsnetz eingezäunten Fläche "versehentlich" erschossen.

    Das "versehentlich" in "", weil das für mich ein absolutes Unding ist, was einfach nicht passieren darf und weil Versehen ein viel zu schwaches Wort dafür ist.

    Die einzige Erklärung, die es für mich da gibt: das ist ein Jäger, der eine Schande für diese Branche ist, weil er sich nicht an das A und O der sicheren Ansprache gehalten hat. Entsprechend empörte Antworten hätte ich auch erwartet.

    Die ersten Antworten, die kamen, waren aber anders. Mehr zum Thema wie schwierig es ist, ein Tier sicher anzusprechen und vor allem in die Richtung, dass eine Verwechslung möglich sei. Selbst da gab es bei mir diesen zitierten Gedanken da oben nicht. Den gibt es auch immer noch nicht.

    Aber tatsächlich haben diese Erklärungen auf mich mehr den Eindruck gemacht, dass solche Vorfälle ein wenig unter dem Motto gesehen werden "Soll nicht passieren, aber wenn man weiss, wie schwierig die sichere Ansprache ist, versteht man es" - das ist mir (!) einfach zu bagatellisierend.

    Und wenn man Tiere da draussen hat, reagiert man darauf natürlich so :skeptisch2: Ich denke mal, Ihr Jäger ahnt nicht ansatzweise, wie verletzlich man mit Tieren in Draussenhaltung ist. Wie abhängig davon, dass sich alle möglichen "Branchen" korrekt verhalten, damit den Tieren nichts passiert.

    Ich weiß sehr gut, wie schwierig es in der Nachtsicht ist. Ich weiß auch, dass Büsche und Felsbrocken nach einer Minute draufstarren, anfangen sich zu bewegen des Nachts. Und auch, wie seltsam sich Größenverhältnisse in schwierigem Gelände präsentieren.

    Für hier bin ich z. B. sehr froh, dass die Jagdpächter "Hiesige" sind, die hier auch leben. Die wissen, wo welche Tiere sind und kennen die Gepflogenheiten von Landwirten und Tierhaltern. Die wissen auch, dass ich im Winterhalbjahr mit den Mc`s auch nachts noch eine Lauf- und Toberunde über die Flächen drehe.

    Allerdings weiss ich auch, wann der Hochsitz besetzt ist. Dann bleiben wir nur auf der ersten Koppel, damit der Jäger nicht wieder von vorn aufs Wild warten muss.

    Jäger tragen enorme Verantwortung und ich zolle jedem sachverständigem Jäger meinen Respekt, für das, was er tut.

    Ich finde den Vorfall mit dem HSH ganz schlimm, sowas darf nicht passieren.

    In Ordnung ist das ganze definitiv nicht und mein Verständnis für solche „Fehlabschüsse“ hält sich stark in Grenzen.

    Natürlich ist das RICHTIG scheisse

    Danke, solche Aussagen rücken das dann wieder gerade.

    Hab ich mit auch nur einer Silbe gesagt, dass ich das okay finde oder habe ich den Vorfall mit einem Schulterzucken abgetan?

    Nein, aber eben auch nicht (bis dahin), dass es NICHT ok ist. In einer Diskussion Jäger : Nicht-Jäger kommts einfach besser, wenn man das extra dazusagt, meine Meinung. Ich finds gut, dass sich da jetzt Einige deutlich von distanziert haben.

    Zu den Unterschieden in der Nachtsicht sind die Video von Jean Marc Landry vllt. hilfreich. Der forscht zum Thema Wolf und HSH (nicht nur) und hat zahlreiche Aufnahmen gemacht, hier z. B. sind welche:

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    Die Ruten der Hunde sind auch auf größere Entfernungen gut zu erkennen. HSH tragen die (wenn sie keine Kangalrute haben, die eh oben geringelt ist) bei Erkundungsgängen immer hoch. In Bewegung sieht man auch die Ohren recht gut auf- und abwippen.

    Die Ohren (vom Wolf jetzt) nur auf nicht allzu große Entfernung, aber schon auch recht weit zu sehen, finde ich.

    Hier noch eins - ich finde die HSH weit deutlicher als Hunde zu erkennen, als den Wolf in manchen Abschnitten als Wolf.

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    Von dem her kann ich mir jetzt ne Verwechslung von Hund und Wolf schon noch gut vorstellen.

    Schlappohrenwolf? Es gibt keine einzige HSH-Rasse mit Stehohren.

    Der Jäger hat in eine mit Schafsnetz eingezäunte Fläche hineingeschossen. Sollte man sich da nicht lieber 1000%ig sicher sein, worauf man schiesst?

    Selbiges gilt für Pferde- oder Rinderweiden. Da kann ich nicht auf "dunkler Schatten, könnte Wildschwein sein" schießen. Nein, einfach nein.

    Ich dachte auch, dass man grad bei Wildschweinen, die nahezu ganzjährig Frischlinge haben können, drauf achten muss, obs ein Muttertier ist - wie geht das, wenn auf ein "könnte sein" geschossen wird?

    David Gehrke, der da zitiert wird, ist übrigens selbst Jäger. Und Schafhalter. Und auch in Sachen Wolfsschutz ganz pragmatisch unterwegs. Jemand, den ich bereits mehrfach getroffen habe und der in allen möglichen Belangen unglaublich patent ist.

    Ich war bisher in dem naiven Glauben, dass landwirtschaftliche Tierhalter und Jäger irgendwie zusammen gehören.

    Dass der leichtfertige hin zu fahrlässige Umgang mit unseren Tieren eher für Schulterzucken zu sorgen scheint, macht mir mehr Sorge, als dieser Vorfall an sich.

    Was mir noch einfällt:

    Das machen natürlich nicht alle. Es gibt da durchaus (wie bei Silvester übrigens auch) auch die Einstellung, dass die Hunde da durch müssen.

    Man muss es vermutlich auch wahrnehmen wollen, ob die Hunde witterungsbedingt (oder böllerbedingt) Stress/Unwohlsein bis hin zu massiver Beeinträchtigung haben. Es ist ja nicht nur die Kälte, hier waren es nachts - 14°C, dazu noch der wirklich fiese Wind, es sind auch Dauerregen über Tage bei niedrigen Temperaturen oder große Hitze ohne nennenswerten Schatten, großkörniger Hagel (der tut richtig weh, da werden sogar die Rinder nervös von), die sich deutlich auswirken können.

    Meine Einstellung bei dem Thema - und damit steh ich nicht allein da - ist die, dass ich absolut fitte Hunde haben will, die bestmöglich versorgt sind, damit sie ihren "Job" umso besser machen können.

    Ist dann noch der vollständige Schutz durch die Hunde vorhanden?

    Ja, die können ja trotzdem überall hin und drehen auch ihre "Runden" im Stall und im Auslauf. Das nehmen sie auch sehr ernst.

    Ich weiss nicht, ob es bei Schafen auch solche "Laute" gibt, vllt. kann flying-paws da was zu sagen, aber wenn Rinder irgendwas Seltsames wahrnehmen, stossen sie einen ganz schnellen kurzen Schnaufer aus (übrigens auch in dem Moment, wo sie angreifen....) - die Rinder haben größenbedingt ja oft einen ganz anderen Blick aufs Umfeld und die Tiere "arbeiten" ja zusammen.

    ihre vom Tierschutzgesetz verordneten Hütten

    Das ist doch schon lange vom Tisch.

    Wie meist bei den Weidetieren auch, genügt ein Witterungsschutz, der auch aus Bewuchs bestehen kann.

    Und wie schützen Schäfer ihre Hunde auf Schafweiden ohne Stall oder Unterstand?

    Ein paar Beispiele hab ich ja schon genannt:

    Zahlreiche Kollegen mit HSH im Einsatz versuchen, ihren Hunden diese Witterung etwas erträglicher zu machen, mit windgeschützten Ecken, Stroh, Hütten aus IBC-Containern, Strohballen mit Planen kombiniert, warmer Fütterung und auch Aufwärmen im Auto mit Standheizung.

    Schäfer nehmen da z. B. gern die verblechten Treibgang-Steckfix-Horden als Windschutz.

    Wird bei solchen Temperaturen auch mehr oder was anderes gefüttert?

    Mehr Fett macht Sinn - auch, wenn die Mc`s hier alle drei unisono zuviel Fett auch wieder nicht vertragen.

    Die meisten HSH werden grundsätzlich schon recht kohlenhydratlastig gefüttert, aber eine Extraportion schadet da nicht.

    Hier gibts momentan eine Art Reiseintopf mit Gemüse und Lamm. Tagsüber haben sie noch Alt-Baguette vom Bäcker abgestaubt, Altbackenes bekommt man als Tierhalter ja oft geschenkt.

    Mittlerweile haben die Hunde vor und über ihren Häuschen noch einen "Decken-Shelter", der vor allem vor dem genau auf das große Offenstall-Tor drückenden stürmischen Ostwind schützt. Das bringt Einiges und macht hier den Unterschied zwischen Hunden, denen man, wenn man denn hinschaut, Unwohlsein ansehen kann und Hunden, die quietschfidel sind.

    Der WKFS-Vorhang steht quer, schlackert in den Böen hin und her und versucht, einem die Ohren abzuhacken. |)

    Zahlreiche Kollegen mit HSH im Einsatz versuchen, ihren Hunden diese Witterung etwas erträglicher zu machen, mit windgeschützten Ecken, Stroh, Hütten aus IBC-Containern, Strohballen mit Planen kombiniert, warmer Fütterung und auch Aufwärmen im Auto mit Standheizung.

    Zwischen dem, was die Hunde ertragen können irgendwie und dem, was man ihnen zumuten kann, liegen für mich Welten.