Der Jagdtrieb ist da oder nicht, daran ändert man nichts. Man kann versuchen, ihn umzulenken und dadurch irgendwie kontrollierbar zu machen.
Du fragst nach positiver Bestärkung. Das möchte ich etwas erweitern. Ich habe jetzt gerade den 4. Jagdhund "am Hals"
. Ich arbeite nicht mit TT oder dergleichen, aber natürlich gibt es Verbote und Abbruchsignale. Zur Not scheue ich auch nicht davor, mal eine Kette zu werfen - wobei das bislang fast nie erforderlich war.
Die Grundlage zur Kontrolle jagdlichen Verhaltens ist m.E. das genaue Beobachten des Hundes. Jeder hat so sein Lieblingswild. Dann kommt ein starker Bindungsaufbau. Und dann das Angebot von Alternativen wie z.B. einem Futterdummy. Und die Befriedigung des Jagdtriebs durch andere Unternehmungen wie etwa Mantrailing oder dergleichen.
Ich finde, dass man mit gezieltem SL-Training eine Menge erreichen kann. Aber ich setze halt auch nicht "nur" auf Verbot/Abbruch, sondern insbesondere auf die Alternative (also den Dummy). Ich konditioniere den "Notpfiff" auf Leberwurst. Sich für mich zu entscheiden führt immer und ausnahmslos zu Spaß und Anerkennung. Bei mir muß kein Hund vorsitzen, wenn ich ihn vom Kaninchen abrufe :/ . Stattdessen gibt's einen super Jackpot und ein wildes Spiel, ein Maximum an Aufmerksamkeit und Zuwendung. Gerade die Beagles haben einfach "Spaß am Spaß". Mit ernster Miene und Kasernenhof-Gehorsam ist bei denen nix zu holen (außer, dass sie dann doch lieber jagen gehen).
Damit fahre ich sehr gut. Solange ich vorausschauend unterwegs bin und mich auch wirklich meinen Hunden zuwende. Und solange ich auch nicht davor scheue, mal eine Leine dran zu machen, wenn alle 2 Meter ein Reh kreuzt oder ich einen schlechten Tag habe :/ . Ich schaue mir die Hunde immer gleich am Anfang des Spaziergangs an. Kann ich sie geistig bei mir halten oder haben sie einen Stöber-Tag? Zu 95% laufen sie frei.